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Azoren – Tag 5

Ich hatte mir einmal vorgenommen, Optimismus an den Tag zu legen. Daher werde ich jetzt nicht darüber klagen, dass es heute von 11 Uhr bis 22 Uhr komplett durch geschüttet hat. Vielmehr hatten wir (wieder einmal) ziemlich großes Glück, dass der Himmel sich „erst“ 11 Uhr dazu entschieden hat, sich fortlaufend über uns zu ergießen.

Sete Cidades

Heute war also unser Outdoor-Trip zu den Vulkankratern Programm. 9 Uhr wurden wir von einem super netten Guide abgeholt und wir waren bei der gesamten Tour auch nur 4 Personen + Guide. Das machte den Tag ziemlich flexibel und sehr persönlich. Zu Beginn sind wir nochmals zu einer (diesmal anderen) Ananas Plantage gefahren. Santo Antonio. Hier gab es zu Beginn einen eigenen Kurzfilm, was für Ben ganz nett war. Außerdem hat die Mitarbeiterin, welche sicher schon Ende 60 war, fantastisch englisch geredet und so konnte man sie mit Fragen löchern. Auf Nachfragen, ob das mit dem Englisch hier generell früher schon gelehrt wurde, erzählte sie mir, dass sie (wie viele andere auch) Verwandte in den Staaten haben. Früher, also um 1960 herum, sind massenhaft Einheimische in die USA über gesiedelt.

Nach der Plantage haben wir zwei griechische Frauen eingesammelt, wovon eine etwas Deutsch konnte. Das fand Ben super. Gemeinsam führen wir also in Richtung Sete Citades („70 Vulkane“), welche im Westen der Insel liegen. Schon entlang der Route gab es schöne Aussichten zu genießen und vor allem KÄLTE. Boah…gestern noch am Strand bei 23 Grad und heute ist bei 11°C Frieren Programm.

Als wir am Startpunkt der kleinen Wanderung zu den großen Kratern angelangt waren, zeigte das Thermometer 10°C. Oben angekommen nur noch 6°C. Dazu kam der frostige böige Wind. Ben war anfangs nicht allzu motiviert nun den ganzen Weg nach oben zu laufen, aber nach einigen Minuten hatte er sich gefangen und wir waren ihm eindeutig zu „lahm“. Den Ausblick fand er dann doch zieeeemlich cool und hat sich gefreut, als hätte man ihm ein Vanille-Eis-Abo geschenkt.

Das Dorf, in welchem wir dann eine Kleinigkeit im Imbiss/Café gegessen haben, war ziemlich klein und irgendwie sehr karg. Die Preise waren 50% von denen in und um Ponta Delgada. Das Essen war sehr einfach und doch sehr lecker. Und dann kam der Regen. So richtig…

Der Rückweg war nett anzusehen, wenn auch wenig zu genießen, da auszusteigen keine Option mehr war. Was Luis (der Guide) aber echt toll gemacht hat, war, dass er scheinbar alle Fragen zu beantworten wusste und uns total gute Einblicke in das tägliche Leben, sowie in die Geschichte der Azoren gewähren konnte.

