Veröffentlicht in USA

Welcome to Miami

City Skyline vs. Miami Beach. Wir machen eben beides. 5 Nächte in Brickell und 5 Nächte North Beach, das ist der Plan. In zwei Tagen würden Bubba und Deanna ankommen.

8. Juli

Der heutige Tag bestand darin, am Pool abzuhängen und danach mit dem Auto Miami Beach mit dem Auto zu erkunden. Auf dem Weg dorthin, fuhren wir am Hafen vorbei und ich muss schon sagen: Wow! Ich bin kein Anhänger von Kreuzfahrten, was neben ökologischen auch andere Gründe hat. Dennoch war es ziemlich beeindruckend, diese riesigen „Wasser-Resorts“ zu sehen. Beim Fahren zu fotografieren war allerdings eine Herausforderung (bad mom). Daher nicht allzu imposante Fotos an dieser Stelle.

Als wir in South Beach ankamen, waren wir von abgefahrenen Trikes, Skatern, Lamborghinis und viel nackter Haut umgeben. Hier ist ja was los. Hier zu parken war sinnlos. Davon abgesehen, beklagt sich Ben andauernd, dass ihm zu heiß ist und dann doch wieder kalt. Wir fahren also eine Runde und machen kehrt.

Oben auf der Dachterrasse lassen wir uns von den Ausblicken berieseln und gehen heute früher ins Bett (22 Uhr ist dann doch etwas spät).

9. JuliUnd dann kam das Fieber

Mitten in der Nacht wacht Ben auf und klagt über Schmerzen und, dass ihm so kalt sei. 38 Grad. Geht noch. Doch am Morgen holten wir uns aus der Apotheke ein paar Meds, wer weiß wie sich das entwickelt. Es dauerte auch nur 3 Stunden und er glühte. Den Saft fand er furchtbar, würgte ihn jedoch herunter. Dieser Tag würde wie folgt aussehen: im Bett abhängen (gut, dass es gefühlt 3m breit war), Film schauen, Schlafen, Essen, Schlafen.  Wir ziehen das gnadenlos bis 19 Uhr durch. Dann kamen Bubba und Deanna an. Ben hielt sich wacker, doch die 39° Marke behielten wir bei. Diese Nacht schlief er dann gute 12 Stunden.

10. Juli Flamingo Garden im Kinderwagen

Das Fieber hielt sich bei etwa 38°, Ben war wieder ganz gut drauf. Also beschlossen wir, mit Medikamenten im Gepäck, etwas zu unternehmen, wobei Ben sich so wenig wie möglich bewegen muss. Im Flamingo Garden gab es Kinderwagen, beim Einkaufen ebenfalls. Ben hat sich wie ein König den ganzen Tag von Bubba umher schieben  oder tragen lassen und fand das ziemlich amüsant. Er hatte den ganzen Tag eine Menge Spaß und gegen Mittag hatte er wieder normale Körpertemperatur. Das Fieber hat sich nie wieder blicken lassen. 24 h Fieber kennen wir von Ben ziemlich gut, dass er richtig krank wird dahin gegen eher selten.

11. Juli Florida Keys

Nach einem typisch amerikanischen Frühstück  fuhren wir in Richtung Süden. Es waren eigentlich 1,5h Fahrt, doch am Ende waren wir (nach Islamorada) gute 2 Stunden unterwegs. Ich würde es ja gerne auf den Verkehr schieben, aber tatsächlich war es so, dass wir 2x bei McDonalds und 1x bei Tacobell angehalten haben …haha. Ben war hungrig ..so sagte er. Doch es schmeckte ihm einfach nicht. So gar nichts. Außer Zitronenlimo, und davon konnte es auch nicht genug geben. Sehr witzig… Hoffentlich verfolgt uns das nicht bis nach Hause :-D.

Wir verbrachten einen Großteil der Zeit in einem Park mit Strand. Das Wasser hatte allerdings eine höhere Temperatur als die Außentemperatur. Das war doch schon etwas merkwürdig. Ben entdeckte einen großen festen Sandhügel und wir fingen an zu bauen. Eine Burgmauer -dachte ich. Dann kam Deanna dazu und meinte: „Wow cool! You’re building a croc!“ What? Ein Krokodil? Ben und ich gingen ein Schritt zurück und siehe da. Es sah tatsächlich ein wenig so aus, als würde ein Krokodil auf dem Hügel sitzen. Okay dann bauen wir wohl ein Krokodil. Naja eigentlich eher Deanna, denn die hatte es voll drauf. Ben war am Ende ziemlich stolz drauf und Deanna wäre nicht Deanna, wenn sie nicht aus allem ein Photoshooting machen würde.. also mussten Bubba, und später andere Strandbesucher, eben ran an die Arbeit…haha.

