5. Februar. Abflug nach Australien – unser erster gemeinsamer Familienurlaub mit Baby
Fliegen mit Baby
Wir haben 2x 10h- Langstreckenfluege und einen Inlandslug vor uns. Also was muss alles vorher organisiert werden?
Reisepass. Tatsaechlich ist der Reisepass fuer das Baby Pflicht (auch wenn es nur Tage alt ist) einen Reisepass, wenn man auf Reisen geht. Frueher wurde das Kind in den Elternpass eingetragen, doch das gilt seit 2012 nicht mehr. Es ist abhaengig von der Behoerde, aber im Grunde dauert die Ausstellung nur wenige Minuten bis 2 Tage. Er kostet nur 14 Euro und ist 6 Jahre gueltig. Allerdings muessen das Foto und die Angaben, wie z.B. Augenfarbe (welche sich ja beim Baby noch aendern kann) aktualisiert werden, sobald sich massgeblich daran etwas aendert.
Schlafplatz/ Sitzplatz fuer’s Baby. DAS war in der Tat unsere groesste Sorge. Was machen wir mit Ben auf einem 10h Flug? Es gibt allgemein 2 Optionen: Man bucht einen eigenen Sitzpatz fuer Ben oder man nimmt ihn auf den Schoss. Bei Kindern unter 2 Jahren kann man hier noch frei entscheiden. Darueber hinaus besteht die Moeglichkeit fuer ein Baby mit maximal 9-10kg Gewicht und 74cm Koerperlaenge eine Korbwiege/ Babybassinet/ Babybett zu beantragen. Diesen Service bieten fast alle Airlines auf Mittel- und Langstreckenfluegen. Am besten ihr checkt das vor dem Buchen. Das hat mehrere Gruende: 1. Nicht alle bieten das an, 2. es gibt nur 1-4 Plaetze fuer Korbwiegen pro Flug! und 3. solltet ihr in Erfahrung bringen, wie ihr sichergehen koennt einen solchen Platz zu ergattern. Unsere Airline (Air China) hat Antraege 7-1 Tag vor Abflug angenommen und innerhalb von 24h bestaetigt. Hier gilt, wer zuerst kommt, siegt. Dennoch kann es passieren, dass nicht alles glatt laeuft, im Falle einer Flugaenderung etc. Mein Tipp: Checkt so frueh wie moeglich ein und fragt erneut nach, ob die Korbwiege vermerkt ist und ob jemand neben euch sitzt. In unserem Falle haben Sie uns den Platz daneben auf beiden Fluegen freigelassen. Einige Airlines sind auch sehr nett und lassen einen Platz neben euch frei, d.h. ihr haettet sogar einen eigenen Sitz fuer’s Baby und zwar for free! In diesem Falle habt ihr die Moeglichkeit euer Baby auch mal hinzusetzen (vorausgesetzt es sitzt schon) und es zu bespassen oder einfach mehr Platz im Allgemeinen. Wer einen eigenen Sitz fuer das Baby hat, kann zugelassene Autositze wie einige Maxi Cosi’s oder Front-faced Sitze mit in den Flieger nehmen, was wohl die angenehmste und sicherste Variante ist. Die jeweiligen Airlines geben Informationen, welche Sitze zugelassen sind. Doch das sind nicht eure einzigen Optionen. Mittlerweile gibt es eine ziemlich coole Alternative: die JetKids Bedbox von Stokke. Dieser „Koffer“ ist offizielle Handgepäckgröße und wenn man ihn entsprechend entfaltet verlängert er die Sitzfläche und verwandelt den Platz eures Kindes zu einem Bett. Faule Kids können darauf am Flughafen „gezogen“ werden, andernfalls den Koffer easy und stolz selber ziehen. Weiterhin hat die JetKids Box auch einen Stauraum im Deckel. Das Gute: Die Kids können sowohl im Sitzen als auch im Liegen angeschnallt werden. Ihr müsst den Gebrauch auch gar nicht nur auf das Flugzeug beschränken, sogar im Zug verwenden es einige Eltern für ihre Kids. Wichtig zu wissen: checkt ob die Airline die JetBox ablehnt. Vor zwei Jahren sah das noch anders aus, mittlerweile findet sie aber Einzug. Hier gibt