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durch Queenslands Outback – Tag 4

16. July – neuer Reifen, neues Glueck…

Nachdem wir am Morgen ausgiebig gefruehstueckt und geduscht haben, machen wir uns auf den Weg zu Julie. Der Reifen ist zum Glueck angekommen und innerhalb von Minuten haben wir nicht nur einen neuen Reifen montiert, sondern sind auch knapp 200$ losgeworden…Hachja.

Julie hat uns waehrenddessen viele Tips gegeben hinsichtlich der Sehenswuerdigkeiten in der Region. Die Stockman’s Show kann sie empfehlen und wir sollen unbedingt zum Starlight Lookout fahren. Am besten zum Sonnenuntergang und dann sollen wir doch einfach gemuetlich dort uebernachten. Das klingt doch nach einem guten Plan. Da uns das Kuehlwasser-Problem keine Ruhe laesst, fragen wir zu wem wir fahren koennten, um es checken zu lassen. Ein Mitsubishi Haendler ist direkt um die Ecke. Dort fahren wir anschliessend hin und zusammenfassend laesst sich sagen: Wir haben zu viel Kuehlwasser im rechten Behaelter und keiner weiss weshalb. Erst einmal sollen wir es beobachten. Na dann…

Am fruehen Abend fahren wir in Richtung Starlight Lookout, bepackt mit einer Flasche Wein und Abendessen. Von Longreach faehrt man etwa 60 km, davon 45 km Gravel Road – schon wieder! Hoffentlich bleiben dieses Mal alle Reifen heil. Marco faehrt unheimlich angespannt und wir hoffen, dass alles gut geht. Aufgrund der Tatsache, dass wir mit gerade einmal max. 60 km/h umhertuckeln, brauchen wir 1 Stunde 15 Minuten zum Lookout. Wir fragen uns zwischendurch sogar, ob sich der weite Weg ins Nichts lohnt.

Dort angekommen, stellen wir sehr sehr schnell fest: Und ob es sich lohnt! Wow, wir sind absolut im Nirgends…die Strasse existiert bei Google und in Atlanten nicht einmal und es ist wunderschoen! Der Huegel ist die einzige Erhebung weit und breit und der Ausblick dementsprechend erstklassig. Hier oben sieht man erst einmal, welch Ausmass die Duerre hat und wie riesig das Outback ist. Egal wohin wir schauen: Wir sehen nichts. Kein Lebenszeichen, keine Siedlungen…rein gar nichts. Wunderbar.

Wir haben einen unglaublichen Abend. Auf dem einzigen „Berg“ (oder wohl eher Huegel) haben wir bei Sonnenuntergang gesessen. Mit einer heissen Suppe, einer Flasche Wein und mit einem Blick zum Himmel mehrten sich von Minute zu Minute die Sterne.

 17. July – Dinner unter Sternen

Wir wachen gegen 7 Uhr auf und genau vor unserer Nase klettern Bergziegen auf den Berg und Kaengurus huepfen durch die Gegend. Wie genial! Ich habe das grosse Verlangen noch etwas liegen zu bleiben und zu beobachten, wohingegen Marco seine Laufschuhe anzieht und davon rennt. Wer kann schon von sich behaupten mitten im Outbback joggen zu gehen, hm? Mir sind 5 Grad zu kalt zum Laufen, aber Marco hat durchhgehalten. Anschliessend kochen wir Fruehstueck und fahren zurueck nach Longreach. Wir haben also wieder etwa 60 km vor uns, davon sind 45 km Schotter- und Sandpiste. Da wir ja vom Vorabend wissen, dass wir definitiv 1 Stunde brauchen werden, denn noch einen Reifenschaden wollen wir nicht riskieren, fahren wir kurz vor um 9 Uhr los. Immer wieder stehen einzelne Kaengurus am Wegrand, huepfen ueber die Strasse oder es stehen ganze Familien in der Duerre und beobachten uns, das Fremdobjekt  im Outback.

Gegen 10 Uhr kommen wir an der Caltex Tankstelle an, duschen und fahren anschliessend zur Stockman’s Hall of Fame herueber. 11 Uhr beginnt die Stockman’s Show und gleich zu Beginn haben Marco und ich einen grossen Lacher.Die Show ist seine 20$ wert. Man lernt im Schnelldurchlauf, welche Rolle Pferde in der Rinderzucht spielen und welche Typen es gibt. Ausserdem lernt man vom Ablauf dieser Arbeit und weshalb Hunde so wichtig auf der Farm sind. Die Stockman’s Show ist ein Mix aus Lachen, Staunen und Lernen. Ich finde es echt faszinierend, wie gut der Stockman und seine Pferde einander verstehen. Fast alles geht ueber Zeichensprache oder Koerperbewegungen.


Etwa 12 Uhr ist die Show beendet und wir beschliessen uns noch einmal in der Local Bakery ein Sandwich zu bestellen, denn es war wirklich gut. Kurz nachdem wir losfahren bemerkt Marco: „Du irgendwie ist die Temperaturanzeige nicht mehr in der Mitte.“ „Wo ist sie denn?“ „Naja zwischen Mitte und Rot.“ „Echt jetzt? Ohje.. dann lass uns vielleicht doch noch mal bei Mitsubishi anhalten und dem Mechaniker zeigen, dass es sich jetzt doch geaendert hat.“ „Ja ist glaube ich besser.“ 1 Minute spaeter: „Okaaay… jetzt ist der Zeiger im roten Bereich! Ich gebe einfach kein Gas mehr.“ „Wie du gibst kein Gas mehr? Wir muessen zu Mitsubishi! Hilft ja nichts. Es sind doch nur noch paar Hundert Meter.“ Wir fiebern und hoffen, dass wir einfach nur ankommen. Wir kommen an. Als wir mit dem Mechaniker sprechen, sagt er uns, dass sich das gar nicht gut anhoert. Es koennten mehrere Sachen sein. Zwischen 1.500 und 3.000$ koennten auf uns zukommen. Marco und mir rutscht das Herz in die Hose. Wir schauen uns an und koennen es nicht fassen, dass wir jetzt solch ein Pech haben sollen. Meine Prozessoren im Kopf laufen auch Hochtouren und ich kalkuliere alles durch. „Ich kann es nicht sagen, bevor das Auto untersucht wird.“ „Okay, koennen Sie es sich anschauen?“ frage ich verzweifelt. „Wir sind bis mindestens Dienstag oder Mittwoch ausgebucht.“ „Wo koennen wir sonst hingehen? Sie kenne sich doch am Besten aus. So koennen wir nicht weiterfahren, richtig?“ „Nein, so koennt ihr auf keinen Fall weiterfahren, der Motor ueberhitzt.“ „Unser Plan war, heute bis Emerald weiter zu fahren. Wir muessen Anfang August in Sydney sein. Wir haben noch fast 2.000 Kilometer vor uns“, sage ich. Er verschwindet in der Garage und waehrenddessen sage ich zu Marco: „Dann bleiben wir bis Mittwoch und Hervey Bay faellt aus, ist egal.“
Was machen wir denn dann? Die 2.000$ waren dann wohl doch kein so gutes Schnaeppchen insgesamt…Wieso muss so etwas jetzt passieren? Mitten im Outback. Zu Not muss ich ersteinmal nach Sydney fliegen. Was ist dann aber mit all unseren Sachen? Investieren wir dann die schlimmstenfalls 3.000$, oder kaufen wir ein neues Auto? Wer sagt, dass beim naechsten Auto nicht etwas aehnliches geschieht? Niemand. Auf unserem Konto haben wir noch genuegend Geld, aber 3.000$ wuerden ein riesiges Loch in unser Erspartes graben. Thailand fuer Ende des Jahres ist geplant und wir koennen jetzt nicht einfach 3.000$ verlieren. Mir ging so unglaublich viel durch den Kopf.
Was machen wir jetzt? Verdammt…
In dem Moment kommt der Mechaniker wieder und sagt, dass er schnell mal unter die Motorhaube gucken will. Er oeffnet das Ventil vom Kuehlwasserbehaelter und Dampf kommt heraus. In einem Behaelter ist zu viel Wasser, der andere grosse Tank ist bis auf den letzten Tropfen entleert. „Gar nicht gut“, sage ich. „Nein, das ist nicht gut“, sagt der Mechaniker und laeuft zurueck in die Garage. „Verdammt wo geht das ganze Wasser hin…“, fluche ich. „Wenn das so viel Geld kostet, koennen wir uns gleich ein neues Auto kaufen“, sagt Marco resigniert. „Nun warte doch erst einmal ab. Davon abgesehen, kann es jeden Tag passieren, dass das Auto aufgibt. Es ist 21 Jahre alt. Wir haben fuer 2.000$ und 2.500 bereits gefahrene Kilometer verdammt viel Glueck gehabt.“ Mit einer Kanne gefuellt mit Wasser kommt der Mechaniker zurueck und fuellt den Wassertank auf. Er laesst den Motor laufen, testet ein paar Sachen und sagt „Wir muessen herausfinden wohin das Wasser verschwindet.“ Er nimmt ein Ventil mit in seine Garage und testet offenbar den Druckausgleich oder so. Wir warten 15 Minuten und dann kommt er wieder. „Das Ventil scheint nicht mehr intakt zu sein. Wir muessen es ersetzen und schauen, ob es daran liegt.“ „Alles klar“, sage ich und wir hoffen, dass es nur das Ventil. Was auch immer das kostet. Nachdem er das Ventil aufgesetzt hat, macht er mit mir eine Testfahrt und sagt: „Ihr habt solch ein Glueck. Unglaublich, dass es nur dieses Ventil ist. Ihr koennt weiterfahren und alles sollte in Ordnung sein!“ Ich kann nicht fassen, dass das Glueck auf unserer Seite steht – wieder einmal. Es haette fast das 200-fache kosten koennen. Das Ventil kostet 15$. Wir geben ihm Trinkgeld und bedanken uns zum vierten Mal.

Wir hatten solch ein Glueck! Genau 2 km nachdem wir Longreach betreten haben, ist der Motor ueberhitzt. Es haette auch frueher passieren koennen…irgendwo auf der Strasse zum Starlight Lookout. Aber das ist es nicht und dafuer sind wir massig dankbar!

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durch Queenslands Outback – Tag 3

15.July – eine Fahrt durch’s „Death Valley“

Nur zwei Autos sind sind bis morgens 6.30 Uhr an uns vorbei gefahren. Wahnsinn. Hinzu kommt, dass Hauptsaison ist. Wir moechten uns gar nicht vorstellen, was gewesen waere, wenn mehr als 1 Reifen gelatzt waere. Haette man uns gefunden? Nun, wir haben genuegend Trinken und Essen fuer 5 Tage, aber im Hochsommer bei 40 Grad ist das sicherlich kein Zustand, den man sich wuenscht. Wir stehen noch vor 7 Uhr auf – ich kann es kaum erwarten, denn es ist sooo kalt. Als erstes gehen wir duschen und danach bringen wir in Erfahrung, ob die Werkstatt in Hughenden unsere Reifen hat. Natuerlich nicht. Waere ja auch zu einfach gewesen. Gegen 9.30 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Longreach. Es warten dieses Mal 400 km geteerte Strasse auf uns. Die Landschaft hat sich geaendert: Es gibt nur vereinzelt Baeume, wenn uberhaupt. Wir sehen eine Menge Cassowaries, die wir im Regenwald nie zu Gesicht bekommen haben.

