Wie zuvor beschrieben: unsere Nacht war noch vor 5 Uhr beendet und der Tag begann mit einem warmen Bad im karibischen Meer. Wir fangen an, uns zu aklimatisieren und versuchen die Häuslichkeiten so zu nehmen, wie sie eben sind. Es ist teilweise so absurd. Du sitzt am Tisch und plötzlich laufen hinter dir Hühner mit Küken ins Haus und drehen ihre Runden.

Verpflegung
Was man bei der Hütte mit buchen kann (und definitiv auch sollte) ist die Verpflegung „full board“. Catharin, im Prinzip die Nachhbarin, hat uns täglich 3x bekocht. Für Ben haben wir Brot, Marmelade, Milch sowie Müsli mitgebracht – tatsächlich gestaltet sich sein Essverhalten während der Reise ziemlich schwierig. Catharin ist ein Herzstück und hat doch tatsächlich versucht für Ben eine „Extrawurst“ zu kochen. Von Pancakes bis hin zu handgemachten Pommes und Pancakes hat sie es probiert. Leider nur mit halben Erfolg. Wir wissen nicht, ob er aus Prinzip fand, „dass alles komisch“ oder „anders“ schmeckte, oder ob es tatsächlich so war. Whatever. Wir haben ihr gesagt, dass sie nicht extra für ihn kochen soll, denn am Ende schmeißen wir alles weg und das ist viel zu schade.






Kayaktour durch den Regenwald

Nach einem reichhaltigen Frühstück beschließen wir eine Bootstour zu machen. David und Osman bereiten also das Boot vor, während wir uns zusammenpacken. Bislang ist es zwar bewölkt, aber nach Regen sieht es noch nicht aus. Nicht, dass man das so wirklich voraussagen könnte, aber es zeichnet sich ab, dass es eher ab dem frühen Nachmittag oder nachts regnet. 9.30 Uhr sind wir startklar und hieven das Boot zur Lagune, um in den Fluss zu setzen. Canello, der kleine Hund von David folgt uns. Und Leute, ich sage euch eins: dieser Hund ist crazy! Er hat uns die gesamten 2h begleitet – IM Wasser…hat die Affen zusammen gebellt …Leguane gejagt und so weiter. Erst die letzten 45 Minuten begab er sich dann doch zu uns ins Boot. Vielleicht ist ihm dann endlich in den Sinn gekommen, dass Kaimane nicht die besten Buddies im Wasser sind?!






















Es war ein Traum. Wir haben Affen gesehen, Leguane, diverse Echsen, diverse Vögel wie einen Tukan, Reiher, … Pagagaien. Die einzigen Geräusche waren die Paddel, Vögel und Affen. Leider keinen Jaguar, obwohl David uns berichtet hat, dass er schon oft einen Jaguar gesichtet hat. Er zeigte uns auch einen der Bäume, auf welchem er ihn schlafen sah.
Was wir vollkommen unterschätzt haben, war die Sonne, welche durch die dichten Wolken noch ordentlich wumms hatte. Marco hatte auch nackt noch ein Shirt hat, wenn ihr wisst was ich meine…
Dieses herrliche Wetter, später nahezu wolkenlos, hat uns nach der Tour wieder direkt ins Meer gelockt. Nunja, zumindest die Jungs. Denn ich hatte ein anderes Verlangen. Zusammen mit Osman haben wir uns seine selbstgebaute Schubkarre geschnappt und den Strand etwas vom Müll beseitigt. Es ist unfassbar, was und vor allem wie viel hier angeschwemmt wird. Auf nur etwa 50m Strand haben wir so viel Müll eingesammelt. Angeschwemmt wird der Müll maßgeblich von den karibischen Inseln wie Jamaika und Haiti. Wenig kommt von Costa Rica selbst, ein Land welches extrem nachhaltig ist – vor allem im Vergleich zu all anderen Nord- und südamerikanischen Ländern. Es ist wirklich sehr traurig und bitter mit anzusehen, wie die Meeresschildkröten, welche hier ihre Ablageorte haben, durch den Müll kriechen müssen.







Ich habe Osman und David gefragt, ob der Strand bzw. allgemein die Küste Costa Ricas ab und zu gereinigt wird und daraufhin erzählten sie uns, dass alles auf Freiwilligenarbeit basiert. Mittlerweile gibt es einige Organisationen im Land. Einmal im Jahr wird die Küste komplett gereinigt. Angesichts der Müllprobleme der Karibik ist das aber viel zu selten. Was die Einheimischen selbst sammeln, wird vor Ort verbrannt. Darüber hinaus gibt es aber mittlerweile innovate Unternehmen, welche mit Hilfe von schwer verwertbaren Plastik Betonbauteile herstellen. Mittlerweile sind diese auch ziemlich gefragt – weltweit.
Bis 16 Uhr kamen wir in den Genuss, die Idylle unter freiem Himmel zu genießen. Auch haben wir von Catharins ältesten Sohn (7) „Damian“ Besuch bekommen. Zwar haben Ben und er sich nicht unterhalten können, doch google translate hat einiges ermöglicht. So haben sie zuerst gemeinsam Fußball gespielt und später nebeneinander her ausgemalt. Dann setzte der Regen ein. Doch dieses Mal hat uns das gar nicht gestört. Vielmehr haben wir uns draußen in das Patio gesetzt und das Plätschern genossen.






Welch ein Tag. An die Umstände haben wir uns ziemlich schnell gewöhnt. Auch an die Tatsache, dass es sich nicht lohnt neue Kleidung anzuziehen. Nichts wird trocken und nichts bleibt lange sauber. Also hilft nur mehrmals am Tag duschen und so wenig wie möglich am Körper tragen. Wir fragen uns auch immer wieder: Wie das wohl ist, wenn man hier einfach lebt. An diesem mindestens 10km Küstenabschnitt gibt es nur 4 bewohnte Häuser. Wie crazy ist das? Abgeschieden zum Rest der Zivilisation , erreichbar nur per Boot. Eine Schule gibt es in San Francisco, einem Dörfchen, 15 Minuten nördlich. Erreichbar mit Boot oder über einen Sandweg per Moped. Die Menschen hier sind entweder Selbstversorger, oder aber fahren alle 14-30 Tage nach Cariari (1,5h Boot + 30 Min Autofahrt), um sich mit Lebensmitteln, Bausteilen, etc. einzudecken. Was machen die den ganzen Tag, fragen wir uns. Die Antwort ist so einfach, dass es unwirklich klingt: einfach leben. Pura Vida eben.