26 Juni. Heute fliege ich am Abend von Brisbane nach Melbourne. Es wird das letzte Mal sein, dass ich Jeani sehe, bevor sie zurueck nach Deutschland fliegt. Zwei Monate ohne sie sind bereits vergangen und es war nicht so schlimm. Tja, aber dieses Mal wuerde der Abschied anders sein, denn sie ist nicht mehr „in der Naehe“, sondern wuerde schon bald am anderen Ende der Welt sein. Wie es mir dann wohl gehen wird? Ueber diese Frage habe ich schon oefter nachgedacht und von Tag zu Tag tat ich es oefter. Im Verdraengen bin ich aber ziemlich gut, also fliege ich unbekuemmert nach Melbourne!
ein Sleepover im Melbourne Flughafen
23:20 lande ich in Melbourne und umarme Jeani zum ersten Mal nach genau 2 Monaten. Ein letztes Abenteuer wartete auf uns: Wir beschliessen mitten in der Nacht am Flughafen (der Versuch zu schlafen war vergeblich, denn es gab viel zu viel zu bereden!), dass wir so gar keine Lust haben in Melbourne zu bleiben. Innerhalb der vergangenen Monate haben Marco, Jeani und ich das Gefuehl entwickelt, dass wir das Leben auf dem Land viel mehr geniessen und eine grosse Stadt wuerde uns jetzt einfach erschlagen. Was waren unsere Optionen?
Wieso fahren wir nicht einfach zur Great Ocean Road?
1 Uhr Nachts kommt mir die Idee: Lass uns doch einfach einen Mietwagen nehmen und wegfahren! Jeani findet die Idee auch gut und letztendlich wuerden wir preislich wohl vergleichbar fahren, als wuerden wir in Melbourne bleiben. Ein vernuenftiges Hostel (worauf wir gar keine Lust haben) kostet mindestens 21$ p.P. pro Nacht, Couchsurfing hatte nicht geklappt. Wir recherchieren schnell online und bringen in Erfahrung, dass ein Thrifty Auto fuer 3 Tage etwa 230$, ein Mighty Camper etwa 220$ und ein Jucy Sleeper nur 90$ kostet! 10 Uhr oeffnet Jucy in St. Kilda und wir wollten puenktlich dort sein, also versuchen wir 2 Uhr dann doch noch zu schlafen.
27. Juni. 5:40 Uhr erwachen wir von der Eiseskaelte und dem Laerm auf dem Flughafen. Wir gehen heiss duschen und machen uns auf den Weg nach St. Kilda.
Flughafentransfer & Melbourne erkunden
Fuer alle, die von Melbourne in die City muessen, wird sich die Frage stellen: Wie komme ich am besten und/oder am guenstigsten dorthin? Hier 3 Moeglichkeiten:
- Ihr fahrt mit dem Skybus (18$) oder den GreenBus (14$, reservieren) direkt zum Hauptbahnhof oder meist zur Flinders Street. Weiterhin muesst ihr aber – wenn ihr ausserhalb der kostenlosen Tram-Zone fahren wollt – noch eine Myki-Fahrtkarte kaufen. Das bedeutet weitere 6$ Kartenpreis plus Guthaben fuer die Fahrten.
- Wenn ihr nach St. Kilda fahren muesst, dann koennt ihr den St Kilda Shuttle Bus nehmen, welcher 25$ kostet. (puh, ist das teuer…)
- Macht es wie wir!
Wir haben uns eine Myki Karte gekauft und sind mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt gefahren. Ihr nehmt den Bus 901 und fahrt zur Broadmeadows Train-Station, wo ihr mit dem Zug zur Flinders Street fahrt. Selbstverstaendlich koennt ihr auch frueher aussteigen. Ihr seid nun mittem im Zentrum. Dauer: 1:18h.
Myki
Am Flughafen koennt ihr ein „Tourist Package“ kaufen, welches 14$ kostet. 6$ kostet die Karte selbst (die Karte ist dann 3 Jahre gueltig) und bereits 8$ Guthaben befindet sich auf der Karte. Dieses Guthaben entspricht etwa einer Tageskarte. Eine 2h – Fahrkarte kostet 3,49$. Ohne eine Myki -Karte koennt ihr keine Verkehrsmittel nutzen, welche sich ausserhalb der „Free Tram Zone“ befinden. Alles Infos zu Myki findet ihr hier.