Sehr traurig ist der Strassenrand. Er ist umsaeumt mit toten Kaengurus. Alle 50-100 Meter liegt ein weiterer Kadaver. Manchmal sogar 4 innerhalb von 50 Metern. Von Baby-Wallabies bis hin zu wuchtigen Kaengurus, alles tot.

Auf 400 km sind das fast 4.000 Tiere. Mit Ausnahme von ein paar Kilometern, wo keine Tiere liegen, sind es realistisch 3.500. Es ist wirklich traurig. Dieser Anblick erinnert mich an ein Death Valley (Todestal). Ich habe in den ersten Wochen oft Traenen in den Augen gehabt, als ich tote Kaengurus sah, mittlerweile bin ich einfach nur noch traurig. Bei dieser Anzahl hier koennte ich fortlaufend heulen. Als wir gerade nach unserer Mittagspause das Fenster geoeffnet haben, lag Kadavvergeruch in der Luft. Ist es so schwer bei 100km/h zu bremsen?

Diese Frage wird mir in Longreach noch am selben Tag beantwortet: Ja. Denn sie sind einfach zu schnell. Nunja, darueber laesst sich sicher streiten. Viel trauriger ist die Tatsache, dass es seit 10 Jahren nicht mehr so viele tote Kaengurus gab. Die Duerre haelt nun fast seit 3 Jahren an. Anstatt 300mm im Jahr fallen in Longreach -wenn ueberhaupt- 100mm im Jahr. Dies hat dazu gefuehrt, dass mehr als 3/4 der Farmer ihre Rinder verkaufen und das Geschaeft aufgeben mussten. Weiterhin sind viele junge Familien weggezogen – als aussichtslos sehen sie die Situation an. Das bisschen Regen, was faellt, fuehrt dazu dass das Gras am Strassenrand waechst. Aus diesem Grund befinden sich fast alle Kaengurus am Strassenrand und suchen verzweifelt nach ein oder zwei gruenen Grashalmen. Viele sind so schwach, dass sie am Strassenrand umfallen, oder einfach ziellos ueber die Strassen huepfen und Autos gar nicht wahrzunehmen scheinen. Sehr, sehr traurig. Die Kaengurus kommen mittlerweile sogar am Abend und sogar vereinzelt am Tag in die Stadt, um Gras zu finden, und riskieren von weiteren Autos ueberfahren zu werden. Als mir die Dame die Situation erklaert, frage ich, ob denn das Wasser vom „Artestian Basin“ unterhalb der Erde, welches enorm gross ist, nicht ausreichen wuerde, um zu Bewaessern? Das grosse Problem liegt darin, dass zu viele Sulfate und andere Metalle im Wasser enthalten sind, welche das Wachstum der Pflanzen schlicht nicht foerdern. Es kann zwar nach Behandlung getrunken werden, doch wachsen tut einfach nichts. 

Etwa 15 Uhr erreichen wir Longreach. Unser erster Stopp ist in der Touristeninformation, wo wir massig Material bekommen und ein sehr gut strukturiertes „Programm“- bzw. „Sightseeing“ Heft erhalten. Ausserdem fragen wir, wo wir Decken kaufen koennen und wo es einen Reifenhaendler gibt. Wir machen ein Schnaeppchen bei Target und haben endlich wieder warme Naechte! Doch eins ist noch zu klaeren: Bekommen wir hier einen passenden neuen Reifen fuer unser Auto?

ein teurer Spass

Eine nette Frau namens Julie beraet uns und leider muss auch sie gestehen: Sie haben keinen Reifen vorraetig. Mensch und das obwohl massig Pajeros unterwegs sind. Wir waegen alle Moeglichkeiten ab und letztendlich ruft sie ihren Lieferanten in Rockhampton an, um uns noch einen Reifen zu bestellen. Wenn wir grosses Glueck haben, ist der Reifen schon morgen frueh da. Wenn wir Pech haben, erst Freitag morgens. Das waere auch noch ertraeglich. 190$ wird uns der Spass kosten…na herzlichen Dank liebe Gravel Road. Julie ist echt wahnsinnig nett und reisst sich beinahe schone in Bein aus, um uns eine gute Loesung zu finden. Ausserdem hat auch sie deutsche Wurzeln und ihr Sohn lebt in Kingaroy! Na welch ein Zufall! Wir verabschieden uns uns kommen morgen frueh wieder.

zu Besuch und zum Greifen nah

Tatsaechlich ist am Abend das eingetreten, was uns bereits am Nachmittag erzaehlt wurde: Die Kaengurus sammeln sich in mehreren Gruppen, um das wenige gruene Gras in der Stadt zu verzehren. Ein wildes Kaenguru wuerde niemanden auch nur in seine Naehe kommen lassen. Diese Kaengurus jedenfalls waren so verhungert, dass sie sich auch nicht verscheuchen lassen, wenn man direkt neben ihnen steht. Sie haben einfach keine andere Wahl.

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durch Queenslands Outback – Tag 2

14.July leere Schluchten & erste Panne in Dunkelheit

Ich erwache gegen kurz nach 6 Uhr und waehrend Marco noch versucht zu doesen, beobachte ich den Sonnenaufgang und von Minute zu Minute scheinen immer mehr Voegel aus ihrem Schlaf zu erwachen. Ich kann es kaum erwarten aufzustehen.
Es ist immer noch arschkalt, es ist also Zeit fuer einen Tee und Kaffee. Nach etwa 30 Minuten fahren wir weiter in Richtung Hughenden. Bei ungefaehr 3/4 der Strecke biegen wir in den Procupine National Park ab. Hier soll es einen grosses Bergsee bzw. Bach geben, also folgen wir dem steinigen, steilen Pfad fuer etwa 1 km zu Fuss. Ich erahne welch grosse „Schlucht“ vor uns liegt und Tatsache: Es ist riesig! Die Felsformationen sind wunderschoen und immer wieder entdecken wir riesige Loecher. Doch es ist alles so trocken. Der Fluss/Bach ist nur rund 10-20 cm gefuellt, die Loecher sind vollkommen trocken. Man kann nur hoffen, dass in der Regenzeit alles aufgefuellt wird. Ein Teil des Baches ist jedoch noch recht gut gefuellt und hier tuemmeln sich sogar ein paar kleine Fische und ein paar Beachboys, die sich in der Sonne aalen.


Der Weg zurueck war etwas anstrengender, denn nun durften wir den Kilometer „hochklettern“. Nur 5 km von der „Procupine Gorge“ entfernt, befindet sich ein weiterer Ausblick und dieser entfaltet die Gesamtheit des eigentlichen Naturwerkes.

Die geteerten Strassen nach Hughenden waren immer wieder unterbrochen durch „Gravel Roads“, also Sand- bzw. Kiesstrassen. Was anfangs spassig war, entpuppt sich durch die Spurrillen jedoch immer mehr zu einer nervigen Angelegenheit. Hughenden selbst war wahnsinnig klein. Ich frage mich einfach was die Menschen hier so tun. Ich sehe im Umfeld keine Rinder, welche auf Farmen hindeuten. Es gibt zwei Mini-Supermaerkte, einen Fleischer, 4 Tankstellen, paar Caravanparks, einen „Bahnhof“, eine winzige Touristeninformation und nicht viel mehr Aufregendes. Der Flinders River (Fluss) ist trocken – staubig trocken. Das soll in der Feuchtphase wieder aufgefuellt werden? Schwer zu glauben. Fuer 2$ (oder man tankt einfach) kann man in der BP Tankstelle eine heisse Dusche nehmen, was wir auch tun, und anschliessend machen wir einen Halt in der Touristeninformation. Wow, es gibt wirklich nicht viel was man hier unternehmen kann. Die „Stadt“ hat man innerhalb von 10 Minuten vollstaendig abgefahren. In der Naehe gibt es den Mount Walker mit tollem Ausblick. Den werden wir auf der Weiterfahrt in Angriff nehmen! Doch bis dahin gibt es erst einmal ein wunderbares Mittag in der Sonne und ein anschliessenden Spaziergang am trockenen Flinders River, wo Marco und ich wieder einmal einen richtig coolen Sportpark finden!


Etwa 16 Uhr fahren wir in Richtung Muttabarra weiter. Die Strasse soll zum Grossteil „Gravel Road“ sein, na dann! Bis zum Mount Walker ist alles geteert und die Dame in der Touristeninformation hat nicht gelogen: Der Ausblick ist wirklich schoen. Man kann erahnen wie endlos das Outback ist. Weit und breit sieht man nichts ausser Land und Hughenden.

Das einzige Problem, welches wir haben ist: irgenwie „laeuft unser Auto aus“? Wieso ist gerade literweise Kuehlfluessigkeit ausgelaufen? Hm, wahrscheinlich hat das irgendwas mit Druck zu tun…wird schon nichts Schlimmes sein…oder?


Die Sonne wird in etwa 1 Stunde untergehen und langsam faerbt sich der Himmel. Das letzte Auto ist uns vor etwa 10 Minuten entgegen gekommen und nun ist es mittlerweile 17 Uhr. Die 200 km nach Muttaburra werden wir nicht abfahren, sondern halten nach einer passenden Stelle zum Uebernachten Ausschau. Weit und breit nur Sandstrasse mit Spurrillen, und wenn es keine Spurrillen gibt, dann eben groessere Steine.

Erst 40 km haben wir zuruek gelegt. Und dann tritt das ein, was uns natuerlich nieeemals passieren wuerde: Es macht Peeeng! Wir sehen uns verwundert an und keine 20 Sekunden spaeter schlittert Marco ueber die Spuren. „Was ist los? Das fuehlt sich an als waere ein Reifen platt! Halt an! Schnell!“ Verdammt! Wir haben echt einen Platten…bis auf die Felge ist der gesamte Reifen geschrumpft. „Waere ja auch komisch gewesen, wenn das nicht passiert“ fluche ich. Ich schaue auf die Uhr und dann heruber zur Sonne. „Okay also wir werden es nicht schaffen den Reifen zu wechseln bevor es dunkel wird, denn die Sonne geht in ungefaehr 20 Minuten unter und dann wird es stockduster“ stelle ich verbittert fest. Wieso kann so etwas nicht bei Tag passieren? Waer wohl zu langweilig! Na prima…Wenigstens habe ich schon Raeder gewechselt und weiss noch wie es geht. Haette also schlimmer sein koennen. Innerhalb von einer Minute wirbeln Marco und ich im Kreis herum und suchen den Wagenheber plus Schraubenschluesel zusammen. Wir versuchen das Reserverad zu demontieren, doch der Schluessel klemmt im Diebstahlschloss und es ruehrt sich nichts. „Verdammt! Was ist das fuer eine Scheisse!“ Nach fast 20 Minuten loest sich endlich dieses nervige Schloss und wir koennen den Reifen loesen. Das naechste ist, dass der Wagenheber totaler Muell darstellt! Man kommt so schlecht an den Unterboden und wir sehen nach 2 Minuten schon aus wie Schornsteinfeger. Dass wir uns auf einer Sandstrasse befinden, macht die ganze Angelegenheit noch viel schlimmer, denn der Heber bohrt sich in den Boden, bis er ueberhaupt den Wagen anhebt. Wir beschliessen das Rad abzumontieren und so hoffentlich besseren Zugriff auf den Wagenheber zu haben. Hoffentlich rutscht das Teil jetzt nicht weg, sonst haben wir ein sehr sehr grosses Problem. Es dauert unglaubliche 30 Minuten, bis wir den Wagen auf der noetigen Hoehe haben. Dann geht alles ganz fix, denn nun muessen nur noch die Schrauben stets diagonal fest gezogen werden. Zum Glueck hatten wir uns den Jump Starter mit Kompressor vor 3 Wochen gekauft, denn so koennen wir den Reifendruck vom Reserverad anpassen. Es ist stockfinster und weit nach 18.30 Uhr, als wir endlich alles zusammen packen.

