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Azoren Tag 4 – 29. Mai

Leute…ich bin so dämlich. Heute habe ich wieder einen richtigen „Sarah Fail“ hingelegt. Aber dazu komme ich gleich…

Ihr erinnert euch, gestern war der Regentag. Der Tag, an welchem wir Zuhause rumgehangen haben. Weil es hat ja geregnet. So richtig doll. Und ohne Auto war das dann doch doof. Zum Glück haben wir ja ab dem 28.ein Auto gebucht. Nur noch einen Tag lokal abhängen.

Also haben wir heute nochmal 2 Stunden auf dem Spielplatz verbracht, bei der Ananas Plantage nochmals gesündigt und sind dann noch zwei Stunden durch die Stadt gegurkt, haben die Seacolors noch einmal besucht. Da haben wir auch in Erfahrung gebracht, dass wir am 27. so richtiges Glück hatten, denn heute wurde noch kein Wal gesichtet und gestern konnte gar nicht erst rausgefahren werden. Also haben wir bis 15.30 Sightseeing betrieben, um dann pünktlich 16 Uhr unser Auto abzuholen.

So. Wem von Euch ist der Fehler bereits aufgefallen? Na? Kommt schon… Überlegt mal.

Genau! Heute ist der 29. Mai. Also war gestern die Auto Abholung…..haha…..Was für ein Mist! So klar, dass ich so etwas verpeile. Der Spaß hat mich 80 Euro extra gekostet. Was habe ich daraus gelernt? Ich trage mir ab sofort alle Pick-up und Drop-off Zeiten in den Kalender ein. Nun bleibt die Hoffnung, dass ich auch tatsächlich in den Kalender schaue. Wenn nicht, habe ich einen lieben Mann, der mich ja glücklicherweise immer an meine Dinge erinnert :-).

Endlich mal an den Strand…BUDDELN.

Ben fragt seit 5 Tagen wann er denn nun endlich buddeln gehen kann. Nun war es zwar schon kurz vor 17 Uhr, aber versprochen ist versprochen. Das Ergebnis: ein unfassbar glückliches Kind, dass „das ist der Wahnsinn!“ schreit und voll in seinem Element ist. Na dann, jeden Tag 2 Stunden Buddeln, würde ich mal meinen.

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Azoren Tag 3 – 28.Mai

Es regnet. Ich meine so richtig….oooohne Ende…..wo das Meer ist, lässt sich nur erraten. Zeit für einen Filme-Vormittag, bis der Regen sich verzieht…also wohl doch eher ein Filme-Tag.

Ben hat einen neuen Freund namens „Balli“

Ihr denkt doch wohl nicht, er hätte einen waschechten Portugiesen aufgerissen. Nein, nein. Er hat beschlossen, dass er gerne einen Ball kaufen möchte und dieser überall und das zu jeder Zeit dabei sein soll. Gesagt getan. Balli bekommt einen eigenen Stuhl, einen eigenen Schlafplatz und wird jeden Abend ebenso geduscht.

Der erste gemeinsame Ausflug führte uns zur Ananas Plantage, welche gleich ums Eck ist. Nach der kleinen Führung gab es dann Ananas, Ananas und nochmals Ananas …in jeder erdenklichen Form: Marmelade, Kompott, Sandwich, Ananas pur, Ananassaft, Ananas-Teigtaschen, Ananaslikör, Ananaseis, ….. Ich gebe zu. Es war ziemlich lecker. Die „Führung“ hingegen war eine self-guided Tour mittels QR Codes. Semi-Cool. Da es aber auf Sao Miguel mindestens 20 Plantagen gibt, weiß ich nicht, ob das woanders besser ist. Wer das mit den QR Codes macht, kann jedenfalls viele Infos mitnehmen. Zum Beispiel, dass die Ananas 2 Jahre (!!!) braucht, um zu reifen.

Der zweite gemeinsame Ausflug war der Botanische Garten in Ponta Delgada. Ben war ziemlich begeistert von den riesigen Wurzeln der Bäume und der Wiese, auf welcher man hervorragend Ball spielen konnte… ;-)

Danach ging es mit Balli zum Abendessen in einen irischen Pub. Ben hatte Glück, die nette Kellnerin konnte etwas Deutsch. Das fand er super. Sie war auch so gesehen ein Goldstück, denn der Koch war gerade in Pause und nun mussten wir eigentlich eine halbe Stunde warten. Doch was hat sie getan? Sie hat ihm einfach selbst das Essen gemacht. Herrlich ,und so war sie bei Ben ganz ganz oben auf der Liste der heutigen Lieblingsmenschen.