Free Tram Zone Melbourne
Hier koennt ihr ganz einfach eure Routen mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln planen.
10:15 Uhr kommen wir bei Jucy an und haben etwa 1 Stunde spaeter ein Mini-Camper vom 27.-29. Juni. Wir geben ihn Nachts wieder ab und koennen somit 3 volle Tage geniessen. Es kostet uns 142$ (ohne Selbstbeteiligung waeren es 220$). Der „el Cheapo“ fuer nur 90$ war schon ausgebucht. Aber hey, immerhin haben wir einen DVD Player ueber dem Bett (zu schade, wir hatten zufaellig keine DVD dabei) und mehr Platz.
Jucy – One Way to Happiness
Jucy – One Way to Happiness
Jucy – One Way to Happiness
Jucy – One Way to Happiness
Voller Freude decken wir uns mit Lebensmitteln ein und fahren los in Richtung Great Ocean Road. Zugegeben, wir waren erschlagen von Melbourne, denn in groesseren Staedten waren wir laenger nicht mehr. Wir fanden die Menschen auch ehrlich gesagt alles andere als zuvorkommend. Wir sind Anderes von den Australiern gewohnt, aber ja ich habe mich wie in Berlin gefuehlt. Und dieses Gefuehl mag ich nicht. Nach etwa 40 Min. Fahrt haben wir Melbourne hinter uns gelassen und freuen uns. Sonne war leider Mangelware, aber wenn wir eins gelernt haben, dann ist es die Tatsache, dass das Wetter nicht ausschlaggebend ist.
Unser heutiges Ziel ist „Lorne“ und auf dem Weg dorthin haben wir in Torquay unseren ersten Kuestenstopp gemacht. Torquay ist wirklich klein, aber beruehmt fuer das verbreitete Surf-Vergnuegen. Marken wie Ripcurl und Quicksilver sind hier Zuhause. Straende wie „Bells Beach“ sind in aller Munde und man recht schnell ersehen weshalb: Die Kueste ist schier endlos, das Wasser ist rau, die Wellen von klein bis wuchtig. Die Aussicht ist einfach wunderschoen und definitiv nicht vergleichbar mit der Ostkueste. Surfen ist hier solch Vergnuegen, dass die Locals alle nach der Arbeit gegen 16 Uhr Wellenreiten kommen bis die Sonne untergeht. Verrueckt finde ich die Surfer, denn es sind nur 12 Grad und sie tummeln sich im rauen Wasser um auf die perfekte Welle zu warten. Wie durchtrainiert sie alle sind…da koennte man glatt neidisch werden. Ich nehme mir vor auch bald mit dem Surfen zu beginnen (hoffentlich setze ich es um, haha).
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Nur 5 Minuten nachdem wir wieder im Auto sitzen, trauen wir unseren Augen nicht. Wir sind von Feldern umzingelt und es sind ueberall Kaengurus zu sehen. Riesige Kaengurus…waeren sie doch nur nicht so scheu. Ein Foto von Weitem war uns gerade so gegoennt. Herrlich.
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Torquay – One Way to Happiness
Etwa 17 Uhr kommen wir in Lorne an und klappern alle oeffentlichen Toiletten ab. Erfolgreich! Wir finden eine heisse und kostenlose Dusche…ein Traum.
hot shower in Lorne
free camps
Wir sind hundemuede und ueberlegen wo wir schlafen wollen. Caravan Parks, Hotels, B&B , Camping Sites – alles da. Kostenlose Camps gab es aber nur fuer Zelte und Geld ausgeben wollten wir nicht. Also fahren wir den Huegel etwas nach oben und stellen uns in eine der vielen Strassen. Ich kann mir gut vorstellen, was hier in den Sommermonaten fuer ein Betrieb ist. Der Ort ist so klein und doch so beladen mit Unterkuenften. Zum Glueck koennen wir die gesamte Leere des Ortes geniessen, da es ja „Winter“ ist.