es eine Liste der Airlines, welche mit der Nutzung okay sind. Ganz günstig ist die Box sicher nicht (etwa 160 EUR in der Anschaffung), jedoch vor allem für regelmäßige Flugreisen >4h sicherlich eine Anschaffung wert. Nun muss man bedenken, dass die Box ihre Grenzen hat (Alter & Körperlänge), wenn es um den Faktor Schlaf geht. Früh gekauft, hat man sicherlich bis zum 3./4. Lebensjahr guten Nutzen. Bis zum 7. Lebensjahr dient sie eher dem couch-ähnlichen Sitzcomfort. Wer sich eine solche Box nicht selber anschaffen möchte, kann sie heutzutage sogar mieten. Hier gibt es genug Angebote auf Ebay Kleinanzeigen anderen Bloggern wie bei Kilenda und Thailand mit Baby. Preislich liegt man zwischen 30 & 40 Euro für eine Anmietung bis zu 3 Wochen. Alternativ gibt es auch aufblasbare Sitzvergrößerer, welche sowohl für Kids als auch Erwachsene einen echten Zugewinn an Reisekomfort bieten können. Sicherlich bietet diese Alternative nicht die gleiche Stabilität und vor allem keinen seitlichen „Rausfallschutz“ wie es die JetKids Box tut, aber dennoch sprechen Preis und Packmaß (ohne Luft & zusammengerollt einfach an die Handtasche zu hängen) dafür es auszuprobieren. Wir haben dieses probiert und auf 4 Flügen getestet (11h Flug nach Dallas, 4h Flug, 9h Flug und 3h Flug).
Wir haben eine Korbwiege bekommen…yay…und was nun?
Bei Start & Landung muss das Baby auf eurem Schoss sitzen via extra Babygurt, welchen die Crew euch ohne Anfrage zuteilt. Seid ihr in der Luft, fragt ihr am besten die Stewardess nach der Korbwiege und sobald Flughoehe erreicht ist, wird diese an der Wand vor euch angebracht. Ben hat tatsaechlich gerade so reingepasst (7,5kg, 68cm). Jede Airline hat unterschiedliche Korbwiegen, es gibt also sicherlich kleine und etwas groessere.
Baby’s Schlaf & Lautstaerke im Flieger
Es kann wirklich sehr an den Kraeften zehren mit Baby zu reisen. Zum Einen ist man selbst muede, zum Anderen wacht das Baby immer wieder dann auf, wenn man selbst einschlaeft. Beim ersten Flug war der Babyplatz direkt neben den Toiletten. Ben ist fast bei jeder 2. Spuelung aufgewacht…bei 200 Passagieren on board war das also sehr oft der Fall! Tipps eurem Baby zum Schlaf zu verhelfen:
– Baby Banz Kopfhoerer (wenn euer Baby auf dem Ruecken schlaeft und den Kopf relativ gerade haelt ist das eine tolle Geschichte, denn euer Kind wird kaum etwas vom Krach mitbekommen und seelig schlafen). Wenn euer Zwerg eher unruhig schläft, wird dieser Plan nicht aufgehen, denn die Kopfhörer sind recht „dick“ und das wird im Halbschlaf wenig akzeptiert.
– Muetze (die beste Alternative, wenn das Baby unruhig oder nicht in Rueckenlage schlaeft; sie schuetzt nicht nur etwas vor Laerm sondern auch vor Zugluft im Flieger)
– Kinderkopfhörer, diese sind nämlich nicht nur für Hörbücher/ Musik unglaublich praktisch, sondern auch noch flach und dämpfen Umgebungsgeräusche.Wir haben Snugglys gekauft und sind zufrieden. Unser Sohn trägt sie sehr gerne.
– Flugzeugdecken, mitgebrachtes Laken, etc. sind absolut empfehlenswert! Ihr koennt eurem Baby quasi ein „Zelt“ bauen, um den Schlafplatz schoen dunkel und vor allem ruhig zu halten. Die Decken sollten weich sein, denn umso mehr wird die Lautstaerke ferngehalten. Davon abgesehen wird das Baby nicht von jeder Person angestarrt, nicht beleuchtet und vom Schlafen abgelenkt. Ein kleinen Schlitz lasst ihr offen zwecks Luftzirkulation und zum reinschauen, ob Baby schlaeft.
