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Longreach – urbanes Outback

Wir sind durch einige „Staedtchen“ gefahren, doch Longreach hat uns richtig gut gefallen! Weshalb wir uns in Longreach verliebt haben und ihr diesen Ort nicht auslassen solltet, erfahrt ihr in diesem Artikel.

die groesste Stadt in Queensland’s Outback

Wenn man das Wort „Stadt“ liest, denkt man unweigerlich an eine Metropole. Dass das in Australien eine Stadt auch mal nur aus einer Stasse bestehen kann, ist bekannt. Longreach selbst ist gar nicht gross. Man kann den Ort eigentlich auch ganz entspannt ablaufen. Obwohl Longreach so klein ist, gibt es eigentlich alles! Von Target, ueber Dinner Shows, IGA, Camping Store , vielen anderen Shops und einigen Bistros und dem wunderschoenen Outback, welches vor der „Haustuer“ liegt kann man waehlen. Longreach ist beruehmt fuer seine bedeutenden Cattle-Stations, doch leider besteht seit fast 3 Jahren eine ununterbrochene Duerre, welche die Farmer dazu gezwungen hat, ihre Rinder zu verkaufen. Es gibt einfach nicht genuegend Nahrung. Ein Wasserproblem hat Longreach gar nicht, denn das Artesin Basin bietet reichlich, doch leider ist dieses Wasser nicht reichhaltig genug, um Gras wachsen zu lassen. Die Cattle-Stations sind deshalb fast alle „trocken gelegt“ und es sind viele Einwohner weggezogen. Andere haben sich umschulen lassen, andere sind arbeitslos. Normalerweise regnet es etwa 400mm im Jahr, doch die letzten Jahre gab es nur 100mm im Jahr. Das ist fatal, denn das Sterben der Kaengurus wird hierbei auch angetrieben. Trotz dieser traurigen Entwicklung, ist Longreach ein sehr suesser Ort, den wir einfach unheimlich gern mochten!

Unsere Favoriten:

  • Stockman’s Hall of Fame (Stockman’s Show fuer etwa 25$)
  • Local Bakery gegenueber des IGA!
    mit Abstand das beste Sandwich, denn alle Zutaten sind super frisch; auch das Eis sieht verfuehrerisch aus
  • Quantas Gruneder Museum
    hier erfahrt ihr, wie die Geschichte der heute erfolgreichen Airline begann und koennt sogar auf den Fluegeln des neuen Airbus spazieren
  • Starlight Lookout (60 km entfernt)
    wer nicht zum Starlight Lookout faehrt und dort eine Nacht verbringt, hat was verpasst! Doch bitte seid vorsichtig, die Strassenverhaeltnisse sind sehr schlecht und ihr solltet eine gute Stunde einplanen, wenn ihr eure Reifen nicht riskieren wollt. Offiziell ist Campen nicht erlaubt, aber es gibt niemanden, der so weit hinaus faehrt und dies kontrollieren wuerde. Die Strasse zum Starlight ist nicht eingezeichnet, aber google maps zeigt euch lustigerweise trotzdem den Weg.
  • Anzac Park am Kreisverkehr (habe ich bei WikiCamps mit Fotos eingetragen)
    Hier laesst sich wunderbar fruehstuecken, BBQs halten und vor allem am Abend Kaengurus in grosser Zahl bewundern. Aufgrund der traurigen anhaltenden Duerre im Outback, kommen die Kaengurus mittlerweile in die Stadt, um die einzigen Grashalme weit und breit zu ergattern.

Unser Erlebnis des Stockman’s Show & dem Starlight Lookout habe ich in diesem Artikel ausfuehrlich beschrieben.

TIPP. Die Touristen Information in Longreach ist klasse und versorgt euch mit einem detaillierten Plan, wo ihr was sehen koennt und was es kostet. Ich wuerde die Info daher nicht auslassen.

Duschen & Uebernachtungen

Ein wichtiges Thema, fuer diejenigen, jene keine 20$+ pro Nacht ausgeben moechten, ist die Frage: Wo kann ich kostenlos schlafen und naechsten Morgen duschen gehen?

