Veröffentlicht in Costa Rica

Tortuguero 13.-16. Juni // Tag1

Dichter Nebel, LKWs im Graben und Bananen ohne Ende

Unsere zweieinhalbstündige Fahrt nach Pavona, dem Ende der Straße vor dem Nationalpark, war wieder eindrucksvoll. Bei der Autovermietung haben wir natürlich nach den Gepflogenheiten und Geschwindigkeitsbegrenzungen gefragt und es scheint, dass niemand so genau weiß wie schnell wo gefahren wird. Wir fanden das amüsant und machten natürlich Witze darüber, dass man eben so schnell fährt wie Polizei vor Ort ist. Das fanden die Ticos auch witzig, denn es ist ganz anders. Zitat:

It’s almost impossible to drive too fast, believe me.

Eine Stunde später wussten wir auch warum. Die Gründe wechselten sich ab. Entweder die Straße hätte 1m² (!!!!!) große Schlaglöcher, der Nebel war so dicht, dass 50m Sicht Luxus wären. Oder aber vor uns fuhr ein LKW mit 20-30 km/h. Wahnsinn. Und trotzdem empfanden wir den Verkehr (im Vergleich zu Asien) sehr gesittet und geordnet. Tatsächlich lag auch ein LKW im Straßengraben. Wir fuhren durch den Regenwald (wow war das ein Sound!!), durch attraktive kleine Orte, durch merkwürdige und zwielichtige Orte und an kilometerlangen Bananenplantagen vorbei. Dole und Chiquita scheinen hier „Zuhause“ zu sein. Wahnsinn, wir sind sicher 10 Minuten lang an der Chiquita Plantage vorbei gefahren. Es nahm kein Ende. Und Dole war auch echt groß. Cool waren auch die Bananenschranken.

Als wir in Pavona angelangten, waren wir überrascht. Restaurant, Parken und Toilette waren gut organisiert. David, unser Gastgeber war auch schon da. Also sammelten wir unser Zeug zusammen und gingen „an Board“. 1,5 h Fahrt durch den Regenwald lagen nun vor uns. Der absolute Hammer: schon nach 5 Minuten haben wir ein Baby Krokodil (das so gar nicht babz aussah!) gesichtet. Check ✔️ ein Wunsch von Ben ist schon einmal erfüllt. Die Natur ist so wunderschön.

An unserer Lagune angekommen, hören wir schon das Meer. Ben ist total aufgeregt. Marco und ich haben ein fettes Grinsen im Gesicht (welches nicht sehr lange anhielt). Wir laden also unser Gepäck auf den Karren, welchen Osman (der lebt hier) zum Haus schiebt.

David zeigt uns also die rustikale Hütte. Wir sind auf Basic ohne Strom und ohne Internet eingestellt. Alles gut. Ich sehe jedoch an Marcos Gesicht wie er so gar nicht amused ist. Er fand es schrecklich. Und wenn er eins nicht kann, dann ist es Lächeln trotz Unzufriedenheit. 3 Nächte. Die Toilette lädt dazu ein nichts trinken zu wollen. Die Handtücher riechen so, als hätte man sie in Lack getaucht. Moskitonetze brauchen wir nicht „aah no hay muchos mosquitos aqui“. Ja genau, glaube ich sofort, dass es hier keine Moskitos in der Hütte gibt. Also zwei Netze bitte :-). Ohje ..das kann was werden. Zu unserem „Glück“ regnet es in Strömen, also ein „rauskommen“ scheint unmöglich. Ich gebe zu, wohlfühlen ist hier eine Wunschvorstellung für unsere Lebensverhältnisse. Dann hat Osman festgestellt, dass es auch in unserem „Zimmer“ rein regnet. Da war Marcos Begeisterung gleich noch ein wenig größer. Doch das wird schon. Wir sind im Regenwald, es wird großartig, es ist anders und es sind nur 3 Tage. Drei Tage, welche wir mit positivem vibe füllen werden. Oder?

Die Nacht war zugegebenermaßen schrecklich. Es war laut (klar Urwald), schwitzig, eng (Ben wollte natürlich nicht in seinem Bett schlafen) und naja. Obwohl Wellengeräusche normalerweise wunderschön sind, hören sich die hier eher wie monotones Rauschen eines überdimensionalen Deckenventilators an. Meine Nacht war 4 Uhr vorbei. Aufgestanden sind wir kurz vor 6 Uhr. Der Gang zum Wasser war ein grandioser Start. Am Morgen um 6 schon im Meer zu baden ist ziemlich cool.

Wir dürfen gespannt sein wie der zweite und dritte Tag sein werden.

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