Mittlerweile lache ich mich schlapp und muss eingestehen, dass es ja irgendwie zu erwarten war. Wir haben in den vergangenen Wochen sooo viele Reifenpannen gesehen – irgendwann musste es uns ja erwischen. Es sei an dieser Stelle erwaehnt, dass seit 16.30 Uhr kein einziges Fahrzeug mehr auf unserer Strasse unterwegs war. Waehrend ich gerade diesen Bericht schreibe, ist es 21.30 Uhr und es ist immer noch keine Menschenseele hier entlang gefahren! Wir stehen hier nun am Strassenrand, halb auf dem Feld und duerfen am Morgen zurueck nach Hugehnden fahren, um ein Reserverad zu kaufen. So eine Sandstrasse ist schon ein teurer Spass…ein Reifen kostet naemlich zwischen 150 und 200$. Wir werden danach wohl eher die geteerten Strassen fahren ;-)

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durch Queenslands Outback – Tag 1

13. July – 18. July ..auf geht’s ins Outback

Wir haben fuer diese Woche einen Outback-Trip geplant, welcher uns durch das noerdliche Inland Queensland fuehren wird. Vom Outback fahren wir anschliessend nach Hervey Bay, um eine Waltour zu machen und danach geht’s zurueck zu unserer Gastfamillie nach Kingaroy. Wir wollen noch ein paar Tage mit Ihnen verbringen, bevor es fuer uns nach Sydney geht, um einen neuen Job anzutreten. Insgesamt liegen knapp 3.600km vor uns! Das wird eine lange Fahrt und wir hoffen, dass unser Auto uns weiterhin so verlaesslich den Weg bereitet.

Unsere Route
Ravenshoe – Mt. Surprise – Hughenden  – Longreach  – Emerald – Hervey Bay – Kingaroy – Sydney

Was braucht man fuer einen Trip durch’s Outback?
Wenn man vorhat ins Outback zu fahren, raten einem so ziemlich alle Reisefuehrer und oft auch Einheimische dies nicht allein zu tun. „Bildet Gruppen, fuer den Fall, dass ihr mit dem Auto liegen bleibt.“ Der zweite Tipp ist genuegend Wasser mitzunehmen, denn es gibt nicht ueberall Trinkwasser. Schliesslich befindet ihr euch im Outback, einer Region, welche durch Duerre, Wildvieh und 300km Nichts gekennzeichnet ist. Nunja, als Nichts wuerde ich es nicht bezeichnen, denn man sieht schon ab und an mal ein Auto, Baeume, Kuehe und Kaengurus. Wo ich gerade die groesseren Entfernungen erwaehne: Benzin. Es gibt in einigen Regionen alle 200km eine „Tankstelle“, bestehend aus einer oder zwei Zapfsaeulen, manchmal auch groessere Roadhouses. In manchen Regionen koennen schon einmal 400km und mehr dazwischen liegen. Daher ist wohl der wichtigste Punkt die Planung.
Wir haben uns eine Route gebastelt, bei welcher wir extra Tankreserven eigentlich nicht benoetigen sollten, daher bleiben unsere Kanister leer auf dem Dach liegen. Was genuegend Wasser angeht, beschraenken wir uns auf einen 10L Kanister und unsere 4-6 Wasserflaschen. Nachdem ich WikiCamps und Camp7 studiert habe, stelle ich fest, dass es immer mal irgendwo alle 100km ein WC, oder zumindest eine Haltebucht gibt. Auf unserer Strecke gibt es auch ein paar Roadhouses, wo man ueber Nacht stehen und eine Dusche geniessen kann. Wir durchfahren jeden Tag mindestens einnen Ort, in welchem wir Wasser und Benzin kaufen koennen, daher mache ich mir wenig Sorgen um Reserven. Kostenlos ist eine Dusche im Outback natuerlich nicht, aber dennoch hat fast jedes Roadhouse eine Dusche gegen kleines Geld. Wir werden sicherlich einige Naechte in Haltebuchten naechtigen und haben uns daher auch eine Solardusche dabei, welche wir mit 20L befuellen koennen, wenn es absehbar ist ins „Nichts“ zu fahren. Entgegen der „Gruppenbildung“ fahren wir dennoch alleine, da wir keine Zeit haben Reisende zu suchen und wenig Flexibilitaet besitzen, unsere Route abzuaendern.

13. July am „Mini-Niagara-Wasserfall“ vorbei ins Trockene

Wir beginnen in Ravenshoe und unser erster Stopp sind die Millstream Falls, welche von den Australiern auch sehr gerne als „Mini- Niagara“ bezeichnet werden.

Unser zweiter Stopp ist Mt. Surprise. Auf dem Weg dorthin sind die Strassen geteert, es herrscht maessig viel Verkehr. Bleibt man auf einer dieser Hauptstrassen liegen, wird man sicherlich spaetestens innerhalb einiger Stunden gefunden. Die Landschaft besteht aus groesstenteils ungezaeunten Wiesen mit massig Baeumen und Kuehen. Als gruen wuerde ich die Landschaft nun wirklich nicht bezeichnen, sondern eher als blassgruen bis goldig, da alles ziemlich trocken erscheint.

Ich begreife endlich, wieso immer wieder von anhaltender Duerre im Outback gesprochen wird. Ein Zustand , welcher auch innerhalb der eigentlichen Regensaison von Oktober bis Februar, allmaehlich zur Normalitaet wird und somit eine grosse Gefahr darstellt. Nicht zuletzt wegen Buschfeuer, sondern vielmehr, da es kaum saftiges Gras gibt, die Nahrungsgrundlage fuer Kuehe – einer der wichtigsten Einnahmequellen Australiens. Wir sind mit dem Gedanken nach Mt. Surprise gefahren, „Undara“ anzusehen. Es ist ein riesiger Vulkan Krater, der auf Bildern fantastisch aussieht. Dort angekommen stellen wir fest, dass man eine Tour buchen muss, welche 55$ pro Person kostet. Unglaublich. Das haben wir also ausfallen lassen. Was man auch vor Ort tun kann, ist Edelstein-Suche zu betreiben. Man kann sich fuer 30$ ein Kit ausleihen, um zu buddeln. Die Idee fand ich gut, bis ich gesehen habe, dass es 3 Buddelkaesten sind. 30$ ist angemessen, jedoch nicht fuer einen Sandkasten meiner Meinung nach. Fuer Kinder ist das jedoch sicherlich ein grosser Spass. Wir wandern also durch den Shop und stellen fest, dass man all die Edelsteine (Amethyst, Saphir, Rosenquarz etc.) sehr guenstig kaufen kann. Nunja, wir fahren zur Picnic Area unweit des Kraters und kochen unser Mitttag im Nichts. Diese Ruhe ist fantastisch.


Knapp 500 km liegen vor uns, um nach Hughenden zu gelangen. Ein Grossteil der Strassen ist wieder geteert (laaangweilig!) und wir fragen uns: Wann kommt die rote Piste? Wo bleibt der Spass? Wir warten ab!

Etwa 18 Uhr mittlerweile 40 km zurueckgelegter Sandstrasse, haben wir eine riesige Flaeche am Strassenrand gefunden und beschliessen hier zu schlafen. Keine Menschenseele. Und der Himmel! Ich versuche etwa 20 Minuten lang das perfekte Sternfoto zu schiessen, aber mangels grosses Stativ und aufgrund der eisigen Kaelte (es werden hier im Outback schon mal 1 Grad bei Nacht), gebe ich es dann auf.

durch’s Outback: Tag 2

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4 Wochen durch den Norden – 3

9. July – gruen, gruener, Daintree Forest!

Heute beginnt unser Regenwald – Abenteuer! Der Daintree Rainforest, welcher der wohl bedeutendste Regenwald Australien ist, soll die naechsten Tage unser Domizil sein. Cape Tribulation und den Bloomfield Track wollen wir erleben, doch dazu muessen wir die Faehre ueber den Daintree Fluss nehmen. Fuer den heutigen Tag haben wir uns Daintree Village vorgenommen und fuer morgen dann die Ueberfahrt in den wirklichen Dschungel.
Als wir nach gefuehlten 2 Stunden in Daintree ankommen, stellen wir fest: Hier ist nicht viel, ausser ein Cafe und etwa 3 Anbieter fuer Flussfahrten, um Krokodile zu sichten. Wir bleiben jedoch erst einmal nicht im Ort, sondern folgen der Stuart Creek Road, welche atemberaubende Ausblicke beschert. Oh man… die Natur ist einfach schoen.


Nach etwa 25 Minuten beginnt Privatgelaende, also fahren wir zurueck in den Ort. Man kann hier auch gute Walks machen, diese wollten wir jedoch eher um Cape Tribulation herum geniessen. Wir setzen uns an den Stuart River und essen Mittag – in einer Umgebung von der viele traeumen.


Etwa 17 Uhr stellt sich uns die entscheidende Frage: Wo schlafen wir heute? Es gibt Wonga Beach eine Tankstelle, welche Duschen hat. Wieso fragen wir hier nicht einfach, ob wir hier stehen bleiben koennen? Gesagt, getan! Offiziell ist „Wild Campen“ verboten, sagt die Dame, aber ihr ist es egal. Wir koennen uns dort hinten „verstecken“. Herrlich. Als Dankeschoen, steuern wir zum Umsatz dabei und bestellen uns jeder einen Burger. Einen Burger?! Wir haetten uns kurze Zeit spaeter am Liebsten dafuer geohrfeigt…aber er war wirklich gut (fuer einen Tankstellen- Burger).

10. July – mit der Faehre in eine andere Welt

Juhu! Es ist soweit. Heute betreten wir offiziell das Herz des Regenwaldes! Wir haben geplant, den Bloomfield Track nach Cooktown zu fahren, anstatt den Inlandweg zu beschreiten. Der Bloomfield Track ist jedoch eine reine 4WD (Allrad)- Strecke). Das heisst fuer uns: Den richtigen Reifendruck zu finden. Sandstrecken, Stein- und Schotterpisten erwarten uns angeblich. Nach etwa einer Stunde „Belesen“ finden wir heraus, dass wir etwa 20% reduzieren sollten, also auf rund 35 PSI.

Etwa 9 Uhr stehen wir an, um auf die Daintree Ferry gelassen zu werden. 14$ kostet die Ueberfahrt, 24$, wenn man auch zurueckfahren moechte. Nur 5 Minuten dauert die Ueberfahrt mit der Kabelfaehre.


Ich frage mich bis heute: Weshalb gibt es keine einfache Bruecke? Nunja, es wird seine Gruende haben. Wir verlassen die Faehre und stehen inmitten der riesigen Baeume.