Das haben wir heute über die Azoren gelernt…

  • Die Milchproduktion war der erste Wirtschaftszweig der Azoren und Sao Miguel war die erste Insel
  • 35% der gesamten Milch Portugals (also auch Festland) stammt von den Azoren
  • auf den Azoren gibt es unfassbar viele Käsespezialitäten
  • der Großteil des Anbaus ist und war schon immer nahezu pestizidfrei und wahrscheinlich mehr bio als „Bio in Deutschland“
  • Die schwarz-weißen Kühe sind die ertragreichsten und hiesig anpassungsfähigsten Milchkuh-Arten, weswegen 9 von 10 Kühen auf den Azoren eben diese sind
  • bis 2007 gab es nazu keine Touristen und erst 2012+ ging es richtig los
  • In nahezu allen Gebieten ist das Wasser aus der Leitung guter Trinkwasserqualität
  • Es gibt keinerlei giftige Tiere, der einzige „Räuber“ auf der Insel ist der Falke
  • Ca. 50% des Fleischkonsums produzieren die „Insulaner“ selbst, Massenhaltung existiert hier noch nicht
  • Sao Miguel hat (als einzige Azoreninsel) eine eigene Universität, an welcher man mehrere Fachrichtungen studieren kann (Wirtschaft, Architektur, Ingenieurwesen und (Meeres)Biologie… )
  • In Ponta Delgada (Hauptstadt der gesamten Azoren) leben super viele Studenten und temporäre residents sowie saisonale Rentner
  • Sao Miguel ist die einzige Insel, auf welcher es die Ananas Plantagen gibt
  • Ananas werden nur innerhalb der Azoren ausgeliefert, da es kaum Überschuss für den Export gibt
  • der Ananas Anbau ist recht aufwendig und teuer, Handwerk und nicht industriell, weshalb auch preislich kein Exportgeschäft lohnt
  • die Ananas sind schadstoff- und pestizidfrei
  • Das Wetter in diesem Mai ist sehr untypisch und eher winterlich
  • im Sommer werden es meist 26-30°C
  • die Flughäfen der Azoren sind ziemlich gefährlich, da die extremen Seitenwinde tückisch sind, mal ganz zu schweigen vom Regen an 150 von 365 Tagen

Hintendran noch ein Road trip auf eigene Faust

Etwa 13.30 Uhr sind wir wieder Zuhause abgesetzt worden und fragten uns: Und was nun? Besseres Wetter war heute nicht mehr zu erwarten. Buddeln am Strand daher keine Option. Ich wollte doch aber noch sooo gerne mehr von der Insel sehen. Ben hatte einen Vorschlag: „Mama, komm wir fahren jetzt einmal bis ganz ans andere Ende da rechts!“ Da hab ich mich doch stark gewundert. Nach etwa 3h Busgefahre. Aber natürlich war das noch nicht alles: „Mama, du kannst doch fahren! Ich nehm‘ mein Tablet mit. Ich hab doch heute sowieso noch kein Tablet gehabt.“Clever ist er ja. Allerdings fand ich diese Idee attraktiv. Ich kann durch die Gegend Gondeln und er langweilt sich nicht.

Es stellte sich heraus, dass er sich auch so nicht gelangweilt hätte. Denn es boten sich wirklich sagenhafte Ausblicke an. Angefangen von nebelverhängten Seen und Bergen bis hin zu „Dampflöchern“, aus welchen die Erdwärme kochend heiß ausströmte. Als wir oben an den Klippen und, später unten am Strand, standen war es um Ben geschehen… Um mich aber auch. Australien hatte schon krasse Wellenlänge zu bieten, aber das was wir hier gesehen haben, kann man auf Fotos gar nicht festhalten.

Allgemein muss man sagen: die Insel ist unfassbar grün, gewaltig, überall von Moos bedeckt (über 400 Arten gibt es hier) und wunderschön, dass 6 Tage schon fast knapp bemessen sind, wenn man mit Menschen und Natur in Kontakt kommen will. Das Wetter ist nicht zu unterschätzen und das gilt vor allem, wenn man Outdoor Touren plant (Mountainbiken, Quad Touren, Wandern, Whale Watching,….). Der Regen ist eben kein „Plätschern“ , sondern teilweise sehr heftig und gepaart mit Winden. Ein, zwei Tage Puffer sind also ganz praktisch.

Ich bin gespannt wie morgen sein wird.

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Azoren Tag 4 – 29. Mai

Leute…ich bin so dämlich. Heute habe ich wieder einen richtigen „Sarah Fail“ hingelegt. Aber dazu komme ich gleich…

Ihr erinnert euch, gestern war der Regentag. Der Tag, an welchem wir Zuhause rumgehangen haben. Weil es hat ja geregnet. So richtig doll. Und ohne Auto war das dann doch doof. Zum Glück haben wir ja ab dem 28.ein Auto gebucht. Nur noch einen Tag lokal abhängen.

Also haben wir heute nochmal 2 Stunden auf dem Spielplatz verbracht, bei der Ananas Plantage nochmals gesündigt und sind dann noch zwei Stunden durch die Stadt gegurkt, haben die Seacolors noch einmal besucht. Da haben wir auch in Erfahrung gebracht, dass wir am 27. so richtiges Glück hatten, denn heute wurde noch kein Wal gesichtet und gestern konnte gar nicht erst rausgefahren werden. Also haben wir bis 15.30 Sightseeing betrieben, um dann pünktlich 16 Uhr unser Auto abzuholen.

