Veröffentlicht in Costa Rica

El Coco – nördliche Pazifikküste

Ich habe keine Lust mehr auf Regen. Echt nervig. Immerzu ist alles nass, man schleppt Regencapes, Schirme und extra Schuhe mit…kann das nicht langsam mal aufhören? Auch jetzt kommen wir im Regen an, es ist bereits 18.30 Uhr und Ben ist total müde. Einkaufen müssen wir trotzdem noch, aber dann haben wir es auch geschafft.

El Pacifico – eine andere Welt

Unsere Unterkunft liegt in einer gated community. Das heißt, dass das Gelände eingezäunt und bewacht ist. In Mexiko, Afrika, Central- und Südamerika ist das sehr verbreitet. Wie auch immer. „El Pacifico“, das Areal in welchem wir leben werden…ist rieeeeeeeesig…..und wunderschön. Tatsächlich hat man eher das Gefühl sich in den Staaten zu befinden. Soo viele Amerikaner.

Es gibt hier eigene Aussichtspunkte, Villen, Villen, Häuser, Villen….und äh… Villen. Die Poollandschaft ist grandios, sie haben ein eigenes kleines „Shoppingcenter“ (absolut verrückt..), einen eigenen Trail zum Wasserfall und einen schönen Spielplatz. Es ist alles so gepflegt, immerzu arbeiten alle, bepflanzen, wässsern, etc. Die Ticos sind super freundlich und man hat den Eindruck, dass sie dankbar sind einen sicheren und gut bezahlten Job zu haben. Vielleicht ist dem wirklich so.

Leguane ohne Ende

Wir haben nirgends so viele Leguane gesehen wie hier in der Anlage und drum herum. Weiß-graue Eichhörnchen, welche Kokosnüsse knacken und Blattschneiderameisen, die noch fleißiger waren als alle Mitarbeiter.

Endlich wieder ein „Zuhause-Gefühl“

Das letzte Mal, dass Ben und ich ein Gefühl des Zuhauseseins hatten, war auf Sao Miguel in Ponta Delgada. Also schmücken wir sein Zimmer mit seinen Postern, er richtet sich ein und das Apartment ist sogleich anerkannt. 6 Tage werden wir hier sein. Ben hat sich beschwert, dass wir die letzten Tage „nicht genug gechillt“ haben (sein Wortlaut). Unser Plan für die nächsten Tage ist also ziemlich offensichtlich: nichts tun. „Außer Pool, Meer, Tablet, Essen, Pool, Meer, Buddeln, Mama!“ Aha…okay. Marco und Ben waren damit natürlich fine, aber ich will doch immer alles drum herum erkunden. Mäh.

Neben „Chillen“ haben wir dann doch 3x einen Strand besucht und einen Schnorchelausflug unternommen

…uuuund Ben war beim Friseur. Endlich. Wenn die Sicht durch Haare behindert ist, wird es doch mal Zeit. Er war danach (für uns völlig unerwartet) total begeistert. Puh..Glück gehabt. Playa de Coco können wir gar nicht empfehlen. Klar, man kann hin laufen, aber wir waren sehr ernüchtert, als wir dort angekommen sind. Man wusste nicht worauf man im Wasser trat, aber nachdem Ben und Marco ein Taschenmesser und eine Brille unter den Füßen hervor gefischt haben, hatte ich genug. Nein danke. Enttäuscht gingen wir also zu unserem Pool. Es hat mich nicht losgelassen und ich fragte mich, ob das hier an allen Stränden so ist. Sind denn alle Fotos nur noch ein Produkt aus Photoshop und Filtern? Zwei Tage später fuhren wir also zum Playa Hermosa. Absolut zu empfehlen! Es ist super gepflegt, der Einstieg flach mit ein paar Wellen, Restaurants und Parken ist easy. Ja hier fanden wir es so schön, dass wir gleich zweimal hergekommen sind. Playa Panama hingegen war in einer kleinen Bucht. Man kam sich vor, als stünde man an einem See. Für SUP und Kayak prima. Allerdings stand das Wasser förmlich und man hat einfach nichts gesehen.

Playa Hermosa:

Schnorchelausflug ohne Recherche

Ich habe mich darauf eingelassen, einen ungeplanten Schnorchelausflug zu buchen. Ben und ich wurden gelockt mit Papagayo Buchten, Seepferdchen, Korallenriff usw. Naja, ich spoiler gleich mal drauf los: Adventure Rentals von Greddy sind nicht zu empfehlen. Die Bootsfahrt war lahm, lang und der Strand an, welchem wir hielten, mit Korallen übersät. Dass hier kein lebendiges Riff auf uns warten kann, ist mir schon jetzt klar. Vom Boot aus sah alles ganz nett aus. Im Wasser war es „dreckig“. Nein kein Müll. Aber hier wurde eben alles von Stöckern bis Blättern angespült und aufgewühlt. Das „Riff“ haben Ben und ich erst übersehen. Das lag wohl daran, dass es kaum zu sehen und tot war. Immerhin haben wir einen kleinen Fischschwarm gesehen. Das war’s aber leider auch. Ben und ich waren beide enttäuscht. Da hätte man doch einfach im Meer anhalten können und man hätte wohl mehr gesehen. Denn was offensichtlich ist: Das Unterwasserleben muss grandios sein. Auf der Faht sind große Rochen aus dem Wasser gesprungen und Sportfischen ist hier ganz groß. Leider durften wir davon aber nichts mitbekommen. Mein Fazit: ich recherchiere doch lieber. Spontanität zahlt sich für mich nicht aus.