Offiziell ist auch hier „wild campen“ verboten. Allerdings fahren nachts keine Ranger die durch’s Outback, um euch zu wecken. Wir sind einfach 10-15 Minuten in Richtung Muttabarra gefahren und haben uns am Strassenrand auf einem Gravel Pit (wovon es massig im Outback gibt) hingestellt und dort genaechtigt. Es gibt keine Fazilitaeten, also bitte verlegt groessere Geschaefte auf „vor Schlafplatz-Suche“. Es ist traumhaft in solcher Ruhe zu schlafen und morgens den Sonnenaufgang im Outback ganz alleine geniessen zu duerfen. Da es nachts zwischen 0 und 6 Grad ist, empfiehlt sich ein Schlafsack, oder eine zusaetzliche Decke (wir haben bei Target eingekauft).
Duschen koennt ihr bei der Caltex am Ortseingang (nicht zu verfehlen). Ihr spendet 2$ pro Person, an die „Flying Doctors“ im Outback (an der Kasse). Die Duschen sind sehr sauber und wunderbar heiss.

Muell duerft ihr nicht liegen lassen, die Kaengurus werden sonst zum Strassenrand gelockt und ueberfahren, denn sie sind verzweifelf auf der Suche nach Nahrung!!! Wir haben mehr als 3.000 tote Kaengurus am Strassenrand gesehen und es war einfach nur traurig. 

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durch Queenslands Outback – Tag 3

15.July – eine Fahrt durch’s „Death Valley“

Nur zwei Autos sind sind bis morgens 6.30 Uhr an uns vorbei gefahren. Wahnsinn. Hinzu kommt, dass Hauptsaison ist. Wir moechten uns gar nicht vorstellen, was gewesen waere, wenn mehr als 1 Reifen gelatzt waere. Haette man uns gefunden? Nun, wir haben genuegend Trinken und Essen fuer 5 Tage, aber im Hochsommer bei 40 Grad ist das sicherlich kein Zustand, den man sich wuenscht. Wir stehen noch vor 7 Uhr auf – ich kann es kaum erwarten, denn es ist sooo kalt. Als erstes gehen wir duschen und danach bringen wir in Erfahrung, ob die Werkstatt in Hughenden unsere Reifen hat. Natuerlich nicht. Waere ja auch zu einfach gewesen. Gegen 9.30 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Longreach. Es warten dieses Mal 400 km geteerte Strasse auf uns. Die Landschaft hat sich geaendert: Es gibt nur vereinzelt Baeume, wenn uberhaupt. Wir sehen eine Menge Cassowaries, die wir im Regenwald nie zu Gesicht bekommen haben.

Sehr traurig ist der Strassenrand. Er ist umsaeumt mit toten Kaengurus. Alle 50-100 Meter liegt ein weiterer Kadaver. Manchmal sogar 4 innerhalb von 50 Metern. Von Baby-Wallabies bis hin zu wuchtigen Kaengurus, alles tot.

Auf 400 km sind das fast 4.000 Tiere. Mit Ausnahme von ein paar Kilometern, wo keine Tiere liegen, sind es realistisch 3.500. Es ist wirklich traurig. Dieser Anblick erinnert mich an ein Death Valley (Todestal). Ich habe in den ersten Wochen oft Traenen in den Augen gehabt, als ich tote Kaengurus sah, mittlerweile bin ich einfach nur noch traurig. Bei dieser Anzahl hier koennte ich fortlaufend heulen. Als wir gerade nach unserer Mittagspause das Fenster geoeffnet haben, lag Kadavvergeruch in der Luft. Ist es so schwer bei 100km/h zu bremsen?

Diese Frage wird mir in Longreach noch am selben Tag beantwortet: Ja. Denn sie sind einfach zu schnell. Nunja, darueber laesst sich sicher streiten. Viel trauriger ist die Tatsache, dass es seit 10 Jahren nicht mehr so viele tote Kaengurus gab. Die Duerre haelt nun fast seit 3 Jahren an. Anstatt 300mm im Jahr fallen in Longreach -wenn ueberhaupt- 100mm im Jahr. Dies hat dazu gefuehrt, dass mehr als 3/4 der Farmer ihre Rinder verkaufen und das Geschaeft aufgeben mussten. Weiterhin sind viele junge Familien weggezogen – als aussichtslos sehen sie die Situation an. Das bisschen Regen, was faellt, fuehrt dazu dass das Gras am Strassenrand waechst. Aus diesem Grund befinden sich fast alle Kaengurus am Strassenrand und suchen verzweifelt nach ein oder zwei gruenen Grashalmen. Viele sind so schwach, dass sie am Strassenrand umfallen, oder einfach ziellos ueber die Strassen huepfen und Autos gar nicht wahrzunehmen scheinen. Sehr, sehr traurig. Die Kaengurus kommen mittlerweile sogar am Abend und sogar vereinzelt am Tag in die Stadt, um Gras zu finden, und riskieren von weiteren Autos ueberfahren zu werden. Als mir die Dame die Situation erklaert, frage ich, ob denn das Wasser vom „Artestian Basin“ unterhalb der Erde, welches enorm gross ist, nicht ausreichen wuerde, um zu Bewaessern? Das grosse Problem liegt darin, dass zu viele Sulfate und andere Metalle im Wasser enthalten sind, welche das Wachstum der Pflanzen schlicht nicht foerdern. Es kann zwar nach Behandlung getrunken werden, doch wachsen tut einfach nichts. 