So. Wem von Euch ist der Fehler bereits aufgefallen? Na? Kommt schon… Überlegt mal.

Genau! Heute ist der 29. Mai. Also war gestern die Auto Abholung…..haha…..Was für ein Mist! So klar, dass ich so etwas verpeile. Der Spaß hat mich 80 Euro extra gekostet. Was habe ich daraus gelernt? Ich trage mir ab sofort alle Pick-up und Drop-off Zeiten in den Kalender ein. Nun bleibt die Hoffnung, dass ich auch tatsächlich in den Kalender schaue. Wenn nicht, habe ich einen lieben Mann, der mich ja glücklicherweise immer an meine Dinge erinnert :-).

Endlich mal an den Strand…BUDDELN.

Ben fragt seit 5 Tagen wann er denn nun endlich buddeln gehen kann. Nun war es zwar schon kurz vor 17 Uhr, aber versprochen ist versprochen. Das Ergebnis: ein unfassbar glückliches Kind, dass „das ist der Wahnsinn!“ schreit und voll in seinem Element ist. Na dann, jeden Tag 2 Stunden Buddeln, würde ich mal meinen.

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Azoren Tag 3 – 28.Mai

Es regnet. Ich meine so richtig….oooohne Ende…..wo das Meer ist, lässt sich nur erraten. Zeit für einen Filme-Vormittag, bis der Regen sich verzieht…also wohl doch eher ein Filme-Tag.

Ben hat einen neuen Freund namens „Balli“

Ihr denkt doch wohl nicht, er hätte einen waschechten Portugiesen aufgerissen. Nein, nein. Er hat beschlossen, dass er gerne einen Ball kaufen möchte und dieser überall und das zu jeder Zeit dabei sein soll. Gesagt getan. Balli bekommt einen eigenen Stuhl, einen eigenen Schlafplatz und wird jeden Abend ebenso geduscht.

Der erste gemeinsame Ausflug führte uns zur Ananas Plantage, welche gleich ums Eck ist. Nach der kleinen Führung gab es dann Ananas, Ananas und nochmals Ananas …in jeder erdenklichen Form: Marmelade, Kompott, Sandwich, Ananas pur, Ananassaft, Ananas-Teigtaschen, Ananaslikör, Ananaseis, ….. Ich gebe zu. Es war ziemlich lecker. Die „Führung“ hingegen war eine self-guided Tour mittels QR Codes. Semi-Cool. Da es aber auf Sao Miguel mindestens 20 Plantagen gibt, weiß ich nicht, ob das woanders besser ist. Wer das mit den QR Codes macht, kann jedenfalls viele Infos mitnehmen. Zum Beispiel, dass die Ananas 2 Jahre (!!!) braucht, um zu reifen.

Der zweite gemeinsame Ausflug war der Botanische Garten in Ponta Delgada. Ben war ziemlich begeistert von den riesigen Wurzeln der Bäume und der Wiese, auf welcher man hervorragend Ball spielen konnte… ;-)

Danach ging es mit Balli zum Abendessen in einen irischen Pub. Ben hatte Glück, die nette Kellnerin konnte etwas Deutsch. Das fand er super. Sie war auch so gesehen ein Goldstück, denn der Koch war gerade in Pause und nun mussten wir eigentlich eine halbe Stunde warten. Doch was hat sie getan? Sie hat ihm einfach selbst das Essen gemacht. Herrlich ,und so war sie bei Ben ganz ganz oben auf der Liste der heutigen Lieblingsmenschen.

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Urlaub?

Als wir hier und da von unseren Reiseplänen erzählt haben, kamen unterschiedlichste Rückmeldungen dazu. Von „Wie ihr macht das alleine!?“ bis hin zu „Wow, was für ein schöner langer Urlaub!“

Ich habe mir schon vor der Reise gedacht, dass es nicht immer „leicht“ , entspannt oder toll sein wird. Ist ja auch unrealistisch. Bei einem Urlaub von 1-2 Wochen ist jeden Tag „Urlaubsfeeling“. Meist auch in vollem Familienumfang. Jeden Tag was aufregendes erleben, Eis ohne Ende, machen was man gerade eben so mag.

