Veröffentlicht in Columbia

Cartagena – Was nehmen wir daraus mit?

Wir sind insgesamt 12 Tage in Cartagena, Kolumbien, gewesen. Gelernt haben wir vor allem eins: hier macht Geld, wer aggressiv und aufdringlich ist. Außerdem versucht man international Touristen für Cartagena zu gewinnen, indem man unrealistische Parallelwelten schafft. So suggeriert man, dass man ein attraktives Urlaubsziel ist. Wenn man allerdings merkt, wie die Tourenanbieter vorgehen, hat man schon nach dem ersten Ausflug keine Lust mehr, etwas anderes zu buchen. So ging es jedenfalls mir. Der Wettkampf um jeden Peso ist so enorm, was angesichts der Lebenslage des Großteils kein Wunder ist. Dennoch frage ich mich:Ist das ein Cartagena- „Ding“, oder einfach kolumbianisch? Das werden wir bei diesem Aufenthalt nicht ehrlich herausfinden können.

Wir haben in 3 Unterkünften genächtigt. In Crespo, sehr basic, aber ein guter Start, da Tanita eine unfassbar wertvolle Hilfe war. Dann in Bocagrande im Privatzimmer sehr wohlhabender Kolumbianer. Zum Schluss dann im Hotel Corales de India. 8 Tage lang haben wir erkundet (5 Tage hätten locker gereicht) und 4 Tage haben wir hauptsächlich im Hotel verbracht: baden, essen, schlafen, baden, essen, schlafen….ähm…ja und so weiter.

Highlights in Cartagena

  • Centennial Park mit den Faultieren & Leguanen
  • Museo de Naval
  • walled city, weil nett anzusehen und durch zu schlendern mit netten Cafés und Restaurants
  • Castle Felipé
  • leere Strände in Richtung Crespo

Lowlights in Cartagena

  • Playa Blanca/Tranquila bzw. die Tourenanbieter
  • Bocagrande Strände und Promenaden
  • Ein Taxifahrer, der uns abgezockt hat
  • überfüllte Strände mit aufdringlichen Verkäufern, v.a. Bocagrande

Transport & Auto fahren in Cartagena, Kolumbien

Auto mieten kommt hier nicht in Frage- zumindest nicht für mich. Der Verkehr ist aggressiv und die Parksituation nicht immer safe. Insbesondere, wenn man keine überwachte Garage findet. Mietwagen werden gerne aufgebrochen, oder gestohlen. Wenn man Überlandfahrten (z.B. in Richtung Barranquilla, Santa Marta, etc.) plant, kann man das mit privaten Transfers buchen. Oft sogar bei GetYourGuide oder inDriver. Außerdem, ist das Taxifahren super super günstig. Vorausgesetzt, man lässt sich nicht abzocken. Die Empfehlung unserer Vermieterin war inDriver zu nutzen. Das ist ähnlich wie Uber und sehr gängig. Es gibt keine Taximeter, jeder Preis ist reine Verhandlungssache. Da ich keine Lust auf Diskussionen mit Fahrern hatte, war mir inDriver ein Segen. Man gibt dort ebenfalls Start & Zielort ein und schlägt einen Preis vor. Entweder ein Fahrer nimmt deine Anfrage an, oder aber der/die Fahrer machen ein Gegenangebot. Ablehnen kann man immer. Innerhalb von Cartagena kommt man so ziemlich überall für 10.000 – 12.000 COP hin. Das sind dann etwa 2,50-3 Euro. Wir haben auch ein paar Mal ein offizielles gelbes Taxi genommen, was glatt und easy lief. Doch einmal wurden wir so richtig verarscht, wo ich mich auch tierisch aufgeregt habe. Am Hotel standen die weißen Turismo Taxis und ich fragte, ob 9.000 COP nach Bocagrande okay sind und es kam ein Ja. Dort angekommen, wollte er dann 15.000 COP und zeigte mir eine dämliche Preisliste. Also, nutzt inDriver! Keine Diskussionen und keine Chance, reingelegt zu werden.

Essen & Essen gehen

Essen gehen in Cartagena ist echt günstig. Wir haben ab und zu Einheimischen-Lokale aufgesucht und wurden geschmacklich nicht enttäuscht. Oft waren wir dann doch in „westlichen“ Lokalen. Man kommt mit 15€ pro Person pro Tag gut hin. Das war also, angesichts der 12 langen Tage dort, ein Pluspunkt.

An das Streetfood habe ich mich nicht heran getraut – nicht allein mit Ben im Schlepptau. Normalerweise habe ich da immer Bock drauf, aber wenn ich über dem Klo hänge, wäre das ziemlich blöd für Ben. Also keine Abenteuer hier.

Rappi und Co.

Was bei uns Lieferando ist, ist in Kolumbien Rappi. In Costa Rica ist zudem uberEats ziemlich beliebt. Jedenfalls ist das eine gute Alternative, wenn man am Abend die Straßen meiden möchte.

Lohnt sich Cartagena?

Diese Frage kann sich jeder nur selbst beantworten. Für wen es sich eignet, lässt sich ganz gut aufführen:

  • wer günstig leben & essen will
  • wer günstig am karibischen Meer sein möchte
  • wen aufdringliche Verkäufer nicht stören
  • wen Lautstärke nicht stört
  • wer Party machen will
  • wer die „westlichen“ Annehmlichkeiten auch in Kolumbien haben will (moderne Shoppingcenter, ausgewählte saubere Restaurans, exquisite Supermärkte, die ihren Preis haben)
  • wen kolumbianische Kultur weniger interessiert
  • wer gerne handelt und Diskussionen nicht scheut

Für wen es sich (meiner Empfindung nach) weniger eignet:

  • für Menschen, die Erholung suchen
  • für Kinder unter 6 Jahren, allein wegen der hygienischen Standards
  • für Personen, die Strandurlaub suchen
  • für Personen, die Karibikfeeling erwarten
  • für Personen, die autonom sein möchten (man ist stets auf Fremdfahrer angewiesen)
  • für hitzeempfindliche Personen

Würde ich nochmals nach Cartagena reisen?

Nein, zumindest nicht länger als 3 Tage mit einem Kind. Wieso? Weil es, meiner Meinung nach, zu wenig interessante und kinderfreundliche Dinge gibt. Die Burg, das Marine Museum, die Tiere im Centennial Park und vielleicht die Sightseeing Busfahrt, sind für Kids interessant. Darüber hinaus, gibt es einfach nur haufenweise Läden, keine Strände, an denen man mehrere Stunden Sandburgen bauen würde, oder seine Sachen liegen lassen möchte. Wer Hotel-und Pool-Urlaub machen möchte, bekommt in anderen Orten/ Ländern für den gleichen Preis bessere Angebote. Unser Hotel war für Kinder super eingerichtet, allerdings gab es drum herum nicht viel. Auch lag ein seltsam feuchter Geruch in den Zimmern, die Klima roch bedenklich, das Frühstück war nichts, worauf man sich freuen konnte und das Hotel ist einfach renovierungsbedürftig. Der Ausblick und die Pools waren allerdings wunderschön! Mit knapp 80€ pro Nacht jedoch nicht ganz im Verhältnis stehend (angesichts der sonst sehr günstigen Unterkünfte in Cartagena).

Avatar von Unbekannt

Autor:

Wir bereisen die Welt...mit euch

Hinterlasse einen Kommentar