Zur Kleidung kann ich nur folgendes sagen: Viele hypen die Schlafsaecke fuer den Flug. Wir haben zwar einen mit gehabt ihn aber nicht genutzt, denn die Baby’s koennen sich viel besser bewegen und den Fuss uber die Bettkante haengen lassen, wenn sie eine leichte Hose tragen. Im Flieger ist es nicht mehr so kalt wie frueher und davon abgesehen gibt es Decken und die „Zelt-Option“, welche genug Waerme bereitet. Ben hatte eine duenne Strumpfhose, Soeckchen, Langarmbody und Langarmshirt getragen. Ausserdem hatten wir eine Jogginghose an Board.
Wickeln ueber den Wolken
Mittlerweile gibt es in nahezu jedem Flieger auf den WC’s herunterklappbare Wickel“tische“. Wir haben auf einem 10h Flug etwa alle 2h gewickelt, denn es kann schon sehr gut vorkommen, dass auch Babys etwas aufgeregt sind und oefter die Windel mit einem Stinkerchen versehen. Mal abgesehen davon, empfehle ich allgemein alle 2h zu wickeln (ausser Baby schlaeft), denn euer Baby sitzt/ liegt sehr lange auf dem Popo und bekommt wenig Luft im Windelbereich, was sowieso zu Roetungen fuehren wird. Je geringer der Naessestau, desto besser.
Essen & Trinken unterwegs
Unabhaengig vom Stillen, werden einige Babys schon Mahlzeiten/ Brei zu sich nehmen. Ben ist 6 Monate alt und isst schon ziemlich viel. Ich hatte zum Einen mehrere Glaeser im Gepaeck, zum Anderen aber auch Instant Flocken und Babywasser. Einige Airlines lassen die Wickeltasche inklusive der Babynahrung ohne Probleme durchgehen, auch wenn die eigentliche Anzahl der Handgepaeckstuecke bereits erreicht ist. Das ist aber nicht immer so! Der Flug nach Peking bspw. war kein Problem hinsichtlich des Babywassers. Von Peking nach Sydney allerdings wollten sie uns das Wasser wegnehmen und haben erst nach mehreren Diskussionen nachgegeben. Im schlimmsten Falle kann man immer nach abgekochtem Wasser on board oder in Restruants fragen, oder die Fruchtglaeser zum Mischen nutzen. Seid hier also gut vorbereitet. Allein 4 Glaeschen wiegen schon min. 1kg, 2x Babywasser wiegt etwa 700-800g, 30 Windeln wiegen locker 500g-900g (je nach Groesse und Marke), Handmilchpumpe etwa 300g, Feuchttuecherpackung 500-800g….wir sind bereits bei 4kg ohne Taschengewicht, Wechselkleidung, Babycreme, Spielzeug etc. Unterschaetzt das Gewicht also nicht!
Unsere Reisezeit: 34h (2x 10h Flug, 1x 1,5h Flug, StopOver insges. 13h).
Anzahl Windeln: 25 inkl. Backup
Anzahl Glaeschen: 3x Frucht/ Milchbrei, 2x Herzhaft
Babywasser: 2x 330ml
Instant Flocken (Koelln): 1x
Wechselkleidung: 2 Bodies, 1 Langarmshirt
Calendula Wundschutzcreme 1x in Reisegroesse
Loeffel: 4stk & 2x Schuesseln, Trinkbecher
Die Instantflocken waren definitiv die wertvollste Entscheidung, denn sie lassen sich mit jeglicher Fluessigkeit mischen (ob warm oder kalt) und so konnten wir im Flieger, am Flughafen mal schnell einen Fruchtbrei kreieren.
Was muss in den Koffer fuer’s Baby?
Eigentlich muesste die Frage anders formuliert werden: Was muss in die Wickeltasche, denn ihr muesst davon ausgehen, dass euer Gepaeck ggf. nicht ankommt und ihr somit weder erste Nahrung noch Kleidung etc. fuer’s Baby dabei habt. Alles was ihr fuer die ersten 3 Tage brauchen koenntet, sollte also ins Handgepaeck. Wir haben insgesamt 60 Windeln dabei gehabt, 3x Wechselkleidung, Pflegeartikel, und 3 Packungen Reisflocken/ Milchgetreidebrei/ Instantflocken….Ausserdem sollte auf jeden Fall der Impfausweis und das Untersuchungsheft des Babys dabei sein!
Die Frage des Koffers / der Tasche beantworte ich hier.