Etwa 15 Uhr erreichen wir Longreach. Unser erster Stopp ist in der Touristeninformation, wo wir massig Material bekommen und ein sehr gut strukturiertes „Programm“- bzw. „Sightseeing“ Heft erhalten. Ausserdem fragen wir, wo wir Decken kaufen koennen und wo es einen Reifenhaendler gibt. Wir machen ein Schnaeppchen bei Target und haben endlich wieder warme Naechte! Doch eins ist noch zu klaeren: Bekommen wir hier einen passenden neuen Reifen fuer unser Auto?

ein teurer Spass

Eine nette Frau namens Julie beraet uns und leider muss auch sie gestehen: Sie haben keinen Reifen vorraetig. Mensch und das obwohl massig Pajeros unterwegs sind. Wir waegen alle Moeglichkeiten ab und letztendlich ruft sie ihren Lieferanten in Rockhampton an, um uns noch einen Reifen zu bestellen. Wenn wir grosses Glueck haben, ist der Reifen schon morgen frueh da. Wenn wir Pech haben, erst Freitag morgens. Das waere auch noch ertraeglich. 190$ wird uns der Spass kosten…na herzlichen Dank liebe Gravel Road. Julie ist echt wahnsinnig nett und reisst sich beinahe schone in Bein aus, um uns eine gute Loesung zu finden. Ausserdem hat auch sie deutsche Wurzeln und ihr Sohn lebt in Kingaroy! Na welch ein Zufall! Wir verabschieden uns uns kommen morgen frueh wieder.

zu Besuch und zum Greifen nah

Tatsaechlich ist am Abend das eingetreten, was uns bereits am Nachmittag erzaehlt wurde: Die Kaengurus sammeln sich in mehreren Gruppen, um das wenige gruene Gras in der Stadt zu verzehren. Ein wildes Kaenguru wuerde niemanden auch nur in seine Naehe kommen lassen. Diese Kaengurus jedenfalls waren so verhungert, dass sie sich auch nicht verscheuchen lassen, wenn man direkt neben ihnen steht. Sie haben einfach keine andere Wahl.

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durch Queenslands Outback – Tag 2

14.July leere Schluchten & erste Panne in Dunkelheit

Ich erwache gegen kurz nach 6 Uhr und waehrend Marco noch versucht zu doesen, beobachte ich den Sonnenaufgang und von Minute zu Minute scheinen immer mehr Voegel aus ihrem Schlaf zu erwachen. Ich kann es kaum erwarten aufzustehen.
Es ist immer noch arschkalt, es ist also Zeit fuer einen Tee und Kaffee. Nach etwa 30 Minuten fahren wir weiter in Richtung Hughenden. Bei ungefaehr 3/4 der Strecke biegen wir in den Procupine National Park ab. Hier soll es einen grosses Bergsee bzw. Bach geben, also folgen wir dem steinigen, steilen Pfad fuer etwa 1 km zu Fuss. Ich erahne welch grosse „Schlucht“ vor uns liegt und Tatsache: Es ist riesig! Die Felsformationen sind wunderschoen und immer wieder entdecken wir riesige Loecher. Doch es ist alles so trocken. Der Fluss/Bach ist nur rund 10-20 cm gefuellt, die Loecher sind vollkommen trocken. Man kann nur hoffen, dass in der Regenzeit alles aufgefuellt wird. Ein Teil des Baches ist jedoch noch recht gut gefuellt und hier tuemmeln sich sogar ein paar kleine Fische und ein paar Beachboys, die sich in der Sonne aalen.