Wie idyllisch. Man fuehlt sich wie abgeschnitten vom Rest der Welt. Das innerhalb von nur wenigen Minuten. Es gibt nur 4 oeffentliche Toiletten von hier bis Cape Tribulation. Wir haben uns in Daintree Village in der „Touristen Information“ eine Karte mitgenommen, auf welcher alles Existierende eingezeichnet ist (es ist nicht sehr viel ;-)) Nur eine Tankstelle (seeehr teuer) und nur wenig Moeglichkeiten zu Campen.


Wild Campen trauen wir uns hier auf gar keinen Fall – denn das wird teuer! Da man sich fuer Noah Beach vorher anmelden muss, fahren wir zur Jungle Lodge. 10$ pro Person kostet die Uebernachtung imm eigenen Auto/ Zelt. Wir haben, seitdem wir das Auto haben, noch nie etwas fuer Uebernachtungen gezahlt, aber okay. Wir stellen unser Auto ab und schauen uns unsere Anlage an. Die Camping-Kueche ist der Hammer! Von Mixer, Gaskocher, Kuehlschrank, Sandwichtoaster bis hin zur Mikrowelle gibt es einfach alles. Es gibt auch Waschmaschinen, einen sehr huebschen Pool und die Duschen/ WCs waren verhaeltnismaessig sauber. Fuer 10$ kann man sich nun wirklich nicht beschweren. Wir sind begeistert.


Den Rest des Tages sehen wir ins in der Umgebung um. Wir gehen am Strand spazieren und durchqueren den wunderschoenen Regenwald. Es ist absolut beeindruckend, wie der Wald direkt an den Strand heran tritt. Alles ist naturbelassen, nahezu unberuehrt. Dass es solche Orte noch gibt.


Wir lernen etwa weitere 4 Deutsche kennen, darunter 3 Berliner und ein Leipziger. Die Atmosphaere ist ziemlich Hostel aehnlich, aber diesmal im positiven Sinne. Wir tauschen uns aus, wer wo gewesen ist und wer was tut, wer arbeitet, wer nur reist, etc. Der Leipziger ist heute auf dem Mount Sorrow gewesen, dem hoechsten begehbaren Berg in der Umgebung. Er hat uns erzaehlt wie anstrengend der Aufstieg war und dass er mehrmals zwischendurch aufgeben wollte, es aber letztendlich doch durchhielt. Leider hat es sich nicht so richtig gelohnt, denn er sah nichts. Es war zu neblig! Wie schade… Mount Sorrow steht fuer uns morgen auf dem Plan. Wir sind gespannt, denn die Reisefuehrer sagen, man solle 6-7 Stunden einplanen. Die Rezeptionistin meinte 5 Stunden ist auch machbar, wenn man schnell ist. Der Leipziger hat rund 4 Stunden benoetigt. Das schaffen wir auch! Oder?

11. July – hartes Workout und fragwuerdige „Strassen“

Gerade als die Uhr 8 schlaegt, sind wir mit dem Fruehstuecken fertig. Voller Motivation und Tatendrang gehen wir zu Rezeption, um uns fuer den Walk einzuschreiben. Das verlangen sie mittlerweile von jedem, der den Walk machen will, da wohl einige nie wieder gekommen sind. Erst vor zwei Wochen haben sie einen Suchtrupp losgeschickt. Wie ermutigend…Sie fragt uns noch, ob wir zum Berg laufen oder fahren und wir schauen verwundert. Eigentlich dachten wir, der Eingang sei gleich hier? „3 km from here!“ Ah okay, naja egal wir laufen! Das klingt nach 7 km Bergwanderung plus 6 km Hin- und Rueckweg.
Die 3 km schaffen wir in etwa 25 Minuten und dann geht es auch schon los. Anstrengend ist eine Untertreibung! Der erste Kilometer nach oben war schon anstrengend, aber im Vergleich zum 3. Kilometer ein Witz!

Immer wenn wir denken: „So, dass muss der schwierige Teil gewesen sein“, kommt es noch schlimmer. Letztendlich haben wir uns an Seilen den Berg hinauf gezogen. „Wege“ kann man den Track naemlich nicht nennen.

Der Pfad war eine Kletterpartie zwischen, unter, auf und in Baumwurzeln. Es war wirklich anstrengend und zwischendurch hatten auch wir -wie der Leipziger- den Wunsch einfach aufzugeben. Die letzten 500 Meter veraendert sich die Vegetation schlagartig. Alles ist klitschnass, die Blaetter tropfen, der Boden ist unheimlich rutschig, alles ist fruchtig gruen und die Luft riecht suesslich feucht. Wir halten durch und als wir oben ankommen, werden wir dafuer belohnt. Der Ausblick ist super und man bekommt eine kleine Idee davon, wie gross der Regenwald sein wuerde. Wir ueberblicken einen grossen Teil des tropischen Herzstueckes…kaum zu glauben..wir sind hier…im beruehmten Daintree Forest.

Der Abstieg ist im Vergleich zum Aufstieg sehr schnell und in dem Moment, wo wir unten am Startpunkt ankommen, stellen wir fest, dass wir gerade einmal 3:25 Stunden gebraucht haben. Einschliesslich der 10 Minutem Pause am Gipfel und meinen Fotoaktionen. Wir sind beeindruckt und freuen uns wie kleine Kinder. Das war wohl das spassigste und tollste Workout ueberhaupt.

Gegen 12 Uhr sind wir also zurueck im Camp und duschen, essen Mittag und packen zusammen. Wir haben uns Sauerkraut und „Bratwurst“ verdient!

Kurz nach 14 Uhr machen wir uns auf den Weg in Richtung Cooktown. Wir fahren nicht den Inlandweg, sondern die 4WD (Allrad) – Strecke, den Bloomfield Track entlang der Kueste. Etwa 100 km liegen vor uns, davon sind rund 60 km Fluesse, extrem steile, extrem steinige oder loechrige „Strassen“ zu ueberwinden.

An manchen Stellen fragen wir uns, ob die Entscheidung daemlich war. Das kann doch fuer kein Auto gesund sein…Mit maximal 30km/h tuckeln wir den Track entlang und fragen uns, ob wir heute noch ankommen wuerden. Zwischendurch entdecken wir einen unglaublich schoenen Strand. Ich bin so beeindruckt. So naturbelassen und islosiert und friedlich…am Liebsten wuerde ich hier mein Zelt aufschlagen. Doch wahrscheinlich ist es nicht erlaubt. Und davon abgesehen, muessen wir noch heute in Cooktown ankommen, da Marcos Mama Geburtstag hat und wir endlich wieder Telefonnetz brauchen, um anrufen zu koennen. :-)

Kurz bevor wir Wujal Wujal erreichen, beginnt Teerstrasse. Der Ort ist winzig und irgendwie nicht zeitgemaess. Man hat das Gefuehl, man ist in einer anderen Welt, einer anderen Epoche nahezu! Die Gemeine besteht ausschliesslich aus Aborigines (Ureinwohner) und wir scheinen die Attraktion zu sein. Die Natur ist wunderschoen, aber die Haeuser etc. sind nicht zu vergleichen mit dem restlichen Teil der Ostkueste. Wir durchqueren den Ort und noch ein paar andere kleine Doerfer, die vom anderen Ende der Welt zu sein scheinen.

Kurz vor 18 Uhr kommen wir in Cooktown an. Ich dachte Port Douglas waere klein, doch Cooktown ist noch viel kleiner.

So, was machen wir jetzt? Wir fahren durch Cooktowns Strassen und machen uns einen Eindruck, von dem wo wir schlafen koennten und ob es eine Laundry gibt. Tatsaechlich. Direkt am Hafen ist ein kleiner Waschsalon und gegenueber sogar eine Dusche. Besser geht’s nicht. Wir schmeissen unsere Kleidung in die Maschine und stellen kurz nach Start des Waschgangs fest: Shiiit! Der Salon schliesst in 20 Minuten. Die Waschmaschine ist erst in 25 Minuten fertig. Viel schlimmer ist jedoch, dass wir noch den Trockner fuer etwa 30 Minuten nutzen muessen. Wir koennen schlecht mit nasser Waesche umherfahren. Grossartig. Punkt 18.30 steht ein kleiner staemmiger Mann in der Tuer und moechte abschliessen. Unserem verzweifelten und entchuldigendem Blick nach zu urteilen, bietet er uns an, dass wir einfach das Licht ausmachen sollen und „No worries!“…Puh…vielen lieben Dank. Knapp eine halbe Stunde spaeter verlassen wir den Salon mit frisch gewaschener und warmer Kleidung.


Nunja, da wir ein „kleines“ Hinweisschild finden, welches besagt, dass Campen in Cooktown und im Umkreis von zig Kilometern verboten ist, fahren wir etwas ausserhalb und schlafen (wie etwa 20 andere Camper auch) unweit des Flughafens im Gruenen.

12. July 

Die Sonne scheint, es ist warm, es gibt einen Sportpark und Duschen. Verdammt, es gibt einfach keine plausible Ausrede dafuer keinen Sport zu machen. So ein Pech aber auch…Nach dem Fruehstueck heisst es also ran an den Speck.

Ein paar Stunden bleiben wir noch in Cooktown, sehen uns um und schmieden Plaene. Heute machen wir uns auf den Weg in Richtung Outback. Zuvor muessen wir noch tanken, Essen einkaufen und unsere Route planen.

Etwa 13 Uhr fahren wir dann in Richtung Ravenshoe, der hoechstgelegenen Stadt (900 m) der Atherton Tablelands. 350 Kilometer, sprich 4 Stunden, haben wir zu bewerkstelligen. Mittlerweile ein Katzensprung fuer uns. Davon abgesehen, der Weg allein ist beeindruckend. Endlich noch einmal „sehen“ wir einen Teil der Tablelands.

Dort angekommen haben wir das Glueck fuer pro Person 5$ im Tall Timbers Motel & Caravan Park zu uebernachten – direkt an einem Bach mit allem was man braucht: heisse Duschen, Gruenflaeche, Laundry, Strom etc. Es  ist hier ziemlich frisch. Im Vergleich zum warmen Cooktown (25 Grad) haben wir nur noch 14 Grad.

Die Outback-Tour beginnt hier!

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4 Wochen durch den Norden – 2

5.July – eine Suende wert

Zum Glueck hat Marco in Richtung Atherton Tablelands eine Tankstelle mit kostenloser Dusche gefunden, der Tag ist also gerettet. Ich liebe das Reisen im Auto und Camping, aber ohne Dusche geht gar nichts. Ob warm oder kalt oder einfach nur Eimer fuer Eimer ueber mich schuetten…mir egal – hauptsache sauber. Frisch geduscht fahren wir also in die Berge und machen unseren ersten Stop in Millaa Millaa. Dies ist einer der hoechsten Orte in den Tablelands und es gibt eine unglaubliche Molkerei, welche jegliche Produkte organisch herstellt. Wir koennnen einfach nicht anders und bestellen uns zwei Suenden.

Hoechst zufrieden und mit schlechtem Gewissen wegen der Kalorienbomben, fahren wir weiter durch Atheron bis nach Mareeba. Ich habe mir mehr erhofft was die Aussicht angeht. Doch es ist so neblig, dass man kaum etwas sieht.

Noch vor Mareeba halten wir am Malanda Falls Visitors Centre an. Wow, wir haben noch nie so ein cooles Tourist Center gesehen. Soo viele Ausstellungen, interaktive Vulkan-Nachbildungen, etc. Es gibt hier auch zwei Walks, wovon wir einen machen und einen Haufen Schildkroeten sichten.