Zum Thema Regen

Offenbar hat der liebe Wettergott mich/ uns erhört. Ich gebe zu, es war auch Meckern auf hohem Niveau. Eigentlich war es so:

Es regnet nachts. Es regnet dann meistens Nachmittags ab 14 Uhr wieder. Eine kleine Pause am frühen Abend und dann geht’s weiter. Nicht immer, aber oft lief der Tag genau so ab. Immer? Nein, aber wir sind hier in der Regenzeit. Tatsächlich bekommt man auch recht schnell ein Gefühl dafür, ob die schwarzen Wolken, welche sich regelmäßig hervor schieben, sich über einem ergießen werden, oder tendenziell vorbei ziehen. Überrascht wurden wir nur einmal, der Rest war absehbar. Aber wow, wenn es erst einmal so richtig schüttet, dann hilft kein Schirm, keine Regenkleidung und oftmals auch nur Geduld. Das Schöne ist: es ist warm, sooo schön warm. Man friert auch selten in den nassen Klamotten.

Doch wir hatten täglich mehr Glück.

Wir hatten zwischendrin Tage, an denen es kaum regnete, und wenn dann heftig, aber kurz. Unsere letzten 4 Tage waren (gespürt) so gar keine Regenzeit mehr. Der Regen war zwischendurch nur Nieselregen. Also konnte man einfach im Pool bleiben. Ob von unten oder von oben nass, macht ja auch kaum einen Unterschied.

Lieber nicht in der Regenzeit nach Costa Rica?

Dem würde ich nicht zustimmen. Der Regen hat etwas magisches, wenn auch manchmal nervig, wenn man etwas geplant hat. Doch diese Regenfälle sind auch eine beeindruckende Erfahrung, mal ganz zu schweigen von den grandiosen Nebelbänken. Costa Rica ist so, so, sooo grün. Es ist fast unwirklich. Stille gibt es nirgends. Entweder die Vögel zwitschern, die Affen brüllen, der Regen prasselt nieder, oder das Zirpen zieht seine Aufmerksamkeit auf sich. Da sich der Regen fast überall zu jeder Zeit spontan ankündigen kann, muss man das Leben eben nehmen wie es kommt. Eine wertvolle Lektion und Einstellungssache zugleich.

Wenn man all das Grün sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass auch in Guanacaste im Sommer Cowboyfeeling und Dürre herrschen kann. Costa Rica hat aber mehrere Klimazonen, wie ich zuvor recherchiert habe. Wenn man also in jeder Saison „Trockenheit“ möchte, dann ab an die nördlichste Pazifikküste. Wer ein Mix (wie es bei uns war) willkommen heißt, ist in der nördlichen bis zentralen Pazifikküste auch gut aufgehoben. Wer Strand, Sonne, Wettergarantie will, sollte einfach nicht herkommen. Dann verpasst man jedoch ein beeindruckendes und wunderschönes Land.

Essen und & Einkaufen in Coco

Hier gibt es alles. Von Amerikanisch, Chinesisch bis hin zu Peruanisch und natürlich traditionelle Kost. Was es auch gibt: hohe Preise und mittelmäßige Geschmackserlebnisse. Voll untypisch für uns, sind wir am Ende bei Jummy Diner gestrandet. Dieses amerikanische Diner war so lecker, sauber und die Preise waren okay. Ich glaube, wir hatten noch nie so knusprige Pommes gegessen haha… . Klar, wir haben auch andere Restaurants probiert, aber irgendwie war es einfach nur touristisch. Zuvor hatten wir so leckere landestypische Gerichte gegessen. Hier aber war das etwas anders. Also haben wir zu Großteilen selbst gekocht. Einkaufen kann man auch so ziemlich alles, was man dazu braucht. Souvenirläden sind Reihe an Reihe und ganz wichtig „only the best prices!“ ;-). Herrlich.

Import und Export

Costa Rica legt größten Wert darauf, so wenig wie möglich zu importieren. Sie produzieren sehr, sehr viel selbst. Obst und Gemüse sowieso, Reis, Getreide, und auch viele Convenience Produkte sind dabei. Allerdings gibt es sehr wenig Fertigprodukte. Auch Ahornsirup und Honig wird selbst hergestellt. Die heimischen Avocados und Mangos sind super lecker, Orangensaft gibt es an jeder Ecke.   Nahezu jedes Gericht enthält Fleisch oder Fisch als Beilage. Wo wir bei den Tieren wären. Wir haben super viele frei lebende Rinder gesehen – das hat besonders mich glücklich gemacht. Da Land hier sehr günstig ist, scheint das auch noch weitgehend unproblematisch und standard zu sein. Hoffentlich bleibt das so. Körperpflegeprodukte waren offenbar eher Importware. Ich war erschrocken, wie teuer Bodylotion, Shampoo und Körperseife sind. Unter 4 Euro geht hier gar nichts. Vermutlich gibt es da Geheimtipps, in deren Genuss wir aber nicht gekommen sind. 

Avatar von Unbekannt

Autor:

Wir bereisen die Welt...mit euch

Hinterlasse einen Kommentar