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Urlaub?

Als wir hier und da von unseren Reiseplänen erzählt haben, kamen unterschiedlichste Rückmeldungen dazu. Von „Wie ihr macht das alleine!?“ bis hin zu „Wow, was für ein schöner langer Urlaub!“

Ich habe mir schon vor der Reise gedacht, dass es nicht immer „leicht“ , entspannt oder toll sein wird. Ist ja auch unrealistisch. Bei einem Urlaub von 1-2 Wochen ist jeden Tag „Urlaubsfeeling“. Meist auch in vollem Familienumfang. Jeden Tag was aufregendes erleben, Eis ohne Ende, machen was man gerade eben so mag.

Ben war die ersten 4 Tage so aufgeregt, dass alleine einschlafen keine Option war, richtig essen nicht existent und eine Flut von „Können wir das auch machen? Jetzt Mama?“ den Tag bestimmten. Ich muss sagen, ich bin erstaunt, wie er die ersten Tage gepackt hat. Mit dem ganzen aufregendem Drumherum war aber auch schnell klar: Nun geht’s an den Aufbau von Alltagsroutinen.

Er hat die Wohnung hier, die so richtig wohnlich und gemütlich ist, ganz schnell als „Zuhause“ angenommen und ich bin froh, dass es kein Hotel ist. Geschirrspüler ausräumen, Essen einkaufen, kochen, Wäsche waschen und mal den Nachmittag auf dem Sofa mit einem Film zu verbringen ist echt ein Segen.

Ben hat sich seine eigene Routine aufgebaut: Morgens den Tisch decken, im Wohnzimmer spielen und sich danach um seinen neuen Fraund „Balli“ kümmern. Außerdem wird jeden Tag der Morgenkreis gemacht, wobei ihm jeder Gegenstand als Person auf dem Stuhl neben sich recht ist. Ab und zu telefoniert er auch imaginär mit seinen Freunden. Dann muss es jeden Tag einmal den Spaziergang zum Spielplatz geben und am Abend das gemeinsame Zähneputzen mit Lesen im Anschluß. Das läuft richtig gut. Er hat auch schon verstanden, dass an „Reisetagen“ die Routinen mal nicht stattfinden. Meckern und Diskussionen gibt’s wie Zuhause auch, das Leben ist ja kein 24h-Konfettiregen. Die Momente, an denen er sich mordsmäßig erfreut sind so schön, dass der Rest schon wieder Geschichte ist.

Ich habe mich schon oft gefragt, wie das so bei Langzeitreisenden ist. Drei Monate sind ja noch überschaubar, aber Jahre… Ich bin gespannt, wie ich das in ein paar Wochen empfinden werde, aber Stand heute würde ich sagen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für Ben ein Segen wäre, an keinem Ort länger als ein paar Wochen zu bleiben.

Wie anstrengend ist es allein mit Kind zu reisen?

Vermutlich beantwortet jeder diese Frage etwas anders. Aus meiner (noch am Anfang stehenden) Perspektive: Die größte Herausforderung ist es wohl, beständige Alltagsroutinen beizubehalten, welche an jedem Ort funktionieren. Außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Antennen für Ben’s seelischem Wohlbefinden auf Höchstleistung laufen. Wie Zuhause „streiten“ geht kaum, denn er hat eben nicht „sein“ Zimmer als Rückzugsoase und weiß, dass er hier von mir abhängig ist. Dinge auf die ich keine Lust habe (zum Beispiel 2h am Spielplatz das gleiche Ballspiele spielen) kann ich nicht ausweichen, denn mit wem soll er sonst spielen? Seine Freunde sind ja nicht greifbar. Freunde, Mama und einen Teil Papa abzubilden ist also eine echte Herausforderung. Zeit für mich gibt es ab und zu am Abend, aber das war ja keine Überraschung und ist in Ordnung ;-).

Es ist kein Spaziergang und nicht jede Stunde Sonnenschein, aber ein tolles gemeinsames Erlebnis mit vielen Entdeckungen, Kompromissen, leuchtenden Kinderaugen und Verbundenheit.