Es hat fast den ganzen Tag geregnet, doch in Mareeba scheint die Sonne. Irgendwie mag ich den Ort. Die Stadt ist klein, hat die wichtigsten Shops und ist umgeben von herrlicher Natur. Aehnlich wie Kingaroy. Da wir hungrig sind, kochen wir unser Abendbrot im Mary Andrews Garden und sitzen bis kurz vor Sonnenuntergang.

Wir nehmen uns vor, den naechsten Tag wiederzukommen. Den Rest des Abends setzen wir uns in den McDdonald’s und nutzen die Gelegenheit, um mal wieder mit den Liebsten Zuhause zu telefonieren und ein paar Informationen zu sammeln.

6.July – es gruesst das Kaenguru beim Jogggen

Der Mary Andrews Gardens ist wirklich toll.. mit Sportpark, BBQ, Spielplatz und perfektem Ausgangspunkt fuer einen guten Lauf. Von 10 Uhr bis fast um 13 Uhr machen wir Sport. Erst verausgaben wir uns an den Geraeten, welche mit eigener Koerperkraft arbeiten und ungeahnt super anstrengend sind. Danach gehen wir 6 km joggen. Ein paar Kaengurus begegnen wir, rennen an Passionsfruechten vorbei und werden von den Anwohnern motiviert – und ich habe bei 4 km einfach keeeinen Bock mehr! Ich will das Handtuch werfen – doch ich darf nicht. Also halte ich durch…und wieder einmal sind wir tierisch stolz auf uns.

eine Erlebnisdusche

Eigentlich war es unser Plan im WC mit der Solardusche zu duschen, doch unser Plan wurde durchkreuzt. Nachdem wir vom Joggen wiederkommen, ist de gesamte Parkplatz gefuellt und wir muessen uns etwas Anderes suchen. Gesagt, getan. Wir finden ein offenes Toilettenhaus im Nichts und koennen ungestoert „duschen“. Doch wir greifen zum Eimer und das war mit Abstand die lustigste Erfahrung, die wir in den vergangenen Wochen gemacht haben. Nackig stehen wir da und seifen uns ein und schuetten uns gegenseitig mehrere Eimer Wasser ueber den Koerper. Wenn ich daran denke, muss ich schon wieder lachen. Ich gebe zu, wir wuerden einfach alles dafuer tun mindestens einmal am Tag „duschen“ zu koennen!

Touristenhochburg

Motiviert und energiegeladen fahren wir nach Kuranda. Dieser Ort wird in den hoechsten Toenen gelobt. Als wir durch die Gaenge des beruehmten „Heritage Market“ spazieren, kommt uns ein Gedanke: Erinnert uns irgendwie an Nimbim (nur ohne Teenager, welche nach Cannabiskeksen suchen wuerden). Teuer und touristisch. Nicht schlecht, aber auch nicht allzu besonders. Nungut, wir beschliessen zur Touristeninformation zu gehen und herauszufinden, was man hier Schoenes machen kann. Schnell stellt sich heraus: Nicht viel ohne viele Moneten. Die historische Zugfahrt (wohl der schoenste Part) kostet ueber 60$, das Schmetterlingshaus knapp 20$ und alle anderen Attraktionen 20$+. Wir haetten noch einen kleinen Walk machen koennen, aber spektakulaer ist er auch nicht. Wir entscheiden uns abzureisen und in Richtung Cairns zu fahren. Nur eine gute halbe Stunde dauert die Fahrt.
Da wir Cairns schon ziemlich gut kennen, fahren wir zum altbekannten Botanischen Garten, wo Strom, WC und BBQs auf uns warten – achja und natuerlich 1 Million laestige fiese Sandfliegen. Doch dieses Mal sind wir vorbereitet und haben eine Menge Insektenrepellent dabei. Wir stellen fest, dass unser Platz am Freshwater Lake mittlerweile ziemlich gut besucht ist. Ein blonder Junge sitzt in einer Ecke mit seinem Laptop und Kopfhoerern, zwei Aborigines sitzen auf der anderen Seite des Pavillions. Eine Frau sitzt auf einer der Baenke und telefoniert. Wir suchen uns eine Steckdose und beginnen danach unser Abendbrot vorzubereiten. Immer wieder hoere ich, wie sich der eine Aborigine auf die Arme und Beine haut, um die Sandfliegen zu toeten. „Do you want some Repellent?“ „Yes that would be great!“ „Okay wait a second.“ Er sprueht sich ein und irgendwie entwickelt sich ein Gespraech, welches schon bald eine riesige Gruppenkonversation wird. Die Frau war Franzosin und mit ihrem Freund auf Reisen, die Aborigines sind aus verschiedenen Staemmen und der blonde Junge wurde von uns durchgefuettert, denn er hatte keine Unterkunft und schlaeft seit Tagen in einer Haengematratze in den Baeumen. Ziemlich traurig. Der Abend war super interessant. Wir haben einiges uber das Leben der Ureinwohner gelernt und die Atmosphaere war einfach mal wieder angenehm. Am Ende haben uns die Aborigines beide mindestens zweimal umarmt und wurden sentimental. Herrlich.

7. July – die Franzosen sind ja doch „ganz nett“

Es ist witzig. Als wir morgens zu unserer Picnic Stelle zurueckfahren, um zu fruehstuecken, trudeln die Franzosen auch wieder ein. Wir hatten wieder ein sehr langes Gespraech und ich bin echt beeindruckt, wohin sie ueberall gereist sind. Mit nur 6.500 Euro haben sie 1,5h Jahre Asien, Indonesien, Malaysia, Philippinen etc. bereist. Echt cool. Besonders die Philippinen haben mich interessiert, da sie auch auf unserem Plan stehen, genauso wie Bali.

Mein zuvor eher negatives Bild der Franzosen hat sich zum Glueck durch die beiden angenehmen Persoenlichkeiten gerichtet. Ich habe auch endlich mal eine Erklaerung dafuer bekommen, weshalb Franzosen zo unhoeflich wirken, wenn man versucht Englisch mit ihnen zu kommunizieren: Sophie meinte, dass das Englisch, welches sie lernen so schlecht ist bzw. schlecht beigebracht wird, dass die Franzosen lieber gar nicht reden, als sich zu blamieren. Es ist also keine „Ich weigere mich Englisch zu sprechen, lernt gefaelligst Franzoesisch!“ – Einstellung, sondern eine nachvollziehbare Angst sich zu blamieren. Ihr Englisch war uebrigens sehr gut, die Aussprache zwar gewoehnungsbeduerftig , aber das Vokabular sehr gut!

Auf nach Port Douglas

Nach dem Fruehstueck gehen wir duschen und dann wird es Zeit, dass wir uns auf den Weg nach Port Douglas machen. Gerade einmal 67 km ist Port Douglas entfernt, das entspricht einer knappen Stunde Fahrt auf dem Captain Cook Highway entlang der Kueste. Die Strasse erinnert mich ein wenig an die Ocean Road, da sie sich den Berg entlang windet und der Ausblick wunderschoen ist. Mit jedem zurueck gelegten Meter wird das Klima tropischer, die Baeume noch gruener. In Port Douglas angekommen bemerken wir, dass der Ort winzig ist. Der Strand ist wohl als einer der wenigen zum Schwimmen geeignet und offensichtlich auch gut zum Joggen. Es tuemmeln sich Wasserratten und Sportbegeisterte. Die „Esplanade“ ist sehr gepflegt und so wird sie zu unserem Essensplatz die naechsten 2 Tage.

Wir fahren den Ort ab, suchen spaeter nach einem Schlafplatz und entdecken eine wunderschoene Wohnhaussiedlung mit riesigem Park in der Oriole Street, elektronischem Toilettenhaeuschen , BBQ und Steckdose. Perfekt.

8. July – Sport ist Mord

Nachdem wir uns gekraeftigt hatten steht nun eins an: Sport! Marco und ich gehen joggen. Entlang der Promenande, in Richtung des Lookouts, den Berg hinauf …und das hat uns wohl das Genick gebrochen. Wir schaffen es noch zum Strand und joggen am Wasser entlang, doch nach insgesamt etwa 4 km mache ich schlapp. Meine Huefte laesst gruessen…wann bekomme ich endlich einen neuen jungen Koerper? Haha. Als Strafe fuer unsere (wohl eher meine) schlechte Kondition, haengen wir gleich noch ein TRX Training hinten dran. Fuer alle, die (wie wir) einen Laundromat in Port Douglas suchen: Es gibt keinen! Daher haben wir im Global Backpackers nett gefragt und uns in deren Waschraum eingenistet.
Frisch geduscht sind wir dann bereit den Ort zu erkunden und spazieren los. Diesmal erklimmen wir den Weg zum Lookout komplett, durchqueren danach den gesamten Ort, entlang der Macrossan Street (Einkaufspromenade) bis zum Hafen. Es gibt unglaublich schoene versteckte Haeuser und wir traeumen vor uns hin…eines Tages. Wir haben uns auch gleich eine Bar fuer heute Abend heraus gesucht, denn heute ist das 3. entscheidende Rugby Spiel zwischen Queensland und New South Wales. Lustigerweise stellt sich am Abend, als ich mit Rebecca telefoniere, heraus, dass sie und Brett vor 5 Jahren genau im gleichen Lokal sassen und genau das gleiche Spiel gesehen haben! Wir koennen es kaum glauben und freuen uns noch mehr. Wie wir es uns gewuenscht haben, hat QLD ordentlich eingeheizt und gewonnen! Welch ein Tag!

Unser morgiges Ziel ist Daintree. Danach ist das letzte Ziel der Kueste Cooktown. Weiter noerdlich werden wir nicht fahren – wenn auch gern wir es taeten… Doch wir haben vor, durchs Outback einen Teil der Strecke zurueck zu fahren und das benoetigt auch seine Zeit. Gute Nacht liebe Welt.

Hier geht es weiter zum 3.Teil!

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4 Wochen durch den Norden und Queenslands Outback

30. Juni – von Brisbane nach Rockhampton

Frisch gelandet aus Melbourne, geht es auch schon los in Richtung Norden. „Hauptsache ins Warme“ lautet unser Motto! Wir fahren direkt bis Rockhampton…also ueber 600 km und fast 7,5 Stunden Fahrt. Wir kennen uns in Rockhampton schon ganz gut aus und es ist wunderbar warm. Am Anzac Park gibt es hervorragende Toiletten, Waschbecken, BBQs und Steckdosen sowie saubere Tische – direkt am Wasser.

1.July – eine Nacht am Strand

Im Schnelldurchlauf machen wir uns losfahrbereit und begeben uns wieder ins Auto, diesmal geht es Richtung Mackay. Hier sind wir noch nicht gewesen und wir wuerden den Ort doch gern einmal gesehen haben. Zudem ist dies die Region, in welcher die Saisonarbeit wieder beginnt. Zuckerrohr (das groesste Business innerhalb von 400 km), Mandarinen, Bananen, Tomaten usw. werden hier zu grossen Teilen angebaut. Ganz bis nach Mackay fahren wir noch nicht, sondern naechtigen in Carmila Beach am Strand. Es gibt keine Facilitaeten, also sollte man 500 m von dort am Picnic Point das WC benutzen. Dafuer steht man direkt mit dem Blick auf’s Meer im Sand. Echt cool. Dadurch, dass der Spot kostenlos ist, ist er natuerlich auch gut besucht. Fuer einen „Platz in der ersten Reihe“ haetten wir wohl vor 18 Uhr da sein sollen.