Der Weg zurueck war etwas anstrengender, denn nun durften wir den Kilometer „hochklettern“. Nur 5 km von der „Procupine Gorge“ entfernt, befindet sich ein weiterer Ausblick und dieser entfaltet die Gesamtheit des eigentlichen Naturwerkes.

Die geteerten Strassen nach Hughenden waren immer wieder unterbrochen durch „Gravel Roads“, also Sand- bzw. Kiesstrassen. Was anfangs spassig war, entpuppt sich durch die Spurrillen jedoch immer mehr zu einer nervigen Angelegenheit. Hughenden selbst war wahnsinnig klein. Ich frage mich einfach was die Menschen hier so tun. Ich sehe im Umfeld keine Rinder, welche auf Farmen hindeuten. Es gibt zwei Mini-Supermaerkte, einen Fleischer, 4 Tankstellen, paar Caravanparks, einen „Bahnhof“, eine winzige Touristeninformation und nicht viel mehr Aufregendes. Der Flinders River (Fluss) ist trocken – staubig trocken. Das soll in der Feuchtphase wieder aufgefuellt werden? Schwer zu glauben. Fuer 2$ (oder man tankt einfach) kann man in der BP Tankstelle eine heisse Dusche nehmen, was wir auch tun, und anschliessend machen wir einen Halt in der Touristeninformation. Wow, es gibt wirklich nicht viel was man hier unternehmen kann. Die „Stadt“ hat man innerhalb von 10 Minuten vollstaendig abgefahren. In der Naehe gibt es den Mount Walker mit tollem Ausblick. Den werden wir auf der Weiterfahrt in Angriff nehmen! Doch bis dahin gibt es erst einmal ein wunderbares Mittag in der Sonne und ein anschliessenden Spaziergang am trockenen Flinders River, wo Marco und ich wieder einmal einen richtig coolen Sportpark finden!


Etwa 16 Uhr fahren wir in Richtung Muttabarra weiter. Die Strasse soll zum Grossteil „Gravel Road“ sein, na dann! Bis zum Mount Walker ist alles geteert und die Dame in der Touristeninformation hat nicht gelogen: Der Ausblick ist wirklich schoen. Man kann erahnen wie endlos das Outback ist. Weit und breit sieht man nichts ausser Land und Hughenden.

Das einzige Problem, welches wir haben ist: irgenwie „laeuft unser Auto aus“? Wieso ist gerade literweise Kuehlfluessigkeit ausgelaufen? Hm, wahrscheinlich hat das irgendwas mit Druck zu tun…wird schon nichts Schlimmes sein…oder?


Die Sonne wird in etwa 1 Stunde untergehen und langsam faerbt sich der Himmel. Das letzte Auto ist uns vor etwa 10 Minuten entgegen gekommen und nun ist es mittlerweile 17 Uhr. Die 200 km nach Muttaburra werden wir nicht abfahren, sondern halten nach einer passenden Stelle zum Uebernachten Ausschau. Weit und breit nur Sandstrasse mit Spurrillen, und wenn es keine Spurrillen gibt, dann eben groessere Steine.

Erst 40 km haben wir zuruek gelegt. Und dann tritt das ein, was uns natuerlich nieeemals passieren wuerde: Es macht Peeeng! Wir sehen uns verwundert an und keine 20 Sekunden spaeter schlittert Marco ueber die Spuren. „Was ist los? Das fuehlt sich an als waere ein Reifen platt! Halt an! Schnell!“ Verdammt! Wir haben echt einen Platten…bis auf die Felge ist der gesamte Reifen geschrumpft. „Waere ja auch komisch gewesen, wenn das nicht passiert“ fluche ich. Ich schaue auf die Uhr und dann heruber zur Sonne. „Okay also wir werden es nicht schaffen den Reifen zu wechseln bevor es dunkel wird, denn die Sonne geht in ungefaehr 20 Minuten unter und dann wird es stockduster“ stelle ich verbittert fest. Wieso kann so etwas nicht bei Tag passieren? Waer wohl zu langweilig! Na prima…Wenigstens habe ich schon Raeder gewechselt und weiss noch wie es geht. Haette also schlimmer sein koennen. Innerhalb von einer Minute wirbeln Marco und ich im Kreis herum und suchen den Wagenheber plus Schraubenschluesel zusammen. Wir versuchen das Reserverad zu demontieren, doch der Schluessel klemmt im Diebstahlschloss und es ruehrt sich nichts. „Verdammt! Was ist das fuer eine Scheisse!“ Nach fast 20 Minuten loest sich endlich dieses nervige Schloss und wir koennen den Reifen loesen. Das naechste ist, dass der Wagenheber totaler Muell darstellt! Man kommt so schlecht an den Unterboden und wir sehen nach 2 Minuten schon aus wie Schornsteinfeger. Dass wir uns auf einer Sandstrasse befinden, macht die ganze Angelegenheit noch viel schlimmer, denn der Heber bohrt sich in den Boden, bis er ueberhaupt den Wagen anhebt. Wir beschliessen das Rad abzumontieren und so hoffentlich besseren Zugriff auf den Wagenheber zu haben. Hoffentlich rutscht das Teil jetzt nicht weg, sonst haben wir ein sehr sehr grosses Problem. Es dauert unglaubliche 30 Minuten, bis wir den Wagen auf der noetigen Hoehe haben. Dann geht alles ganz fix, denn nun muessen nur noch die Schrauben stets diagonal fest gezogen werden. Zum Glueck hatten wir uns den Jump Starter mit Kompressor vor 3 Wochen gekauft, denn so koennen wir den Reifendruck vom Reserverad anpassen. Es ist stockfinster und weit nach 18.30 Uhr, als wir endlich alles zusammen packen.