Ben war die ersten 4 Tage so aufgeregt, dass alleine einschlafen keine Option war, richtig essen nicht existent und eine Flut von „Können wir das auch machen? Jetzt Mama?“ den Tag bestimmten. Ich muss sagen, ich bin erstaunt, wie er die ersten Tage gepackt hat. Mit dem ganzen aufregendem Drumherum war aber auch schnell klar: Nun geht’s an den Aufbau von Alltagsroutinen.

Er hat die Wohnung hier, die so richtig wohnlich und gemütlich ist, ganz schnell als „Zuhause“ angenommen und ich bin froh, dass es kein Hotel ist. Geschirrspüler ausräumen, Essen einkaufen, kochen, Wäsche waschen und mal den Nachmittag auf dem Sofa mit einem Film zu verbringen ist echt ein Segen.

Ben hat sich seine eigene Routine aufgebaut: Morgens den Tisch decken, im Wohnzimmer spielen und sich danach um seinen neuen Fraund „Balli“ kümmern. Außerdem wird jeden Tag der Morgenkreis gemacht, wobei ihm jeder Gegenstand als Person auf dem Stuhl neben sich recht ist. Ab und zu telefoniert er auch imaginär mit seinen Freunden. Dann muss es jeden Tag einmal den Spaziergang zum Spielplatz geben und am Abend das gemeinsame Zähneputzen mit Lesen im Anschluß. Das läuft richtig gut. Er hat auch schon verstanden, dass an „Reisetagen“ die Routinen mal nicht stattfinden. Meckern und Diskussionen gibt’s wie Zuhause auch, das Leben ist ja kein 24h-Konfettiregen. Die Momente, an denen er sich mordsmäßig erfreut sind so schön, dass der Rest schon wieder Geschichte ist.

Ich habe mich schon oft gefragt, wie das so bei Langzeitreisenden ist. Drei Monate sind ja noch überschaubar, aber Jahre… Ich bin gespannt, wie ich das in ein paar Wochen empfinden werde, aber Stand heute würde ich sagen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für Ben ein Segen wäre, an keinem Ort länger als ein paar Wochen zu bleiben.

Wie anstrengend ist es allein mit Kind zu reisen?

Vermutlich beantwortet jeder diese Frage etwas anders. Aus meiner (noch am Anfang stehenden) Perspektive: Die größte Herausforderung ist es wohl, beständige Alltagsroutinen beizubehalten, welche an jedem Ort funktionieren. Außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Antennen für Ben’s seelischem Wohlbefinden auf Höchstleistung laufen. Wie Zuhause „streiten“ geht kaum, denn er hat eben nicht „sein“ Zimmer als Rückzugsoase und weiß, dass er hier von mir abhängig ist. Dinge auf die ich keine Lust habe (zum Beispiel 2h am Spielplatz das gleiche Ballspiele spielen) kann ich nicht ausweichen, denn mit wem soll er sonst spielen? Seine Freunde sind ja nicht greifbar. Freunde, Mama und einen Teil Papa abzubilden ist also eine echte Herausforderung. Zeit für mich gibt es ab und zu am Abend, aber das war ja keine Überraschung und ist in Ordnung ;-).

Es ist kein Spaziergang und nicht jede Stunde Sonnenschein, aber ein tolles gemeinsames Erlebnis mit vielen Entdeckungen, Kompromissen, leuchtenden Kinderaugen und Verbundenheit.