Nach dem Abendessen kam dann eines von Ben’s Highlights. Wir fuhren zu Robbies Islamorada, wo man Tarpune füttern konnte. Außerdem kommen hier auch jeden Abend  Haie vorbei, oft tagsüber Seekühe. Wir hatten leider nicht das Glück diese zu sehen. Dafür war es umso lustiger, wie die Pelikane immerzu Ben beklaut haben. Einmal haben sie einen Fisch direkt aus dem Eimer gemopst und zweimal im Sturzflug aus der Hand geklaut, als er gerade die riesigen Tarpune füttern wollte. Das Gesicht hättet ihr sehen sollen. Ein war ein Bild für die Götter…Die Pelikane sind aber auch echt krass. So richtig mutig-angriffslustige und hinterlistige Vögel. Dennoch finden wir sie voll cool und haben sie oft beihnahe stundenlang in Costa Rica und Kolumbien beobachtet. Einfach weil, sie so coole Manöver starten.

Ja, Ben hat diesen Tag geliebt. Und das süßeste was er an diesem Tag gesagt hat war: „Mama, ich mag Bubba so sehr, dass ich ihn glaube ich ganz schön vermissen werde, wenn er nicht mehr da ist.“ Bubba war gerührt und ich konnte es soo gut verstehen. Denn ich habe ihn auch sehr gern! Als ich 2007 das erste Mal nach Hause flog, habe ich Rotz und Wasser geheult und wir haben täglich mehrmals telefoniert. Ich wollte unbedingt zurück. Die beiden haben mich stets umsorgt und wie ihr eigenes Kind behandelt (das tun sie auch immer noch wenn wir uns sehen, was ich etwas niedlich finde).

12. Juli – Krankenhaus statt Everglades

Mitten in der Nacht lag Ben weinend neben mir. Ich dachte zuerst es sei ein Alptraum, doch das war es nicht. Es waren Schmerzen Augenschmerzen. Mit viel Streicheln und schlief er wieder ein.

Am Morgen fragte ich ihn, ob wir zu den Krokodilen fahren wollen. Dann meinte er jaaaaaaa. Aber erst möchte ich mich noch einmal hinlegen. Hä? Das finde ich seltsam. Gut, er macht das manchmal, weil er denkt der Tag hätte 100h und endet nie. Aber er hatte schlechte Laune und wollte nicht raus rücken was los ist. Dann tat er es doch und klagte wieder über Augenschmerzen, Nackenschmerzen und er ist fertig. In Ordnung, dann gehen wir jetzt zum Arzt, ist vielleicht besser. Gesagt, getan, doch dabei blieb es nicht. Der Arzt konnte kein Labor machen, aber er kann eine Meningitis nicht ausschließen. Er empfiehlt uns, direkt ins Krankenhaus zu fahren und fragt ob er eine Ambulanz ordern solle. Ich kann mir vorstellen, dass viele Kinder das aufregend gefunden hätten aber, da Ben einen Heulkrampf bekam, als er vom Krankenhaus erfuhr, sind wir dann lieber von Bubba und Deanna chauffiert worden. Ziemlich besorgt und nervlich am Rande des Wahnsinns, fuhren wir also ins Krankenhaus und hatten großes Glück, beinahe allein in der ER zu sein. Wir bekamen gleich ein Untersuchungszimmer zugewiesen, in welchem Ben sich hinlegen und schlafen konnte. Länger als 15 Minuten wach halten war auch nicht drin. Er war nicht der Ben, den ich kenne. Die Schwestern waren grandios, der Doktor hat sich (als er dann nach 3h kam) viel und mehrmals Zeit genommen, was ich sehr beruhigend fand. Ben ging an die Infusion, gab Urin ab und ihm wurden 8 Röhrchen Blut abgenommen. Boah, ich bin ein Jammerlappen , was Nadeln und Infusionen (an meinem Körper) angeht. Ben hat das aber richtig klasse gemacht. Er hat keine Träne verloren, meinte sogar es hat kaum weh getan und eigentlich habe ich damit gerechnet, dass er weint, wenn die Schwester aus dem Zimmer geht. Er hasst es, vor anderen zu weinen. Aber er hat mich dann später nur gefragt: „Mama, wieso hat das denn nicht weh getan?“ Wow. Und dann ist er wieder eingeschlafen. Das ging etwa 8 Stunden so. Schlafen, aufwachen, untersuchen, schlafen, pinkeln, schlafen. Essensverweigerung sowieso.

Was kam bei raus? Nicht viel ehrlich gessagt. Gut ist, dass Meningitis und Mononucleose, Anämie, Nierenproblematiken und andere krasse Sachen ausgeschlossen werden konnten. Hepatitis und eine Blutkultur wurden ebenso angewiesen. Gegen 21.40 wurden wir dann entlassen und Ben hat mit Schmerzmittel 14 Stunden geschlafen.

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