338 – Hammonds Road Camground
339 – Big Hill Campground
340 – Sharps Track caming area
341 – Jamieson Track ca,ping area
342 – Wye River campsite
westlich von Lorne
343 – Barham Paradise Reserve
344 – Johanna Beach Campground
345 – Aire River East camping area
346 – Aire River West camping area
347 – Parker Hill camping area
Quelle: Guide to Free Campsites 2014-2015
28. Juni. Nachdem Jeani uns heissen Haferbrei mit Fruechten gekocht hat, freuen wir uns ungemein auf eine heisse Dusche und sind startklar fuer unseren Tag. Es steht Einiges auf dem Plan: Wir wollen zum Cape Otway und den Leuchtturm besteigen und die 12 Apostel sehen. Unser Ziel fuer den Abend ist „Colac“, wo es einen kostenlosen Campingplatz ( Meredith Park Camping Area) gibt. Auf dem Weg koennen wir fast 2 Stunden atemberaubende Ausblicke geniessen. Die Kueste ist so wunderschoen, endlos und beruhigend. Wir wissen nun wieso die Great Ocean Road einfach nur great ist.
Great Ocean Road
Great Ocean Road
Great Ocean Road
Great Ocean Road
Great Ocean Road
Great Ocean Road
Great Ocean Road
Great Ocean Road
Kurz vor Apollo Bay in „Skenes Creek“ gibt es ein WC und eine Aussendusche, fuer diejenigen unter euch, die noch eine Dusche suchen und schon an Lorne vorbei gefahren sind.

…und dann waren da all diese Koalas!
Endlich!!! So lange sind wir schon in Australien und ausgerechnet auf Jeanis letzten 3 Tagen sichten wir wilde Koalas! Wir biegen in Richtung Cape Otway ab und -wie immer- durchbohre ich die Waelder nach moeglichen Koalas und Kaengurus und „Da! Da! Jeani halt an! Da sind Koalas!“ Wir fahren links ran und finden innerhalb von wenigen Minuten 4 Koalas auf vier verschiedenen Baeumen. Ein paar weitere Reisende haben sie ebenfalls entdeckt. Recht selten ist es, dass man aktive Koalas sichtet, umso mehr freuen wir uns, dass einer der Koalas euphorisch durch die Baumkronen klettert.
Koalas One way to Happiness
Koalas One way to Happiness
Koalas One way to Happiness
Koalas One way to Happiness
Koalas One way to Happiness
Koalas One way to Happiness
Koalas One way to Happiness
Koalas One way to Happiness
Ganz begeistert fahren wir weiter zum Cape Otway, dem zweit suedlichsten Punkt Australiens. Die Kueste ist aufgrund seines Wellengangs so gefaehrlich, dass zwischen 1830 und 1930 fast 200 Schiffe versenkt wurden. Wir kommen am Leuchtturm an und sind leicht geschockt, dass wir fuer Eintritt 17$ zahlen muessen. Wir ueberlegen zweimal, aber entscheiden uns dafuer und bereuen es nicht. Es ist nicht nur der Ausblick, den man vom Turm aus geniessen kann, sondern auch kleine Ausstellungen und ein kleines nachgebautes Aborigines Haus. Dort kann man Einiges ueber die Kultur der Ureinwohner erfahren und wenn man Glueck hat, geraet man in eine wunderbare Konversation mit
Dale. Wer
wirklich etwas mehr ueber Australien, dessen Geschichte und Kultur erfahren moechte, sollte ihn ansprechen. Wir haben letztendlich ueber eine Stunde mit ihm geredet und er war grossartig. Ich rede nicht von einem Touristengespraech, sondern vielmehr haben wir ueber das Leben, wie es ist, gesprochen und uns auf Anhieb gemocht. Es war ein sehr ehrliches Gespraech ueber die Schoenheit und die Haesslichkeit Australiens und wohl der erste wahre Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart des Landes. Zudem haben wir einen wunderbaren Einblick in Australiens Geschichte genossen. Allein Dale ist die 17$ pro Person wert! ;-)
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Cape Otway – One way to Happiness
Nachdenklich begeben wir uns zurueck zum Auto und fahren weiter zu den 12 Aposteln. Es waren nicht mehr ganz zwei Stunden dorthin und ich brauche gar nicht erst grosse Geschichten hierzu schreiben, denn die Bilder sprechen genuegend Worte. Gegen einen Helikopterflug haben wir uns entschieden, denn 15 Min fuer 230$ finde ich ehrlich gesagt horrend! Stattdessen laufen wir die Aussichtspunkte ab und geniessen die Kulisse.