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Ponta Delgada (Azoren) 27.Mai

Man, hatten wir gestern noch Glück! Ihr erinnert euch, unser Gepäck war jeweils 2 kg drüber und ich habe schon damit gerechnet, dass ich Strafe zahlen darf. Ben habe ich auch schon darauf vorbereitet. Nunja, als die nette Boarding-Angestellte dann mit einer Kofferwaage daher kam, dachte ich mir: „Selbst Schuld Sarah.“ Um alle Optionen auszuschöpfen, habe ich (Rabenmutter) Ben’s Rucksack vollgestopft und darauf vertraut, dass ja wohl niemand bei dem kleinen Spross einen schweren Rucksack vermuten würde. Wir warteten ewig. Irgendwas stimmte nicht und als das Boarding begann, war es schon so spät, dass keine Zeit blieb, Koffer zu checken. Ich werde nie vergessen wie er „gespielt unangestrengt“ das Ding durchs Gate getragen hat. Mein Junge. ;-) Danach standen wir nochmals 30 Minuten auf der Brücke und als wir dann alle wieder zurück zum Gate gebeten wurden, dachte ich mir: Karma. Aber heeeey, tatsächlich hatten wir dann schon 1 h Verspätung und als das Boarding erneut los ging hat keiner irgend etwas sehen wollen. Das war vielleicht ein Stress. Blöde Gewichtsabweichungen.

Der Flug und die wunderschöne Landung ließen allerdings alles schnell vergessen.

Waltour mit Seacolors

Heute steht unsere Whale Watching Tour statt. Ausgesucht habe ich absichtlich nicht die großen Standardunternehmen wie Futurismo, sondern einen kleinen Anbieter, die ausschließlich von Marinebiologen, Biologie Studenten und Naturwissenschaftlern allgemein, betrieben werden. Was ist bei der Buchung schon gut fand: Die Tour kann 3-5h andauern, damit wir tatsächlich auch Tiere sehen. Allerdings wird den Walen nicht auf die Pelle gerückt, nur um das beste Foto zu schießen.

Sie haben sich auch vollständig daran gehalten (im Gegensatz zu Nachbarbooten) und das fanden wir alle ziemlich cool. Klar, Ben hätte natürlich noch lieber näher dran gestanden, aber (in diesem Fall) Pottwal-Kälber zu bedrängen war keine Option!

Ben war jedenfalls mächtig aufgeregt und da der Captain meinte, dass man vielleicht mit Delfinen schwimmen kann, war er gedanklich schon im Wasser. Er hat sich sofort einen Wetsuit angezogen (für alle Fälle vorbereitet sein). Das Boot war SEHR schnell, es war eine feucht fröhliche Angelegenheit und ich war wirklich absolut begeistert, wie abenteuerlich Ben es fand. Angst 0%, Spaß 100% und er hat gesucht…gesucht…gesucht!

Wir wurden ca. 45 Minuten später mit 3 Pottwalen und einem Kalb belohnt. Ben war soo begeistert und aufgeregt. Richtig cool!

Im Anschluss sind wir dann noch auf Delfinsuche gegangen und auch nach kurzer Zeit fündig geworden. Tümmler, Tümmler und noch mehr Tümmler. Sie sind gesprungen ohne Ende (ich war natürlich immer dann nicht in Position..haha). Oh Ben fand es sooooooo schön. Er hat immerzu gefragt, ob er nun mit den Delfinen schwimmen darf. Leider waren die Tümmler aber ziemlich verstreut und eher weniger an uns interessiert, sondern haben immer wieder ihre Richtung gewechselt, um uns „los zu werden“. Um die Tiere also nicht zu bedrängen, haben wir einfach nur da gestanden und beobachtet. Auch wenn Ben’s Traum dieses Mal nicht ganz in Erfüllung gegangen ist, so meinte er heute zig mal: „Mama, das war der schönste Tag überhaupt“; „Mama das war so toll! Wann gehen wir wieder auf Bootstour?“; „Mama ich bin immer noch so aufgeregt!“

Zum Glück nur 3 Stunden später, waren wir zurück. 5 Stunden wären grenzwertig gewesen, denke ich.

gew

Und weil der Tag so schön begonnen hat, sollte er genauso schön weitergehen. Das Mittagessen war fantastisch und gestärkt sind wir den Hafen abgelaufen. Auf den Azoren sind natürliche Pools ja ganz normal und verbreitet, also dachten wir uns: Let’s go. In Australien waren die schließlich auch immer sehr angenehm. Jaaaa….in Australien war aber auch kein Atlantik mit 18°C an der Tagesordnung. Keine 10 Pferde bekommen mich da rein….Ben war mutig, aber dann doch nicht so mutig. Eins kann ich euch aber verraten: die Portugiesen sind knallhart. Einer nach dem anderen hat sich dem Arschbombenwettbewerb angeschlossen oder war gefühlt stundenlang schwimmen. Vielleicht werden wir ja auch noch „hart“ :-)