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Ponta Delgada (Azoren) 27.Mai

Man, hatten wir gestern noch Glück! Ihr erinnert euch, unser Gepäck war jeweils 2 kg drüber und ich habe schon damit gerechnet, dass ich Strafe zahlen darf. Ben habe ich auch schon darauf vorbereitet. Nunja, als die nette Boarding-Angestellte dann mit einer Kofferwaage daher kam, dachte ich mir: „Selbst Schuld Sarah.“ Um alle Optionen auszuschöpfen, habe ich (Rabenmutter) Ben’s Rucksack vollgestopft und darauf vertraut, dass ja wohl niemand bei dem kleinen Spross einen schweren Rucksack vermuten würde. Wir warteten ewig. Irgendwas stimmte nicht und als das Boarding begann, war es schon so spät, dass keine Zeit blieb, Koffer zu checken. Ich werde nie vergessen wie er „gespielt unangestrengt“ das Ding durchs Gate getragen hat. Mein Junge. ;-) Danach standen wir nochmals 30 Minuten auf der Brücke und als wir dann alle wieder zurück zum Gate gebeten wurden, dachte ich mir: Karma. Aber heeeey, tatsächlich hatten wir dann schon 1 h Verspätung und als das Boarding erneut los ging hat keiner irgend etwas sehen wollen. Das war vielleicht ein Stress. Blöde Gewichtsabweichungen.

Der Flug und die wunderschöne Landung ließen allerdings alles schnell vergessen.

Waltour mit Seacolors

Heute steht unsere Whale Watching Tour statt. Ausgesucht habe ich absichtlich nicht die großen Standardunternehmen wie Futurismo, sondern einen kleinen Anbieter, die ausschließlich von Marinebiologen, Biologie Studenten und Naturwissenschaftlern allgemein, betrieben werden. Was ist bei der Buchung schon gut fand: Die Tour kann 3-5h andauern, damit wir tatsächlich auch Tiere sehen. Allerdings wird den Walen nicht auf die Pelle gerückt, nur um das beste Foto zu schießen.

Sie haben sich auch vollständig daran gehalten (im Gegensatz zu Nachbarbooten) und das fanden wir alle ziemlich cool. Klar, Ben hätte natürlich noch lieber näher dran gestanden, aber (in diesem Fall) Pottwal-Kälber zu bedrängen war keine Option!

Ben war jedenfalls mächtig aufgeregt und da der Captain meinte, dass man vielleicht mit Delfinen schwimmen kann, war er gedanklich schon im Wasser. Er hat sich sofort einen Wetsuit angezogen (für alle Fälle vorbereitet sein). Das Boot war SEHR schnell, es war eine feucht fröhliche Angelegenheit und ich war wirklich absolut begeistert, wie abenteuerlich Ben es fand. Angst 0%, Spaß 100% und er hat gesucht…gesucht…gesucht!

Wir wurden ca. 45 Minuten später mit 3 Pottwalen und einem Kalb belohnt. Ben war soo begeistert und aufgeregt. Richtig cool!

Im Anschluss sind wir dann noch auf Delfinsuche gegangen und auch nach kurzer Zeit fündig geworden. Tümmler, Tümmler und noch mehr Tümmler. Sie sind gesprungen ohne Ende (ich war natürlich immer dann nicht in Position..haha). Oh Ben fand es sooooooo schön. Er hat immerzu gefragt, ob er nun mit den Delfinen schwimmen darf. Leider waren die Tümmler aber ziemlich verstreut und eher weniger an uns interessiert, sondern haben immer wieder ihre Richtung gewechselt, um uns „los zu werden“. Um die Tiere also nicht zu bedrängen, haben wir einfach nur da gestanden und beobachtet. Auch wenn Ben’s Traum dieses Mal nicht ganz in Erfüllung gegangen ist, so meinte er heute zig mal: „Mama, das war der schönste Tag überhaupt“; „Mama das war so toll! Wann gehen wir wieder auf Bootstour?“; „Mama ich bin immer noch so aufgeregt!“

Zum Glück nur 3 Stunden später, waren wir zurück. 5 Stunden wären grenzwertig gewesen, denke ich.

gew

Und weil der Tag so schön begonnen hat, sollte er genauso schön weitergehen. Das Mittagessen war fantastisch und gestärkt sind wir den Hafen abgelaufen. Auf den Azoren sind natürliche Pools ja ganz normal und verbreitet, also dachten wir uns: Let’s go. In Australien waren die schließlich auch immer sehr angenehm. Jaaaa….in Australien war aber auch kein Atlantik mit 18°C an der Tagesordnung. Keine 10 Pferde bekommen mich da rein….Ben war mutig, aber dann doch nicht so mutig. Eins kann ich euch aber verraten: die Portugiesen sind knallhart. Einer nach dem anderen hat sich dem Arschbombenwettbewerb angeschlossen oder war gefühlt stundenlang schwimmen. Vielleicht werden wir ja auch noch „hart“ :-)