Great Ocean Road – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
Great Ocean Road – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
Great Ocean Road – One way to Happiness
12 Apostel – One way to Happiness
Nun ist es schon nach 16 Uhr und wir beschliessen in Richtung Colac zu fahren. Es ist ziemlich kalt und wir kochen nach Ankunft in der Meredith Park Camping Area noch schnell Pasta, bevor es ins warme Auto geht.
29. Juni. Es ist noch nicht einmal 7.30 Uhr und ich bin hellwach. Langweile mich. Dann beschliesse ich Jeani zu wecken, bereue es jedoch schnell, denn ihre Nacht war nicht so erholsam wie meine. Sie hat kaum geschlafen, doch tapfer steht sie mit mir auf. Wieder einmal kochen wir uns leckeren Haferbrei mit Mango, Birne und Banane und beschliessen, dass wir langsam in Richtung Melbourne fahren (etwa 2,5h). Wenigstens aus „Anstand“ sollten wir uns Melbourne ein wenig anschauen, wenn wir schon einmal hier sind, oder?
Parken in Melbourne – ein Desaster
Unser Plan war: Wir stellen das Auto irgendwo in der City ab und erkunden zu Fuss. Oops! Da ist uns ein Denkfehler unterlaufen, denn wir sind nicht mehr in unseren feinen Kleinstaedten, wo alles kostenlos ist. Nein, wir sind in Melbourne, wo man ab 4$ pro Stunde parken darf… Wir sind allerdings nicht bloed und finden ziemlich schnell kostenlose Parkplaetze mit wunderbarer Verkehrsanbindung.
Von hier sind wir innerhalb von 15 Min in der Flinders Street – optimal!
eine Rundfahrt durch Melbourne und sehr leckere Pancakes
Nunja, ich muss zugeben, dass wir nicht soo enthusiastisch sind wie man es sein koennte. Wir wollen eigentlich mit dem Free Tourist Bus Melbourne erkunden, doch erfahren wir in der Tourist Information, dass dieser Bus seit ein paar Wochen nicht mehr kostenlos ist. Er kostet nun 10$ fuer ein 2-Tagesticket. Klar, das ist um einiges guenstiger das der typische Touristenbus fuer 30$+, aber fuer 3 Stunden benoetigen wir dies nicht. Doch dann faellt uns auf, dass Melbourne’s Innenstadt zum Grossteil kostenlos zu befahren ist (Free Tram-Zone) und es sogar eine Circle Tram gibt, welche kostenlos an den wichtigsten Orten -auch ausserhalb der Free-Zone- entlang faehrt. In dem Moment, in welchem wir die Strassenbahn betreten, bereuen wir es aber auch schon wieder, da es knackevoll ist. Das Aergerliche ist, dass mehr Einheimische als Touristen in der Bahn sitzen (da sie Ticket-Geld sparen wollen) und man kaum Platz zum Stehen findet. Man bemerke: es ist Winter, wie sieht das dann in der Hauptsaison aus? Ich moechte nicht darueber nachdenken. Positiv ist, dass es ueber Lautsprecher Erlaeuterungen zu den Sehenswuerdigkeiten gibt. Negativ ist, dass man es nicht verstehen kann, denn die Bahn ist einfach zu voll und dementsprechend zu laut. Schade. Nach einer guten Stunde kommen wir wieder an der Flinders Street an und schlendern durch die Strassen. Nachdem wir uns im The Pancake Parlour je zwei sehr verlockende Pancakes gegoennt haben, machen wir uns auf den Weg zu Fitness First. Zum Einen hat Jeani grosses Interesse daran, die Studios in Australien auszuprobieren. Zum Anderen muessen wir schleunigst die Kalorien verbrennen! Umso schrecklicher ist der Moment, als wir uns auf die Waage stellen und das Unfassbare lesen: ich habe 3 kg zugenommen und Jeani 5kg!? Die Waage muss kaputt sein…ganz eindeutig (es hatte sich herausgestellt die Waage war ganz und gar nicht kaputt!) Allein aus diesem Grund, habe ich mich entschieden eine Beitragsreihe zum Thema Ernaehung und Gewichtsbooster als Reisende zu schreiben (folgt demnaechst).
eine Sekundenangelegenheit
Der Kurs war gut und etwas anstrengend (Muskelkater folgte zwei Tage spaeter haha) und dann ist es auch schon 21 Uhr. Wir hatten noch fast 1,5h bis wir unsere letzte Bahn nehmen mussten, welche uns in Richtung Flughafen fuehrt. Wir wuerden 21.30 am Auto ankommen, haben Zeit etwas zu kochen, das Geschirr vom Mittag abzuwaschen, zu Tanken und das Auto abzugeben.