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Porto Tag 2 – 26.Mai

Yeay….ich habe das Gefühl, wir grooven uns langsam ein. Gestern Abend hatten wir noch beschlossen, dass wir heute „Zuhause“ frühstücken wollen. So ganz heimisch und gemütlich. Gesagt, getan. Im Anschluss fand das große Tetris statt: Die Köfferchen und Taschen müssen umgepackt werden und da war auch schon die nächste Überraschung. Uuups…Tap Air hat bei Handgepäck nur 8kg, keine 10kg. Ich habe mir für jeden Flug jeden Pups aufgeschrieben und hier wohl geschlampt. Naja dann ist wohl pokern angsagt. Nützt ja nichts.

Bis zum Nachmittag haben wir allerdings noch ein wenig Zeit. Also machen wir es uns einfach. Wir lagern unser Gepäck am Bahnhof Trindade ein und von da aus Gondeln wir noch einmal durch die City. Ben hat noch zwei Wünsche: Einmal über die Riesenbrücke und einmal Zahnradbahn fahren (funicular). Oh den dritten Wunsch habe ich glatt vergessen zu erwähnen: Das Eis natürlich. Aber keins für 7 Euro. Haha…

Das Einlagern ist super easy und an ziemlich vielen Bahnhöfen verfügbar. Per Pincode wird es einfach im Spind aufbewahrt. Also flitzen wir zur Metro und begeben uns auf die „andere Seite“ Portos und überqueren den Duoro über seine „Mini-Golden Gate“-Bridge.

Der erste Eindruck ist: viiieeeel ruhiger und entspannter, als auf der Downtown- Seite. Einmal zur Festung hoch (natürlich mit Eis in der Hand…es ist ja immerhin 24 Grad), ein bissl Ausschau halten, staunen und Fotos knipsen, ein paar Gräber begutachten und dann geht’s auch schon wieder zu Fuß über die Brücke zurück ins Getümmel. Schade: die Zahnradbahn ist außer Betrieb, aber lässt sich ja nun nicht ändern.

Als Entschädigung möchte Ben ja sooo gerne noch einmal zu dem Laden, wo es das „allerleckerste“ Schinken-Käse-Baguette gibt. Ach und dieses Mal möchte er aber gleich zwei Stück haben, weil sie sind ja so lecker. Welch ein Zufall, dass genau dieser Laden die Pastel de Nata Fabrik ist und ich dann wohl ein Pastel essen „muss“. Ein super Abschluß vor dem Ritt zum Flughafen.

15:20 findet unser Weiterflug nach Ponta Delgada statt. Hoffentlich gibt es dort Ampeln…. Ben empfindet sich als Verantwortlichen für das „Knopf drücken“ und ihm würde doch glatt was verloren gehen, wenn es keine Ampeln auf der Insel gibt. :-)

Mein Fazit zu Porto

  • Vieles ist fußläufig erreichbar
  • die öffentlichen Verkehrsmittel ist unfassbar gut ausgebaut und easy zu handlen
  • die Metro vom Airport ist nicht nur sehr günstig (ca. 2€ p.Person ab 6J), sondern nicht zu übersehen und fährt direkt ins Zentrum
  • Unsere Unterkunft war abseits der Touristen, was es definitiv authentischer machte
  • es gibt nicht viele Spielplätze, was schade ist
  • Die Gepäck-Aufbewahrung ist über die Stadt verstreut und sicher, das ist definitiv ziemlich cool!
  • Besonderes Flair habe ich nicht empfunden, das ging mir in Lagos (Algarve) total anders, aber 2 Tage sind auch vielleicht nicht genug, um dem eine Chance zu geben

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Porto Tag 1 – 25.Mai

Die Nacht war laut, unruhig (naja für mich, Ben lag im Koma) und ich muss gestehen, so mitten in der city und schlecht isolierte Fenster sind nicht mein Favorite.

