5.July – eine Suende wert
Zum Glueck hat Marco in Richtung Atherton Tablelands eine Tankstelle mit kostenloser Dusche gefunden, der Tag ist also gerettet. Ich liebe das Reisen im Auto und Camping, aber ohne Dusche geht gar nichts. Ob warm oder kalt oder einfach nur Eimer fuer Eimer ueber mich schuetten…mir egal – hauptsache sauber. Frisch geduscht fahren wir also in die Berge und machen unseren ersten Stop in Millaa Millaa. Dies ist einer der hoechsten Orte in den Tablelands und es gibt eine unglaubliche Molkerei, welche jegliche Produkte organisch herstellt. Wir koennnen einfach nicht anders und bestellen uns zwei Suenden.
Hoechst zufrieden und mit schlechtem Gewissen wegen der Kalorienbomben, fahren wir weiter durch Atheron bis nach Mareeba. Ich habe mir mehr erhofft was die Aussicht angeht. Doch es ist so neblig, dass man kaum etwas sieht.
Noch vor Mareeba halten wir am Malanda Falls Visitors Centre an. Wow, wir haben noch nie so ein cooles Tourist Center gesehen. Soo viele Ausstellungen, interaktive Vulkan-Nachbildungen, etc. Es gibt hier auch zwei Walks, wovon wir einen machen und einen Haufen Schildkroeten sichten.
Es hat fast den ganzen Tag geregnet, doch in Mareeba scheint die Sonne. Irgendwie mag ich den Ort. Die Stadt ist klein, hat die wichtigsten Shops und ist umgeben von herrlicher Natur. Aehnlich wie Kingaroy. Da wir hungrig sind, kochen wir unser Abendbrot im Mary Andrews Garden und sitzen bis kurz vor Sonnenuntergang.
Wir nehmen uns vor, den naechsten Tag wiederzukommen. Den Rest des Abends setzen wir uns in den McDdonald’s und nutzen die Gelegenheit, um mal wieder mit den Liebsten Zuhause zu telefonieren und ein paar Informationen zu sammeln.
6.July – es gruesst das Kaenguru beim Jogggen
Der Mary Andrews Gardens ist wirklich toll.. mit Sportpark, BBQ, Spielplatz und perfektem Ausgangspunkt fuer einen guten Lauf. Von 10 Uhr bis fast um 13 Uhr machen wir Sport. Erst verausgaben wir uns an den Geraeten, welche mit eigener Koerperkraft arbeiten und ungeahnt super anstrengend sind. Danach gehen wir 6 km joggen. Ein paar Kaengurus begegnen wir, rennen an Passionsfruechten vorbei und werden von den Anwohnern motiviert – und ich habe bei 4 km einfach keeeinen Bock mehr! Ich will das Handtuch werfen – doch ich darf nicht. Also halte ich durch…und wieder einmal sind wir tierisch stolz auf uns.
eine Erlebnisdusche
Eigentlich war es unser Plan im WC mit der Solardusche zu duschen, doch unser Plan wurde durchkreuzt. Nachdem wir vom Joggen wiederkommen, ist de gesamte Parkplatz gefuellt und wir muessen uns etwas Anderes suchen. Gesagt, getan. Wir finden ein offenes Toilettenhaus im Nichts und koennen ungestoert „duschen“. Doch wir greifen zum Eimer und das war mit Abstand die lustigste Erfahrung, die wir in den vergangenen Wochen gemacht haben. Nackig stehen wir da und seifen uns ein und schuetten uns gegenseitig mehrere Eimer Wasser ueber den Koerper. Wenn ich daran denke, muss ich schon wieder lachen. Ich gebe zu, wir wuerden einfach alles dafuer tun mindestens einmal am Tag „duschen“ zu koennen!
Touristenhochburg
Motiviert und energiegeladen fahren wir nach Kuranda. Dieser Ort wird in den hoechsten Toenen gelobt. Als wir durch die Gaenge des beruehmten „Heritage Market“ spazieren, kommt uns ein Gedanke: Erinnert uns irgendwie an Nimbim (nur ohne Teenager, welche nach Cannabiskeksen suchen wuerden). Teuer und touristisch. Nicht schlecht, aber auch nicht allzu besonders. Nungut, wir beschliessen zur Touristeninformation zu gehen und herauszufinden, was man hier Schoenes machen kann. Schnell stellt sich heraus: Nicht viel ohne viele Moneten. Die historische Zugfahrt (wohl der schoenste Part) kostet ueber 60$, das Schmetterlingshaus knapp 20$ und alle anderen Attraktionen 20$+. Wir haetten noch einen kleinen Walk machen koennen, aber spektakulaer ist er auch nicht. Wir entscheiden uns abzureisen und in Richtung Cairns zu fahren. Nur eine gute halbe Stunde dauert die Fahrt.
Da wir Cairns schon ziemlich gut kennen, fahren wir zum altbekannten Botanischen Garten, wo Strom, WC und BBQs auf uns warten – achja und natuerlich 1 Million laestige fiese Sandfliegen. Doch dieses Mal sind wir vorbereitet und haben eine Menge Insektenrepellent dabei. Wir stellen fest, dass unser Platz am Freshwater Lake mittlerweile ziemlich gut besucht ist. Ein blonder Junge sitzt in einer Ecke mit seinem Laptop und Kopfhoerern, zwei Aborigines sitzen auf der anderen Seite des Pavillions. Eine Frau sitzt auf einer der Baenke und telefoniert. Wir suchen uns eine Steckdose und beginnen danach unser Abendbrot vorzubereiten. Immer wieder hoere ich, wie sich der eine Aborigine auf die Arme und Beine haut, um die Sandfliegen zu toeten. „Do you want some Repellent?“ „Yes that would be great!“ „Okay wait a second.“ Er sprueht sich ein und irgendwie entwickelt sich ein Gespraech, welches schon bald eine riesige Gruppenkonversation wird. Die Frau war Franzosin und mit ihrem Freund auf Reisen, die Aborigines sind aus verschiedenen Staemmen und der blonde Junge wurde von uns durchgefuettert, denn er hatte keine Unterkunft und schlaeft seit Tagen in einer Haengematratze in den Baeumen. Ziemlich traurig. Der Abend war super interessant. Wir haben einiges uber das Leben der Ureinwohner gelernt und die Atmosphaere war einfach mal wieder angenehm. Am Ende haben uns die Aborigines beide mindestens zweimal umarmt und wurden sentimental. Herrlich.