Doch dann begann das Unheil. Wir haben beide telefoniert und sind 2km zu weit gefahren. Verdammt. Wir durften den Weg nicht nur zurueck laufen, nein wir mussten rennen, denn in 7 Min kommt unsere Strassenbahn. Natuerlich haben wir die Bahn um Sekunden verpasst und konnten dieser noch zuwinken. Nochmals verdammt. Als waere das nicht schon nervig genug gewesen, stellen wir fest, dass erst in 20 Min. eine weitere Bahn faehrt. Warten wir, sind wir erst 22:09 am Auto…20 Min fuer Tanken, Abwaschen und Auto abgeben. Niemals! Ich beschliesse, dass wir die 2,6km laufen, nein rennen muessen. Das mit dem Rennen hat nicht ganz geklappt (ich glaube Jeani hasste mich in dem Moment als ich immer wieder schrie „Renn!“ „Schneller!“), aber dennoch waren wir 22:02 am Auto. Nun musste alles SEHR schnell gehen. Wir fahren zur BP und Tanken, rasen zur Abgabestation und schmeissen alle Sachen irgendwie in Tueten, stopfen den Rest in Jeanis Rucksack und ich wasche im Dunkeln mit etwa 200ml das Geschirr ab (keine Ahnung ob es wirklich sauber war). 22:15..in 4 Minuten kommt unsere Bahn. „Niemals schaffen wir diese scheiss Bahn! Schneller! Scheissseee!“ Ich schnalle so viele Tueten wie moeglich mit dem Karabiner an meinen Rucksack und sage Jeani, dass sie einfach zur Bahn rennen soll. Ich sprinte zum Hostel neben Juicy und unterbreche unglaublich unhoeflich eine Konversation und schmeisse ihr foermlich den Schluessel entgegen. „I gotta catch my train I am so sorry,bye!“
Und da war sie: Die Bahn! Und wir stehen auf der falschen Strassenseite….na herzlichen Dank. Ich rufe zu Jean herueber, dass wir auf die andere Seite muessen und sie rennen soll und das tat sie – mit insgesamt 24kg Gepaeck (mal so am Rande…sie wiegt nur 47kg). Zu unserem Glueck hat die Fahrerin uns gesehen und wartet auf uns. Vollkommen erledigt sitzen wir in der Bahn. Das war eine Sekunden-Angelegenheit. Hatten wir ein Glueck.
Es ist also noch nicht ganz 0 Uhr und wir sind am Flughafen. Mein Flug geht 8 Uhr und ich sollte schlafen, doch ich hatte einen grossen Fehler gemacht: ich habe 17 Uhr einen Kaffee getrunken. Also bin ich bis 4 Uhr wach und langweile mich, waehrend Jeani schlaeft. Ein was Gutes hatte es ja, denn ich habe endlich mal Zeit Postkarten zu schreiben. Die waren schon laengst ueberfaellig. Und dann kam mir noch eine Idee. Ich bestelle Jeani das Buch „The Happiness Project“ nach Berlin, ich liebe dieses Buch und hoffe sie tut es auch.
4 Uhr geht dann mein Licht im Kopf aus und ich schaffe es eine ganze Stunde zu schlafen. Zum Fruehstueck bestellte ich mir fuer insgesamt 4$ 4 Pancakes und war danach voellig satt. Noch 2 Stunden und dann wuerden sich unsere Wege trennen. Jeani war nervoes, da fuer sie die Reise zu Ende war. Ich war nervoes, weil mir bewusst wurde, dass wir dann ganz alleine hier sind. Tausend Gedanken rasen mir durch den Kopf, die ich wie immer erfolgreich beiseite schiebe. Fuer den Moment.
Good Bye…
7 Uhr war es dann soweit. Ich machte mich auf zu meinem Gate und die Verabschiedung stand an. Eine kurze Umarmung und ein „Guten Flug, pass auf dich auf. Wir hoeren uns spaeter.“ So stellt man sich keine Verabschiedung auf unbestimmte Zeit vor, oder? Sicher nicht, aber es war leichter.
8:00 sass ich im Flieger und als wir abheben erschleagt es mich: Das war’s. Dann ueberkam mich die Traurigkeit.