Der Morgen war ziemlich chillig, Ben hat ziemlich lange gelegen, dann Hörbücher gehört, etwas gespielt und im Anschluss sind wir in ein echt süßes Café zum Frühstücken gelaufen. Generell ist das meiste von unserer Unterkunft fußläufig oder perfekt via Metro oder Bus angeschlossen.

Das 100 Culpa, offenbarte sich als veggie/ vegan Mix und zu Ben’s Leid gab es eben keine „normale“ heiße Milch, sondern nur Hafermilch. Cool fand ich, dass wir umgeben von Orangen – und Zitronenbäumen saßen. Und die Zitronen waren unreal…einfach riesig.

Lord Ben ja war so gar nicht vom Granola begeistert. Aber umso mehr für mich… Haha.

Auf dem Programm für heute steht (Ben’s Aufzählung):

  • Das Museum mit den Tieren
  • Eis essen
  • Strand

Ja gut … bis auf den Strand klingt das voll machbar. Also sind wir mit dem Bus vom 100 Culpa zur City gefahren und den „Hügel“ zum Hafen hinter gerutscht…äh gelaufen.

Ganz wichtig: Das Baustellenklo in der Luft MUSS unbedingt fotografiert werden… (Ben war sehr stolz auf seine Entdeckung).

Das Museum of Discoveries war in der Tat ziemlich cool. Touristen gab es vielleicht eine handvoll, zuhauf gab es allerdings Schulklassen. Ich verstehe auch warum: Die Mitarbeiter bieten richtige „Shows“ und vermitteln die Seefahrtengeschichte so toll. Außerdem gab es super viele interaktive Terminals (auch in Deutsch), sodass man ziemlich gut erkunden und erfahren kann. Das Museum an sich ist echt nicht groß…ich glaube es waren nur 3 oder 4 Räume.

Sau cool war die Wasserfahrt am Ende. Die ging etwa 20 Minuten (auch in Deutsch verfügbar) und führt einen durch die große Entdeckerroute von Heinrich, einem der größten Seefahrer Portugals. Es hat mich an das Gondwanaland und an den Europa-Park (Batavia) erinnert. In Indien gab es sogar die orientalischen Duftnoten zu riechen.

Bis auf den massiven „Kinder-Lautstärke-Overload“ war es ziemlich cool und definitiv ein Familientipp. Und das natürlich nicht fehlen darf….der Gang durch den Souvenirshop. Was werde ich bloß tun, wenn es die „Denk dran, du willst in anderen Ländern auch noch was mitnehmen und das Gepäck ist begrenzt“ – Ausrede nicht mehr gibt???

Ein Blick auf die Uhr: whaaaat…erst 13 Uhr? Vollkommen planlos und müde begeben wir uns also wieder zurück in Richtung Altstadt und genießen für 7,50€ (!!!) 3 Kugeln Eis. Ohja …die waren so richtig lecker … Was man nicht alles für ein leidvolles Kind tut :-) . Gut kommt dann noch, wenn der Sohnemann raushaut: „Die Vanille ist lecker, aber das Vanilleeis von Martin ist einfach noch viel besser!“

Ich sag’s euch…der Tag wollte nie enden. Was noch ein Highlight war: der Sänger vor dem Harry Potter Book Store (Lello Books). Ich glaube Ben Irgendwie wussten wir beide nicht viel mit uns anzufangen. So richtig angekommen in unserer Reise sind wir noch nicht. Aber das wird schon noch :-)

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Der war aber nett , Mama

Nachdem wir ca. 17.30 Uhr Richtung Landebahn geschaukelt sind, haben wir festgestellt:

1.) Wir hätten der Dame am Security auch einen Lieferando QR zeigen können, denn sie hat nicht einmal drauf geschaut (aber danach gefragt).

2.) Die Metro ist gar keine Metro, sondern eigentlich doch eher eine Straßenbahn..und ich zitiere Ben: „Oh Gott die ist ja laaaaangsam.“

3.) Der Porto Flughafen ist easy peasy lemon squeezy. Ein paar Meter zu Fuß zur Bahn und dann ist man auch schon innerhalb 30 Minuten in der city…für 2,20€ pro Person.

Ich habe zwar kein Wort verstanden, das Essen war aber gut.