7. July – die Franzosen sind ja doch „ganz nett“
Es ist witzig. Als wir morgens zu unserer Picnic Stelle zurueckfahren, um zu fruehstuecken, trudeln die Franzosen auch wieder ein. Wir hatten wieder ein sehr langes Gespraech und ich bin echt beeindruckt, wohin sie ueberall gereist sind. Mit nur 6.500 Euro haben sie 1,5h Jahre Asien, Indonesien, Malaysia, Philippinen etc. bereist. Echt cool. Besonders die Philippinen haben mich interessiert, da sie auch auf unserem Plan stehen, genauso wie Bali.
Mein zuvor eher negatives Bild der Franzosen hat sich zum Glueck durch die beiden angenehmen Persoenlichkeiten gerichtet. Ich habe auch endlich mal eine Erklaerung dafuer bekommen, weshalb Franzosen zo unhoeflich wirken, wenn man versucht Englisch mit ihnen zu kommunizieren: Sophie meinte, dass das Englisch, welches sie lernen so schlecht ist bzw. schlecht beigebracht wird, dass die Franzosen lieber gar nicht reden, als sich zu blamieren. Es ist also keine „Ich weigere mich Englisch zu sprechen, lernt gefaelligst Franzoesisch!“ – Einstellung, sondern eine nachvollziehbare Angst sich zu blamieren. Ihr Englisch war uebrigens sehr gut, die Aussprache zwar gewoehnungsbeduerftig , aber das Vokabular sehr gut!
Auf nach Port Douglas
Nach dem Fruehstueck gehen wir duschen und dann wird es Zeit, dass wir uns auf den Weg nach Port Douglas machen. Gerade einmal 67 km ist Port Douglas entfernt, das entspricht einer knappen Stunde Fahrt auf dem Captain Cook Highway entlang der Kueste. Die Strasse erinnert mich ein wenig an die Ocean Road, da sie sich den Berg entlang windet und der Ausblick wunderschoen ist. Mit jedem zurueck gelegten Meter wird das Klima tropischer, die Baeume noch gruener. In Port Douglas angekommen bemerken wir, dass der Ort winzig ist. Der Strand ist wohl als einer der wenigen zum Schwimmen geeignet und offensichtlich auch gut zum Joggen. Es tuemmeln sich Wasserratten und Sportbegeisterte. Die „Esplanade“ ist sehr gepflegt und so wird sie zu unserem Essensplatz die naechsten 2 Tage.
Wir fahren den Ort ab, suchen spaeter nach einem Schlafplatz und entdecken eine wunderschoene Wohnhaussiedlung mit riesigem Park in der Oriole Street, elektronischem Toilettenhaeuschen , BBQ und Steckdose. Perfekt.
8. July – Sport ist Mord
Nachdem wir uns gekraeftigt hatten steht nun eins an: Sport! Marco und ich gehen joggen. Entlang der Promenande, in Richtung des Lookouts, den Berg hinauf …und das hat uns wohl das Genick gebrochen. Wir schaffen es noch zum Strand und joggen am Wasser entlang, doch nach insgesamt etwa 4 km mache ich schlapp. Meine Huefte laesst gruessen…wann bekomme ich endlich einen neuen jungen Koerper? Haha. Als Strafe fuer unsere (wohl eher meine) schlechte Kondition, haengen wir gleich noch ein TRX Training hinten dran. Fuer alle, die (wie wir) einen Laundromat in Port Douglas suchen: Es gibt keinen! Daher haben wir im Global Backpackers nett gefragt und uns in deren Waschraum eingenistet.
Frisch geduscht sind wir dann bereit den Ort zu erkunden und spazieren los. Diesmal erklimmen wir den Weg zum Lookout komplett, durchqueren danach den gesamten Ort, entlang der Macrossan Street (Einkaufspromenade) bis zum Hafen. Es gibt unglaublich schoene versteckte Haeuser und wir traeumen vor uns hin…eines Tages. Wir haben uns auch gleich eine Bar fuer heute Abend heraus gesucht, denn heute ist das 3. entscheidende Rugby Spiel zwischen Queensland und New South Wales. Lustigerweise stellt sich am Abend, als ich mit Rebecca telefoniere, heraus, dass sie und Brett vor 5 Jahren genau im gleichen Lokal sassen und genau das gleiche Spiel gesehen haben! Wir koennen es kaum glauben und freuen uns noch mehr. Wie wir es uns gewuenscht haben, hat QLD ordentlich eingeheizt und gewonnen! Welch ein Tag!
Unser morgiges Ziel ist Daintree. Danach ist das letzte Ziel der Kueste Cooktown. Weiter noerdlich werden wir nicht fahren – wenn auch gern wir es taeten… Doch wir haben vor, durchs Outback einen Teil der Strecke zurueck zu fahren und das benoetigt auch seine Zeit. Gute Nacht liebe Welt.