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13. Juli – der Tag danach

Bubba und Deanna sind Heim geflogen und Ben schlief ewig. Ich habe mich darauf eingestellt, dass der heutige Tag sicher schwierig wird. Doch dann geschah etwas seltsames. Ben wacht auf und sagt: oah Mama mir geht’s ja gut! Und ich hab Hunger! WHAT? Okay……wir machen mal ganz langsam. Er hat 4 Brote gefuttert und hat im Wohnzimmer abgetanzt. Was läuft denn hier bitte für ein Film? Das kann doch keine NaCl Infusion… Wir haben bis 14 Uhr abgehangen, im Bett gelegen und nix gemacht. Später habe ich mich gewagt, mit ihm spazieren zu gehen und auch etwas Wasser zu kaufen. Dabei ging es ihm gut und es war als wäre nichts gewesen. Das ist mir unerklärlich. Der blöfft doch. Kleiner Spoiler vorweg: heute ist der 19. Juli und Ben geht es nach wie vor gut. Dennoch hielten wir die Tage eher gediegen und kurz.

14. Juli – Zeit für ein bisschen Strand

Glücklicherweise ist Miami Beach nur 6 Minuten zu Fuß entfernt. Wir packen heute also unsere Strandsachen zusammen, mieten uns Liegen und Schirm und hängen am Strand ab. Gebuddelt wird nur seniorengerecht …ja leider keine riesen Vulkane und Löcher mehr, jetzt gibt’s vorerst nur noch Sandkuchen. Immerhin müssen wir ja Kräfte einsparen. Wir genießen das lauwarme Wasser und ich habe Ben scharf im Blick für jegliche Auffälligkeiten. Wenn ich nun eins weiß: Ben ist ein guter Schauspieler, und offenbar kann er sehr gut „Unwohlsein“ tarnen. Wer möchte schon was vom Leben verpassen?

15. Juli – South Beach

Also gut, Ben geht’s nach wie vor gut. Er isst auch wieder mehr und daher fahren wir heute mit dem Miami Trolley 20 Minuten, um South Beach zu sehen. Der berühmteste Strand in Florida. Ja okay, er ist schön, aber meiner Meinung nach vieeeeeel zu voll. Wir haben keine Badesachen dabei. Egal, dann eben in Unterwäsche! Ben hat den Spaß seines Lebens und schreit unentwegt „ich bin so glücklich. yeah. Das ist so cool“. Na das hört sich doch super an. Das Drumherum von South Beach ist auch einen Stadtbummel wert. Außerdem habe ich Ben die ganze Reise über vertröstet, wenn er Spielsachen kaufen wollte. Gelockt habe ich ihn mit der USA, denn hier kann man doch so super shoppen gehen… Also stehen wir hier u.a. vor ROSS und Ben verschwindet in den Regalen. Keine Ahnung wie ich früher so gerne shoppen gehen konnte. Mittlerweile nervt mich das eher. Er wird jedenfalls fündig (klar wird er das…meine kleine Shoppingueen).

Doch Miami glänzt nicht  nur. Man sieht auch hier die Armut an allen Ecken, Drogensüchtige und Mitarbeiter in diversen Lokalen, die alles andere als gesund oder glücklich aussehen. Bei Subway hat mich geschockt, dass ein Mann, der mindestens 68 Jahre alt gewesen sein muss, mit Hörgerät, humpelnd, gekrümmt noch dort arbeitete. Er konnte ja kaum das Sandwich in der Hand halten. Vermutlich hat er keine Wahl, wenn er sich über Wasser halten muss. Keine Ahnung. Jedenfalls fand ich es sehr traurig.  Wir haben einige Personen gesehen, die nicht obdachlos aussahen, aber so krasse Erkrankungen hatten, einfach weil sie scheinbar keine Krankenversicherung haben oder keinen Ort mit staatlicher Versorgung finden können.

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