2.July – von Mackay nach Bloomsbury

Nach einer guten Stunde kommen wir in Mackay an. Da wir bis heute noch nicht wissen, ob sich nun die Moeglichkeit ergibt, in Sydney den Job bei Boehringer im Head Quarter zu bekommen, wollen wir uns hier in der Region ein wenig umschauen zwecks Farmarbeit. Es gibt wirklich zahlreiche Farmen und Felder, soweit das Auge reicht. Wahnsinn. Mackay selbst ist gar nicht so gross, aber es gibt alles was man gebrauchen koennte: Coles, Woolworths, Kmart, Target, BCF, … . Es ist bruetend heiss in der Stadt, also beschliessen wir an den Strand (Shoal Point) zu fahren. Na super, hier ist es so windig, dass sich einem die Haare vor Kaelte aufstellen. Waeren wir doch zur Innenstadt-Lagune gefahren. Baden ist leider im gesamten Norden sowieso groesstenteils abgeraten, da Salzwasserkrokodile die Meere besiedeln. Ich habe zwar ehrlich gesagt noch nie eins gesehen (weder in Fluessen, noch im Meer), aber das ist wahrscheinlich auch gut so. Obwohl es doch mal ein etwas anderes Fotomotiv abgegeben haette!

Am Nachmittag waechset mein Verlangen nach „am Strand sitzen und nichts tun“. Mir faellt nur ein Ort ein, an dem das moeglich  ist: Dingo Beach. Marco mochte diesen Ort auch und es steht fest: Da fahren wir morgen hin! Damit wir auch den ganzen Tag geniessen koennen, muessen wir frueh da sein. Um 6 losfahren kommt fuer uns nicht in Frage, also durchforste ich WikiCamps und finde bei Bloomsbury eine BP Tankstelle, wo man nicht nur kostenlos uebernachten darf, sondern auch heisse kostenlose Duschen hat. Das klingt perfekt! Etwa 18 Uhr kommen wir an der Tankstelle an und suchen uns einen Stellplatz. Das war gar nicht soo einfach, denn die BP ist sicherlich kein Geheimtipp mehr. Es daemmerte und wir kochen unser Abendbrot und sehen uns um. „Habe ich da gerade ein Pferd gesehen?“ frage ich irritiert. „Ach Quatsch, war bestimmt irgendwas Anderes.“ Ich mache mir keine weiteren Gedanken.

3. July – Und dann stand ein Pony vor ihm

Naechsten Morgen kam dann der Lacher. Marco musste nachts wirklich dringend pullern und ihm blieben zwei Optionen: Der Baum zwischen uns und einem anderen Campervan oder der Waldrand 100 m von uns entfernt. Er entscheidet sich fuer den Wald. Er wollte sich gerade erleichtern, als ploetzlich ein Pony direkt vor seiner Nase stand. Erschrocken rennt er zurueck…es wurde doch der Baum. Ich konnte nicht anders als lachen und als wir uns umsehen, stellen wir fest, dass ein ganzer Circus auf unserem Parkplatz steht! Zwei lange Trucks mit verschiedensten Tieren und daneben das Pony und ein Lama usw.

Ankunft im Paradies

Mein absoluter Lieblingsort an der Ostkueste. Bis jetzt waren wir schon an einigen Orten, aber in Dingo Beach habe ich mich verliebt. Dieser Strand ist Idylle. Extrem ruhig, nur locals, Dusche, BBQ und ein traumhafter Anblick. Kein Surfrevier, da das Wasser aalglatt ist, keine Krokodile, ab und zu ein Rochen. Wunderbar. Wir bauen hier unser „Lager“ auf, indem ich mich am Strand breit mache und Marco haengt sein TRX Band am Baum auf und trainiert. Endlich mal ein paar Stunden nichts tun muessen und nur geniessen.


Gegen 13 Uhr beschliessen wir joggen zu gehen, obwohl es sicherlich 27 Grad sind und keine Wolke am Himmel Schatten spenden wuerde. Die knapp 6 km schaffe ich gerade so und bin maechtig stolz, denn irgendwie bin ich total aus dem Joggen ausgetreten. Auf dem Weg haben wir auch eine Schlange gefunden, leider tot. Am witzigsten war, dass uns die vorbeifahrenden Autos angefeuert haben. Haha. Welch Motivation. Wir geniessen den Tag bis fast 16.30 Uhr und wir haetten soo gerne dort uebernachtet. Doch leider war es nicht gestattet.

Wir fahren also weiter in Richtung Norden und schlafen in einem Camp am Strand in Toomulla Beach, etwa 170km von Dingo Beach.

4. July – Planschen in den Bergseen des Paluma National Parks

Heute steht etwas ganz Anderes auf dem Plan! Zum ersten Mal begeben wir uns auf den Weg zu einer der vielzaehligen Natur-Pools Australiens. Im Paluma National Park erwarten uns gleich zwei wunderschoene Berg“seen“: die Crystal Creek und die Paradise Creek. Kurz vor Ingham biegen wir also links ab in den Paluma National Park. Fast 19 km geht es bergauf und dann sind wir auch schon da. Das Wasser ist so klar und tatsaechlich sind es gleich mehrere Pools. Ich kann verstehen, dass hier viele baden gehen.


Nachdem wir fast eine Stunde dort verbracht haben und es Mittagszeit ist, fahren wir in Richtung Paradise Creek. Kurz vor dem Picnic Platz sehen wir auf der linken Seite eine sehr kleine Farmerhuette. Wir gehen in die Huette und staunen wie guenstig das Gemuese und das Obst ist! Eine Minute spaeter kommt ein etwa 60-jaehriger Mann auf einem Fourwheeler angefahren.

Er scheint der Besitzer zu sein. Wir haben eine etwa 15 Minuetige Konversation, die ziemlich schnell persoenlich wird und er offenbart uns seine Familiengeschichte. Er scheint uns so gar nicht fremd und mit so jemandem zusammen zu arbeiten waere sicherlich auch eine schoene Erfahrung. Er laesst uns ein paar Fruechte probieren, verraet uns ein paar Rezepte. Dann sage ihm was ich gerne kaufen moechte und er sagt:
„Na dann greif zu! Viel Spass, packt das Geld einfach in die Dose dort hinten!“ Voellig verdutzt stehen wir da. Solch Vertrauen bekommt man in Deutschland eher weniger zugesprochen, doch hier ist es Gang und Gebe. Wir beladen uns mit Passionsfruechten, Bananen, Gurken (kosten normalerweise ueber 3 Euro!), Squash, Zucchini, Grapefruit, Chilischoten, Auberginen usw. 9$ fuer sooo viel. Wir stecken 10$ in seine Dose und fahren mit voller Vorfreude auf unser Mittag zum Picnic Platz.

Nun kommt die Frage aller Fragen: Wo duschen wir? Es gab eine Tankstelle auf dem Weg, oder aber wir gehen tatsaechlich mal in einem Bergsee „duschen“! Nachdem wir den Paradise Pool sehen war klar: Hier muessen wir baden gehen! Das Wasser ist glasklar und sogar Schildkroeten schwimmen darin! Das war definitiv die richtige Entscheidung, denn es war einfach nur herrlich erfrischend und eine Erfahrung fuer sich selbst.

15.30 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Innisfail. Hier wollen wir noch etwas Wasser besorgen und uebernachten. Ausserdem gibt es eine Dusche an der Promenade. Das waere perfekt fuer den morgendlichen Sport. Wir halten kurz in Tully an, die Stadt mit dem hoechsten jaehrlichen Regenfall und „besteigen“ den Goldenen Gummistiefel. Dieser symbolisiert den bis dato hoechsten jaehrlichen Regenfall von zuvor fast 8 Metern! Neben dem Stiefel gibt es im Uebrigen ein WC und saubere kalte Innendusche. Als wir 17 Uhr in Innifail ankommen stellen wir fest, dass erstens fast alles geschlossen hat und zweitens der Ort an sich wirklich nicht schoen ist. Die Dusche ist zwar eine Innendusche aber widerlich und es spricht wirklich nichts dafuer hier zu bleiben. Enttaeuscht fahren wir zum 5 km entfernten Fred Drew Parkplatz, wo man kostenlos schlafen kann, WC und BBQ vorhanden ist. Fuer eine Nacht OK, mehr aber nicht.

eine gute Nachricht!

Abeits unserer „Ferien“ hat sich dann noch etwas Tolles ergeben: Amanda hat sich zurueckgemeldet und wir haben am 4. August ein Gespraech in der Boehringer Office in Sydney. Ich werde wohl eine Teilzeitstelle bekommen und etwa 25$ die Stunde verdienen. Marco und ich freuen uns wie wild und hoffen, dass ich mehrere Tage die Woche arbeiten kann und wir auch fuer ihn etwas finden. Das waere zu perfekt!

Hier geht es weiter zum 2.Teil!

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Great Ocean Road – ein Abstecher

26 Juni. Heute fliege ich am Abend von Brisbane nach Melbourne. Es wird das letzte Mal sein, dass ich Jeani sehe, bevor sie zurueck nach Deutschland fliegt. Zwei Monate ohne sie sind bereits vergangen und es war nicht so schlimm. Tja, aber dieses Mal wuerde der Abschied anders sein, denn sie ist nicht mehr „in der Naehe“, sondern wuerde schon bald am anderen Ende der Welt sein. Wie es mir dann wohl gehen wird? Ueber diese Frage habe ich schon oefter nachgedacht und von Tag zu Tag tat ich es oefter. Im Verdraengen bin ich aber ziemlich gut, also fliege ich unbekuemmert nach Melbourne!

ein Sleepover im Melbourne Flughafen

23:20 lande ich in Melbourne und umarme Jeani zum ersten Mal nach genau 2 Monaten. Ein letztes Abenteuer wartete auf uns: Wir beschliessen mitten in der Nacht am Flughafen (der Versuch zu schlafen war vergeblich, denn es gab viel zu viel zu bereden!), dass wir so gar keine Lust haben in Melbourne zu bleiben. Innerhalb der vergangenen Monate haben Marco, Jeani und ich das Gefuehl entwickelt, dass wir das Leben auf dem Land viel mehr geniessen und eine grosse Stadt wuerde uns jetzt einfach erschlagen. Was waren unsere Optionen?

Wieso fahren wir nicht einfach zur Great Ocean Road?

1 Uhr Nachts kommt mir die Idee: Lass uns doch einfach einen Mietwagen nehmen und wegfahren! Jeani findet die Idee auch gut und letztendlich wuerden wir preislich wohl vergleichbar fahren, als wuerden wir in Melbourne bleiben. Ein vernuenftiges Hostel (worauf wir gar keine Lust haben) kostet mindestens 21$ p.P. pro Nacht, Couchsurfing hatte nicht geklappt. Wir recherchieren schnell online und bringen in Erfahrung, dass ein Thrifty Auto fuer 3 Tage etwa 230$, ein Mighty Camper etwa 220$ und ein Jucy Sleeper nur 90$ kostet! 10 Uhr oeffnet Jucy in St. Kilda und wir wollten puenktlich dort sein, also versuchen wir  2 Uhr dann doch noch zu schlafen.

27. Juni. 5:40 Uhr erwachen wir von der Eiseskaelte und dem Laerm auf dem Flughafen. Wir gehen heiss duschen und machen uns auf den Weg nach St. Kilda.