Mittlerweile lache ich mich schlapp und muss eingestehen, dass es ja irgendwie zu erwarten war. Wir haben in den vergangenen Wochen sooo viele Reifenpannen gesehen – irgendwann musste es uns ja erwischen. Es sei an dieser Stelle erwaehnt, dass seit 16.30 Uhr kein einziges Fahrzeug mehr auf unserer Strasse unterwegs war. Waehrend ich gerade diesen Bericht schreibe, ist es 21.30 Uhr und es ist immer noch keine Menschenseele hier entlang gefahren! Wir stehen hier nun am Strassenrand, halb auf dem Feld und duerfen am Morgen zurueck nach Hugehnden fahren, um ein Reserverad zu kaufen. So eine Sandstrasse ist schon ein teurer Spass…ein Reifen kostet naemlich zwischen 150 und 200$. Wir werden danach wohl eher die geteerten Strassen fahren ;-)

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durch Queenslands Outback – Tag 1

13. July – 18. July ..auf geht’s ins Outback

Wir haben fuer diese Woche einen Outback-Trip geplant, welcher uns durch das noerdliche Inland Queensland fuehren wird. Vom Outback fahren wir anschliessend nach Hervey Bay, um eine Waltour zu machen und danach geht’s zurueck zu unserer Gastfamillie nach Kingaroy. Wir wollen noch ein paar Tage mit Ihnen verbringen, bevor es fuer uns nach Sydney geht, um einen neuen Job anzutreten. Insgesamt liegen knapp 3.600km vor uns! Das wird eine lange Fahrt und wir hoffen, dass unser Auto uns weiterhin so verlaesslich den Weg bereitet.

Unsere Route
Ravenshoe – Mt. Surprise – Hughenden  – Longreach  – Emerald – Hervey Bay – Kingaroy – Sydney

Was braucht man fuer einen Trip durch’s Outback?
Wenn man vorhat ins Outback zu fahren, raten einem so ziemlich alle Reisefuehrer und oft auch Einheimische dies nicht allein zu tun. „Bildet Gruppen, fuer den Fall, dass ihr mit dem Auto liegen bleibt.“ Der zweite Tipp ist genuegend Wasser mitzunehmen, denn es gibt nicht ueberall Trinkwasser. Schliesslich befindet ihr euch im Outback, einer Region, welche durch Duerre, Wildvieh und 300km Nichts gekennzeichnet ist. Nunja, als Nichts wuerde ich es nicht bezeichnen, denn man sieht schon ab und an mal ein Auto, Baeume, Kuehe und Kaengurus. Wo ich gerade die groesseren Entfernungen erwaehne: Benzin. Es gibt in einigen Regionen alle 200km eine „Tankstelle“, bestehend aus einer oder zwei Zapfsaeulen, manchmal auch groessere Roadhouses. In manchen Regionen koennen schon einmal 400km und mehr dazwischen liegen. Daher ist wohl der wichtigste Punkt die Planung.
Wir haben uns eine Route gebastelt, bei welcher wir extra Tankreserven eigentlich nicht benoetigen sollten, daher bleiben unsere Kanister leer auf dem Dach liegen. Was genuegend Wasser angeht, beschraenken wir uns auf einen 10L Kanister und unsere 4-6 Wasserflaschen. Nachdem ich WikiCamps und Camp7 studiert habe, stelle ich fest, dass es immer mal irgendwo alle 100km ein WC, oder zumindest eine Haltebucht gibt. Auf unserer Strecke gibt es auch ein paar Roadhouses, wo man ueber Nacht stehen und eine Dusche geniessen kann. Wir durchfahren jeden Tag mindestens einnen Ort, in welchem wir Wasser und Benzin kaufen koennen, daher mache ich mir wenig Sorgen um Reserven. Kostenlos ist eine Dusche im Outback natuerlich nicht, aber dennoch hat fast jedes Roadhouse eine Dusche gegen kleines Geld. Wir werden sicherlich einige Naechte in Haltebuchten naechtigen und haben uns daher auch eine Solardusche dabei, welche wir mit 20L befuellen koennen, wenn es absehbar ist ins „Nichts“ zu fahren. Entgegen der „Gruppenbildung“ fahren wir dennoch alleine, da wir keine Zeit haben Reisende zu suchen und wenig Flexibilitaet besitzen, unsere Route abzuaendern.