Start & Landung
Die groesste Angst unter Eltern gilt noch immer dem Start und der Landung, denn Babys haben generell mehr Schwierigkeiten den Druckausgleich vorzunehmen, denn sie wissen noch nicht wie sie das anstellen koennen. Ich moechte euch hier die Angst nehmen, denn es gibt in der Tat genuegend Babys, die gar nicht realisieren, dass sie Druck auf dem Ohr haben bzw. ihn nicht unbedingt als schmerzhaft empfinden. Es ist auch immer eine Frage des „Wie gehe ich selbst damit um?“, denn wenn man mit dem Kind wie immer etwas spielt und rumalbert, dann konzentriert sich das Baby gar nicht erst darauf. Ben hat, wenn er wach ist, dann immer einen Nuckel im Mund und wir ziehen ab und an daran, damit er aktiv weiter nuckelt und beschaeftigen ihn. Das klappt super. Er ist auch schon in meiner Manduca (Trage) eingeschlafen und hat gar nichts mitbekommen. Das ist natuerlich der Idealfall. Wenn euer Baby keinen Nuckel mag, bietet ihm einen sauberen Finger an, etwas zu trinken etc. Persoenlich finde ich die Landung definitiv schlimmer als den Start, denn der Druck kommt hier viel schneller auf, wie ich finde.
Zusammenfassung zu den „Schlafmöglichkeiten“ & Sitzkomfort
- Baby-Bassinet/ Korbwiege
- JetKids BedBox von Stokke
- aufblasbarer Sitzvergrößerer
- zugelassener Kindersitz
- Baby-Bassinet/ Korbwiege
- PRO:
- man bekommt automatisch die erste Reihe im Abteil zugewiesen und hat viel Freiheit
- das Baby hat seinen eigenen Platz
- es kostet nichts
- KONTRA:
- oft erst kurz vor der Reise (sowohl Hin- als auch Rückflug) die Gewissheit, ob ein Bassinet verfügbar ist
- bei Turbolenzen muss das Baby rausgenommen werden
- bequem bis maximal 74 cm Körperlänge (max bis 7,5 Monate je nach Körperbau)
- beschränkt auf 9-10 kg Körpergewicht
- PRO:
- JetKids BedBox von Stokke
- PRO:
- unabhängige Lösung
- Schlafcomfort bis zum 3./ 4. Lebensjahr
- Kind lässt sich mit Gurt sichern
- bequem Dank integrierter Matratze
- auch im Zug o.ä. einsetzbar
- KONTRA:
- teure Anschaffung
- ein Handgepäck ist hiermit „belegt“
- nicht alle Airlines lassen Nutzung offiziell zu (eher im Falle der Turbulenzen interessant)
erfordert eigene Sitzplatzbuchung (ab 2 Jahren sowieso erforderlich)
- PRO:
- aufblasbarer Sitzvergrößerer
- PRO:
- sehr erschwinglich
- flexibel einsetzbar
- geringes Packmaß & Gewicht
- für „Klein und Groß“ guter Sitzkomfort
- KONTRA:
- keine Seitenstützen (zum Schlafen) für Kleinkind; hier muss improvisiert werden
- Stabilität ist vom Luftvolumen des Aufpustens abhängig
- muss aufgepustet werden
- nur mit eigenem Sitzplatz richtig sinnvoll
- PRO:
- zugelassener Kindersitz
- PRO:
- bei Turbolenzen ist das Kind adäquat gesichert
- KONTRA:
- zwischen 170 und 250 € Anschaffungskosten, falls nicht schon ein Aircraft zugelassener Kindersitz im Haushalt existiert
- einige Kindersitze haben keine Liegeposition (bei 10h Flügen eher unbequem)
- muss zwischen Flugzeugwechsel mitgeschleppt werden und auch sonst (Gewicht ist nicht zu unterschätzen)
- Sitz darf in vielen Ländern offiziell nicht im Auto/ Wohnwagen genutzt werden ( z.B. USA, Australien)
- erfordert eigene Sitzplatzbuchung (ab 2 Jahren sowieso erforderlich)
- wenn das Kind keine Lust hat darin zu sitzen, habt ihr an Bord ein Problem…wohin mit dem Sitz? (wir haben das leider schon durch ;-) )
- PRO:
Fazit
Für Kinder von 0-1 Jahr gibt es nur die Bassinet oder „auf dem Schoß“ / „in der Trage“- Optionen. Für Kinder zwischen 7 Monaten und 4 Jahren muss abgewägt werden ob JetKids, eigener Kindersitz oder reicht ein aufblasbarer Sitzerweiterer? Wenn ihr noch wertvolle Tipps habt, teilt sie doch gerne mit uns. Das ist immer eine riesige Hilfe :-)