Flughafentransfer & Melbourne erkunden

Fuer alle, die von Melbourne in die City muessen, wird sich die Frage stellen: Wie komme ich am besten und/oder am guenstigsten dorthin? Hier 3 Moeglichkeiten:

  1. Ihr fahrt mit dem Skybus (18$) oder den GreenBus (14$, reservieren) direkt zum Hauptbahnhof oder meist zur Flinders Street. Weiterhin muesst ihr aber – wenn ihr ausserhalb der kostenlosen Tram-Zone fahren wollt – noch eine Myki-Fahrtkarte kaufen. Das bedeutet weitere 6$ Kartenpreis plus Guthaben fuer die Fahrten.
  2. Wenn ihr nach St. Kilda fahren muesst, dann koennt ihr den St Kilda Shuttle Bus nehmen, welcher 25$ kostet. (puh, ist das teuer…)
  3. Macht es wie wir!
    Wir haben uns eine Myki Karte gekauft und sind mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt gefahren. Ihr nehmt den Bus 901 und fahrt zur Broadmeadows Train-Station, wo ihr mit dem Zug zur Flinders Street fahrt. Selbstverstaendlich koennt ihr auch frueher aussteigen. Ihr seid nun mittem im Zentrum. Dauer: 1:18h.

Myki
Am Flughafen koennt ihr ein „Tourist Package“ kaufen, welches 14$ kostet. 6$ kostet die Karte selbst (die Karte ist dann 3 Jahre gueltig) und bereits 8$ Guthaben befindet sich auf der Karte. Dieses Guthaben entspricht etwa einer Tageskarte. Eine 2h – Fahrkarte kostet 3,49$. Ohne eine Myki -Karte koennt ihr keine Verkehrsmittel nutzen, welche sich ausserhalb der „Free Tram Zone“ befinden. Alles Infos zu Myki findet ihr hier.
Free Tram Zone Melbourne

Hier koennt ihr ganz einfach eure Routen mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln planen.


10:15 Uhr kommen wir bei Jucy an und haben etwa 1 Stunde spaeter ein Mini-Camper  vom 27.-29. Juni. Wir geben ihn Nachts wieder ab und koennen somit 3 volle Tage geniessen. Es kostet uns 142$ (ohne Selbstbeteiligung waeren es 220$). Der „el Cheapo“ fuer nur 90$ war schon ausgebucht. Aber hey, immerhin haben wir einen DVD Player ueber dem Bett (zu schade, wir hatten zufaellig keine DVD dabei) und mehr Platz.

Voller Freude decken wir uns mit Lebensmitteln ein und fahren los in Richtung Great Ocean Road. Zugegeben, wir waren erschlagen von Melbourne, denn in groesseren Staedten waren wir laenger nicht mehr. Wir fanden die Menschen auch ehrlich gesagt alles andere als zuvorkommend. Wir sind Anderes von den Australiern gewohnt, aber ja ich habe mich wie in Berlin gefuehlt. Und dieses Gefuehl mag ich nicht. Nach etwa 40 Min. Fahrt haben wir Melbourne hinter uns gelassen und freuen uns. Sonne war leider Mangelware, aber wenn wir eins gelernt haben, dann ist es die Tatsache, dass das Wetter nicht ausschlaggebend ist.

Unser heutiges Ziel ist „Lorne“ und auf dem Weg dorthin haben wir in Torquay unseren ersten Kuestenstopp gemacht. Torquay ist wirklich klein, aber beruehmt fuer das verbreitete Surf-Vergnuegen. Marken wie Ripcurl und Quicksilver sind hier Zuhause. Straende wie „Bells Beach“ sind in aller Munde und man recht schnell ersehen weshalb: Die Kueste ist schier endlos, das Wasser ist rau, die Wellen von klein bis wuchtig. Die Aussicht ist einfach wunderschoen und definitiv nicht vergleichbar mit der Ostkueste. Surfen ist hier solch Vergnuegen, dass die Locals alle nach der Arbeit gegen 16 Uhr Wellenreiten kommen bis die Sonne untergeht. Verrueckt finde ich die Surfer, denn es sind nur 12 Grad und sie tummeln sich im rauen Wasser um auf die perfekte Welle zu warten. Wie durchtrainiert sie alle sind…da koennte man glatt neidisch werden. Ich nehme mir vor auch bald mit dem Surfen zu beginnen (hoffentlich setze ich es um, haha).

Nur 5 Minuten nachdem wir wieder im Auto sitzen, trauen wir unseren Augen nicht. Wir sind von Feldern umzingelt und es sind ueberall Kaengurus zu sehen. Riesige Kaengurus…waeren sie doch nur nicht so scheu. Ein Foto von Weitem war uns gerade so gegoennt. Herrlich.

Etwa 17 Uhr kommen wir in Lorne an und klappern alle oeffentlichen Toiletten ab. Erfolgreich! Wir finden eine heisse und kostenlose Dusche…ein Traum.

Wir sind hundemuede und ueberlegen wo wir schlafen wollen. Caravan Parks, Hotels, B&B , Camping Sites – alles da. Kostenlose Camps gab es aber nur fuer Zelte und Geld ausgeben wollten wir nicht. Also fahren wir den Huegel etwas nach oben und stellen uns in eine der vielen Strassen. Ich kann mir gut vorstellen, was hier in den Sommermonaten fuer ein Betrieb ist. Der Ort ist so klein und doch so beladen mit Unterkuenften. Zum Glueck koennen wir die gesamte Leere des Ortes geniessen, da es ja „Winter“ ist.


338 – Hammonds Road Camground
339 – Big Hill Campground
340 – Sharps Track caming area
341 – Jamieson Track ca,ping area
342 – Wye River campsite
westlich von Lorne
343 – Barham Paradise Reserve
344 – Johanna Beach Campground
345 – Aire River East camping area
346 – Aire River West camping area
347 – Parker Hill camping area
Quelle: Guide to Free Campsites 2014-2015


28. Juni. Nachdem Jeani uns heissen Haferbrei mit Fruechten gekocht hat, freuen wir uns ungemein auf eine heisse Dusche und sind startklar fuer unseren Tag. Es steht Einiges auf dem Plan: Wir wollen zum Cape Otway und den Leuchtturm besteigen und die 12 Apostel sehen. Unser Ziel fuer den Abend ist „Colac“, wo es einen kostenlosen Campingplatz ( Meredith Park Camping Area) gibt. Auf dem Weg koennen wir  fast 2 Stunden atemberaubende Ausblicke geniessen. Die Kueste ist so wunderschoen, endlos und beruhigend. Wir wissen nun wieso die Great Ocean Road einfach nur great ist.

Kurz vor Apollo Bay in „Skenes Creek“ gibt es ein WC und eine Aussendusche, fuer diejenigen unter euch, die noch eine Dusche suchen und schon an Lorne vorbei gefahren sind.
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…und dann waren da all diese Koalas!

Endlich!!! So lange sind wir schon in Australien und ausgerechnet auf Jeanis letzten 3 Tagen sichten wir wilde Koalas! Wir biegen in Richtung Cape Otway ab und -wie immer- durchbohre ich die Waelder nach moeglichen Koalas und Kaengurus und „Da! Da! Jeani halt an! Da sind Koalas!“ Wir fahren links ran und finden innerhalb von wenigen Minuten 4 Koalas auf vier verschiedenen Baeumen. Ein paar weitere Reisende haben sie ebenfalls entdeckt. Recht selten ist es, dass man aktive Koalas sichtet, umso mehr freuen wir uns, dass einer der Koalas euphorisch durch die Baumkronen klettert.


Ganz begeistert fahren wir weiter zum Cape Otway, dem zweit suedlichsten Punkt Australiens. Die Kueste ist aufgrund seines Wellengangs so gefaehrlich, dass zwischen 1830 und 1930 fast 200 Schiffe versenkt wurden. Wir kommen am Leuchtturm an und sind leicht geschockt, dass wir fuer Eintritt 17$ zahlen muessen. Wir ueberlegen zweimal, aber entscheiden uns dafuer und bereuen es nicht. Es ist nicht nur der Ausblick, den man vom Turm aus geniessen kann, sondern auch kleine Ausstellungen und ein kleines nachgebautes Aborigines Haus. Dort kann man Einiges ueber die Kultur der Ureinwohner erfahren und wenn man Glueck hat, geraet man in eine wunderbare Konversation mit Dale. Wer wirklich etwas mehr ueber Australien, dessen Geschichte und Kultur erfahren moechte, sollte ihn ansprechen. Wir haben letztendlich ueber eine Stunde mit ihm geredet und er war grossartig. Ich rede nicht von einem Touristengespraech, sondern vielmehr haben wir ueber das Leben, wie es ist, gesprochen und uns auf Anhieb gemocht. Es war ein sehr ehrliches Gespraech ueber die Schoenheit und die Haesslichkeit Australiens und wohl der erste wahre Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart des Landes. Zudem haben wir einen wunderbaren Einblick in Australiens Geschichte genossen. Allein Dale ist die 17$ pro Person wert! ;-)

Nachdenklich begeben wir uns zurueck zum Auto und fahren weiter zu den 12 Aposteln. Es waren nicht mehr ganz zwei Stunden dorthin und ich brauche gar nicht erst grosse Geschichten hierzu schreiben, denn die Bilder sprechen genuegend Worte. Gegen einen Helikopterflug haben wir uns entschieden, denn 15 Min fuer 230$ finde ich ehrlich gesagt horrend! Stattdessen laufen wir die Aussichtspunkte ab und geniessen die Kulisse.

Nun ist es schon nach 16 Uhr und wir beschliessen in Richtung Colac zu fahren. Es ist ziemlich kalt und wir kochen nach Ankunft in der Meredith Park Camping Area noch schnell Pasta, bevor es ins warme Auto geht.

29. Juni. Es ist noch nicht einmal 7.30 Uhr und ich bin hellwach. Langweile mich. Dann beschliesse ich Jeani zu wecken, bereue es jedoch schnell, denn ihre Nacht war nicht so erholsam wie meine. Sie hat kaum geschlafen, doch tapfer steht sie mit mir auf. Wieder einmal kochen wir uns leckeren Haferbrei mit Mango, Birne und Banane und beschliessen, dass wir langsam in Richtung Melbourne fahren (etwa 2,5h). Wenigstens aus „Anstand“ sollten wir uns Melbourne ein wenig anschauen, wenn wir schon einmal hier sind, oder?

Parken in Melbourne – ein Desaster

Unser Plan war: Wir stellen das Auto irgendwo in der City ab und erkunden zu Fuss. Oops! Da ist uns ein Denkfehler unterlaufen, denn wir sind nicht mehr in unseren feinen Kleinstaedten, wo alles kostenlos ist. Nein, wir sind in Melbourne, wo man ab 4$ pro Stunde parken darf… Wir sind allerdings nicht bloed und finden ziemlich schnell kostenlose Parkplaetze mit wunderbarer Verkehrsanbindung.