13. July am „Mini-Niagara-Wasserfall“ vorbei ins Trockene

Wir beginnen in Ravenshoe und unser erster Stopp sind die Millstream Falls, welche von den Australiern auch sehr gerne als „Mini- Niagara“ bezeichnet werden.

Unser zweiter Stopp ist Mt. Surprise. Auf dem Weg dorthin sind die Strassen geteert, es herrscht maessig viel Verkehr. Bleibt man auf einer dieser Hauptstrassen liegen, wird man sicherlich spaetestens innerhalb einiger Stunden gefunden. Die Landschaft besteht aus groesstenteils ungezaeunten Wiesen mit massig Baeumen und Kuehen. Als gruen wuerde ich die Landschaft nun wirklich nicht bezeichnen, sondern eher als blassgruen bis goldig, da alles ziemlich trocken erscheint.

Ich begreife endlich, wieso immer wieder von anhaltender Duerre im Outback gesprochen wird. Ein Zustand , welcher auch innerhalb der eigentlichen Regensaison von Oktober bis Februar, allmaehlich zur Normalitaet wird und somit eine grosse Gefahr darstellt. Nicht zuletzt wegen Buschfeuer, sondern vielmehr, da es kaum saftiges Gras gibt, die Nahrungsgrundlage fuer Kuehe – einer der wichtigsten Einnahmequellen Australiens. Wir sind mit dem Gedanken nach Mt. Surprise gefahren, „Undara“ anzusehen. Es ist ein riesiger Vulkan Krater, der auf Bildern fantastisch aussieht. Dort angekommen stellen wir fest, dass man eine Tour buchen muss, welche 55$ pro Person kostet. Unglaublich. Das haben wir also ausfallen lassen. Was man auch vor Ort tun kann, ist Edelstein-Suche zu betreiben. Man kann sich fuer 30$ ein Kit ausleihen, um zu buddeln. Die Idee fand ich gut, bis ich gesehen habe, dass es 3 Buddelkaesten sind. 30$ ist angemessen, jedoch nicht fuer einen Sandkasten meiner Meinung nach. Fuer Kinder ist das jedoch sicherlich ein grosser Spass. Wir wandern also durch den Shop und stellen fest, dass man all die Edelsteine (Amethyst, Saphir, Rosenquarz etc.) sehr guenstig kaufen kann. Nunja, wir fahren zur Picnic Area unweit des Kraters und kochen unser Mitttag im Nichts. Diese Ruhe ist fantastisch.


Knapp 500 km liegen vor uns, um nach Hughenden zu gelangen. Ein Grossteil der Strassen ist wieder geteert (laaangweilig!) und wir fragen uns: Wann kommt die rote Piste? Wo bleibt der Spass? Wir warten ab!

Etwa 18 Uhr mittlerweile 40 km zurueckgelegter Sandstrasse, haben wir eine riesige Flaeche am Strassenrand gefunden und beschliessen hier zu schlafen. Keine Menschenseele. Und der Himmel! Ich versuche etwa 20 Minuten lang das perfekte Sternfoto zu schiessen, aber mangels grosses Stativ und aufgrund der eisigen Kaelte (es werden hier im Outback schon mal 1 Grad bei Nacht), gebe ich es dann auf.

durch’s Outback: Tag 2