Leere Bäuche, müde Gesichter und komische Lokale. Um uns herum gab es in unmittelbarer Nähe kein Restaurant, welches Lord Ben zugesagt hätte. Also gehen wir in ein (wie sich später herausstellte) Einheimischen Bistro. Das „Menü“, also die 2 DIN A4 Seiten, welche wir nicht verstanden haben, klebt draußen an der Scheibe. Nachdem wir uns hingesetzt haben, kam ein netter junger Mann und hat uns versucht zu erklären, was es zu essen gibt. Essenskarte gibt’s nicht. Ich verstehe kein Wort und sage ihm: Just bring anything. Menu? Okay. Soup? Okay. Fish? Okay. Whatever. Ich konnte Ben zwar nicht sagen, was es zu Essen geben wird, aber wie sich herausstellte, fand Ben es lecker. Naja, und als der nette Mann dann auch noch Desserts hatte, war Ben vollends überzeugt.

Zum Schluß unterhielten wir uns per Google Translate und er bestätigte mir, dass es hier keine Touristen gibt. Na das nenne ich doch mal einen authentischen Start!

Noch ein kurzer Einblick in unsere Unterkunft:

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84 Tage mit Handgepäck

Mir war von vorne herein klar: Ich habe sowas von kein Bock auf das Schleppen von riesigen Koffern oder Rucksäcken. Während meiner Recherchen war dann auch noch klar (ich weiß es klingt paranoid), dass Aufgabegepäck eben manchmal auch zum Ziel der Schmuggler werden kann. Okay, darauf habe ich erst recht kein Bock. Doch ich bin ganz ehrlich: es geht mir einfach um Gepäckverlust, Gepäckverspätung und das Geschleppe.

Wie funktioniert das?

Da wir mit mindestens 6 verschiedenen Airlines fliegen werden, geht also die große Recherche los. Und tatsächlich hat nahezu jede Airline andere Vorschriften bezüglich des Handgepäck-Gewichts und der „Personal Items“. In Summe heißt es also für uns:
2x 10kg auf Minitrolley-Größe und je ein persönlicher Gegenstand mit 2kg. Klingt erst einmal gar nicht so schlecht. Naja, bis zum Probepacken….ein Koffer mit all der Kleidung von Ben und mir, einschließlich 1 Paar Wechselschuhen. Ein Koffer für Ben´s Wohlfühldinge. Das war´s.

Ich wurde relativ häufig gefragt wie viele Koffer wir mitnehmen und als ich sagte: „Öh…nur Handgepäck“ wurde ich angeschaut, als hätten mich alle Geister verlassen. Was soll ich sagen? Ich bin eben einfach bequem und tragefaul. Außerdem: es gibt doch überall Kleidung zu kaufen. Hauptsache die Apotheke und Kuscheltiere sind an Board.

das Wunder ist vollbracht.

Okay, wir haben es echt geschafft:

Gewichtsgrenze ✓
Spiel, Spaß, Spannung ✓
Alle Dokumente an Board ✓

Veröffentlicht in Gedanken-Karussell, Portugal

Gefühle: 1 Tag vor Abflug

Einen Tag vor so einer Reise meldet sich dann doch mal der Körper. Nicht nur bei mir. Ben und ich sind beide aufgeregt, Ben klagt über Bauchweh und ich bin ständig hippelig.
Die letzten Tage ist einfach unfassbar viel geschehen. Ein großes Sportfest mit vielen Eindrücken, der letzte Kindergartentag mit Verabschiedung und das Packen für die große Reise. Beim Packen seines Spielkoffers fand ich die Aussage „Ich weiß einfach nicht was ich einpacken soll“ doch schon sehr interessant und alarmierend zugleich. Einerseits erspart uns das ein Haufen Diskussionen und Tränen darüber, was hier bleiben muss. Andererseits frage ich mich, ob ich nun die richtigen Dinge eingepackt habe und er nichts vermisst.

Der letzte gemeinsame Abend Zuhause war einziges Hin und Her. Es mussten alle Spielsachen bespielt werden, denn er würde sie ja bald vermissen. Das fing mit Tischsoccer an, ging weiter mit Airhockey, Lego, Ausmalen bis hin zu diversen Ballspielen und zu guter Letzt der letzte Sprung in Nachbar´s Pool.

Wir sind gespannt.