Von hier sind wir innerhalb von 15 Min in der Flinders Street – optimal!

eine Rundfahrt durch Melbourne und sehr leckere Pancakes

Nunja, ich muss zugeben, dass wir nicht soo enthusiastisch sind wie man es sein koennte. Wir wollen eigentlich mit dem Free Tourist Bus Melbourne erkunden, doch erfahren wir in der Tourist Information, dass dieser Bus seit ein paar Wochen nicht mehr kostenlos ist. Er kostet nun 10$ fuer ein 2-Tagesticket. Klar, das ist um einiges guenstiger das der typische Touristenbus fuer 30$+, aber fuer 3 Stunden benoetigen wir dies nicht. Doch dann faellt uns auf, dass Melbourne’s Innenstadt zum Grossteil kostenlos zu befahren ist (Free Tram-Zone) und es sogar eine Circle Tram gibt, welche kostenlos an den wichtigsten Orten -auch ausserhalb der Free-Zone- entlang faehrt. In dem Moment, in welchem wir die Strassenbahn betreten, bereuen wir es aber auch schon wieder, da es knackevoll ist. Das Aergerliche ist, dass mehr Einheimische als Touristen in der Bahn sitzen (da sie Ticket-Geld sparen wollen) und man kaum Platz zum Stehen findet. Man bemerke: es ist Winter, wie sieht das dann in der Hauptsaison aus? Ich moechte nicht darueber nachdenken. Positiv ist, dass es ueber Lautsprecher Erlaeuterungen zu den Sehenswuerdigkeiten gibt. Negativ ist, dass man es nicht verstehen kann, denn die Bahn ist einfach zu voll und dementsprechend zu laut. Schade. Nach einer guten Stunde kommen wir wieder an der Flinders Street an und schlendern durch die Strassen. Nachdem wir uns im The Pancake Parlour je zwei sehr verlockende Pancakes gegoennt haben, machen wir uns auf den Weg zu Fitness First. Zum Einen hat Jeani grosses Interesse daran, die Studios in Australien auszuprobieren. Zum Anderen muessen wir schleunigst die Kalorien verbrennen! Umso schrecklicher ist der Moment, als wir uns auf die Waage stellen und das Unfassbare lesen: ich habe 3 kg zugenommen und Jeani 5kg!? Die Waage muss kaputt sein…ganz eindeutig (es hatte sich herausgestellt die Waage war ganz und gar nicht kaputt!) Allein aus diesem Grund, habe ich mich entschieden eine Beitragsreihe zum Thema Ernaehung und Gewichtsbooster als Reisende zu schreiben (folgt demnaechst).

eine Sekundenangelegenheit

Der Kurs war gut und etwas anstrengend (Muskelkater folgte zwei Tage spaeter haha) und dann ist es auch schon 21 Uhr. Wir hatten noch fast 1,5h bis wir unsere letzte Bahn nehmen mussten, welche uns in Richtung Flughafen fuehrt. Wir wuerden 21.30 am Auto ankommen, haben Zeit etwas zu kochen, das Geschirr vom Mittag abzuwaschen, zu Tanken und das Auto abzugeben.
Doch dann begann das Unheil. Wir haben beide telefoniert und sind 2km zu weit gefahren. Verdammt. Wir durften den Weg nicht nur zurueck laufen, nein wir mussten rennen, denn in 7 Min kommt unsere Strassenbahn. Natuerlich haben wir die Bahn um Sekunden verpasst und konnten dieser noch zuwinken. Nochmals verdammt. Als waere das nicht schon nervig genug gewesen, stellen wir fest, dass erst in 20 Min. eine weitere Bahn faehrt. Warten wir, sind wir erst 22:09 am Auto…20 Min fuer Tanken, Abwaschen und Auto abgeben. Niemals! Ich beschliesse, dass wir die 2,6km laufen, nein rennen muessen. Das mit dem Rennen hat nicht ganz geklappt (ich glaube Jeani hasste mich in dem Moment als ich immer wieder schrie „Renn!“ „Schneller!“), aber dennoch waren wir 22:02 am Auto. Nun musste alles SEHR schnell gehen. Wir fahren zur BP und Tanken, rasen zur Abgabestation und schmeissen alle Sachen irgendwie in Tueten, stopfen den Rest in Jeanis Rucksack und ich wasche im Dunkeln mit etwa 200ml das Geschirr ab (keine Ahnung ob es wirklich sauber war). 22:15..in 4 Minuten kommt unsere Bahn. „Niemals schaffen wir diese scheiss Bahn! Schneller! Scheissseee!“ Ich schnalle so viele Tueten wie moeglich mit dem Karabiner an meinen Rucksack und sage Jeani, dass sie einfach zur Bahn rennen soll. Ich sprinte zum Hostel neben Juicy und unterbreche unglaublich unhoeflich eine Konversation und schmeisse ihr foermlich den Schluessel entgegen. „I gotta catch my train I am so sorry,bye!“
Und da war sie: Die Bahn! Und wir stehen auf der falschen Strassenseite….na herzlichen Dank. Ich rufe zu Jean herueber, dass wir auf die andere Seite muessen und sie rennen soll und das tat sie – mit insgesamt 24kg Gepaeck (mal so am Rande…sie wiegt nur 47kg). Zu unserem Glueck hat die Fahrerin uns gesehen und wartet auf uns. Vollkommen erledigt sitzen wir in der Bahn. Das war eine Sekunden-Angelegenheit. Hatten wir ein Glueck.

Es ist also noch nicht ganz 0 Uhr und wir sind am Flughafen. Mein Flug geht 8 Uhr und ich sollte schlafen, doch ich hatte einen grossen Fehler gemacht: ich habe 17 Uhr einen Kaffee getrunken. Also bin ich bis 4 Uhr wach und langweile mich, waehrend Jeani schlaeft. Ein was Gutes hatte es ja, denn ich habe endlich mal Zeit Postkarten zu schreiben. Die waren schon laengst ueberfaellig. Und dann kam mir noch eine Idee. Ich bestelle Jeani das Buch „The Happiness Project“ nach Berlin, ich liebe dieses Buch und hoffe sie tut es auch.

4 Uhr geht dann mein Licht im Kopf aus und ich schaffe es eine ganze Stunde zu schlafen. Zum Fruehstueck bestellte ich mir fuer insgesamt 4$ 4 Pancakes und war danach voellig satt. Noch 2 Stunden und dann wuerden sich unsere Wege trennen. Jeani war nervoes, da fuer sie die Reise zu Ende war. Ich war nervoes, weil mir bewusst wurde, dass wir dann ganz alleine hier sind. Tausend Gedanken rasen mir durch den Kopf, die ich wie immer erfolgreich beiseite schiebe. Fuer den Moment.

Good Bye…

7 Uhr war es dann soweit. Ich machte mich auf zu meinem Gate und die Verabschiedung stand an. Eine kurze Umarmung und ein „Guten Flug, pass auf dich auf. Wir hoeren uns spaeter.“ So stellt man sich keine Verabschiedung auf unbestimmte Zeit vor, oder? Sicher nicht, aber es war leichter.

8:00 sass ich im Flieger und als wir abheben erschleagt es mich: Das war’s. Dann ueberkam mich die Traurigkeit.

Veröffentlicht in Australia

Cape Otway, thoughts & moments

Cape Otway

Cape Otway is one of many famous stops along the Great Ocean Road. Why? I guess because there’s so much to do and so much to see. You are close to accesses to great walks in the Great Otway National Park such as the track to the Phantom Falls. Also the famous Great Ocean Walk, which has an extension of far more than 100 km leads you through Cape Otway. Birdwatching, Horse Trail riding, Mountainbiking, Kayaking only to name a few of Otways recreational activities. It’s somewhat endless to write down every single activity but HERE you can check out what you favor.

On our way to Cape Otway

However, we had only limited time and headed straight to the Lighthouse at the tip of Cape Otway. On our way we were so lucky to see a handful of wild koalas. As we learned, those animals are usually quite lazy. Thus most of the day, they’re asleep. The more excited we had been, when we spotted one koala which energetically climbed from branch to branch. I thought he was showing off a little bit, or maybe he was simply looking for some delicious leaves to eat. Anyways, we took some nice picures and enjoyed those moments fully. After a while we moved on towards the lighthouse.
As we arrived, I have to admit, we were shocked that they asked for 17$ admission.

Is the Otway lighthouse worth 17$?

Obviously we couldn’t answer that question before finding it out for ourselves. We decided to pay, got handed over a map and studied it carefully. Alright, it’s not only a lighthouse. It is history, a few exhibitions and a small „center“ where you can learn about Aboriginal heritage. Well, that sounds interesting. We walked the roundtrip clockwise and passed a „movie theatre“ where a movie is played. It gives you all kind of information about findings of dinosaurs artefacts. In fact, there were some leftovers right next to that little house, which you can examine yourself. Furthermore they have an exhibition in the former transmitting house. Hard to believe so many people worked and lived in this place not too long ago. Not too long before that, Aborigines had lived in this area. Where had they gone? Hm.
The lighthouse is beautiful. It exactly looks like the one you could buy as a postcard motive. Traditional could be the right description. We climbed up its narrow an steep staircase and entered a tiny room. A man is sitting here and apparently taking care of visitors. I asked him whether he had sighted some whales these days. Last sighting had been made on June 25th, only 3 days ago. However, no sightings since then. I have to admit, I was a little sad.
As some other visitors left the viewing platform, we entered it and were almost blown away – literally. It was so windy, I struggled to walk straight. As expected, the view was stunning. The sea was rough, the coastline beautiful and the ocean seemed endless. It was a pleasure to take some nice pictures, even though it turned out to be quite difficult with that extend of wind.

Jeani and I walked towards the Aboriginal spot and noticed a hut-like stone built house. Smoke was coming out of it. We entered the hut and looked around. Here, the map said, we could gather some information about Aboriginal culture. There was a man sitting, but he seemed a little reluctant. I studied the map of Australia with all those different marked territories, but honestly I didn’t understand the scheme. I decided to ask him and from this moment Jeani and I got drawn into another world.
Dale was his name and a simple question transformed into a very long, intense and interesting conversation. When he explained what Australia looked like a long time ago, before the settlement, he told the story as if he’d be one of this Aboriginal tribe. He visualised their rites and traditions, told us about earlier 800 languages and songs as a common language inbetween different tribes. For a moment I wondered: „Is he telling his own story? Can’t be, he doesn’t look like an Aboriginal, neither does he look like living in a hut.“ His tellings were full of life. He’s definately in the right spot. Hopefully they will hold on to him for a long time.  At this point we knew: 17$ admission is justified. Adding up the exhibitions, the charming cafe and this awesome moments right there in the hut, we did it correctly by going in here. Our conversation transformed into a very honest, insighting and interesting talk. We enjoyed every minute of it. We can’t believe more than one hour had passed by so quickly, but yeah..it did. I am sure we could have kept talking until sunsunset, but unfortunately we didn’t have the time – which was a shame.

I usually don’t write blogspots on just someone, but he made us think. He gave us a real insight. We widened some viewing angles on particular matters. But mostly I loved that recognition that somehow all of us are foreigners. Or maybe we’e not? Colour doesn’t mean anything after all – well at least it shouldn’t! The whole world is a melting pot – and that’s not a bad thing at all. So many questions had been asked and so many conclusions had been made.

What is life about?

I think it is about meeting people. It’s about meeting different people, too. What would we be learning hanging out only with ourselves? Not much, that I am sure of. So far I can tell, that I have learned most from „foreign“ people, from different cultures. Talking to „foreigners“ widenes my perception of many aspects in life. And yeah, this one meant a lot to us! Thank you Dale.

Whoever is going to Visit Cape Otway, I hope you are spending your 17$ and have a great time -just as we did!

Dale, in case you read this: We should have taken a picture with you! I wish I could give this article a face. Take care :-) we’ll hopefully meet again!