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Urlaub?

Als wir hier und da von unseren Reiseplänen erzählt haben, kamen unterschiedlichste Rückmeldungen dazu. Von „Wie ihr macht das alleine!?“ bis hin zu „Wow, was für ein schöner langer Urlaub!“

Ich habe mir schon vor der Reise gedacht, dass es nicht immer „leicht“ , entspannt oder toll sein wird. Ist ja auch unrealistisch. Bei einem Urlaub von 1-2 Wochen ist jeden Tag „Urlaubsfeeling“. Meist auch in vollem Familienumfang. Jeden Tag was aufregendes erleben, Eis ohne Ende, machen was man gerade eben so mag.

Ben war die ersten 4 Tage so aufgeregt, dass alleine einschlafen keine Option war, richtig essen nicht existent und eine Flut von „Können wir das auch machen? Jetzt Mama?“ den Tag bestimmten. Ich muss sagen, ich bin erstaunt, wie er die ersten Tage gepackt hat. Mit dem ganzen aufregendem Drumherum war aber auch schnell klar: Nun geht’s an den Aufbau von Alltagsroutinen.

Er hat die Wohnung hier, die so richtig wohnlich und gemütlich ist, ganz schnell als „Zuhause“ angenommen und ich bin froh, dass es kein Hotel ist. Geschirrspüler ausräumen, Essen einkaufen, kochen, Wäsche waschen und mal den Nachmittag auf dem Sofa mit einem Film zu verbringen ist echt ein Segen.

Ben hat sich seine eigene Routine aufgebaut: Morgens den Tisch decken, im Wohnzimmer spielen und sich danach um seinen neuen Fraund „Balli“ kümmern. Außerdem wird jeden Tag der Morgenkreis gemacht, wobei ihm jeder Gegenstand als Person auf dem Stuhl neben sich recht ist. Ab und zu telefoniert er auch imaginär mit seinen Freunden. Dann muss es jeden Tag einmal den Spaziergang zum Spielplatz geben und am Abend das gemeinsame Zähneputzen mit Lesen im Anschluß. Das läuft richtig gut. Er hat auch schon verstanden, dass an „Reisetagen“ die Routinen mal nicht stattfinden. Meckern und Diskussionen gibt’s wie Zuhause auch, das Leben ist ja kein 24h-Konfettiregen. Die Momente, an denen er sich mordsmäßig erfreut sind so schön, dass der Rest schon wieder Geschichte ist.

Ich habe mich schon oft gefragt, wie das so bei Langzeitreisenden ist. Drei Monate sind ja noch überschaubar, aber Jahre… Ich bin gespannt, wie ich das in ein paar Wochen empfinden werde, aber Stand heute würde ich sagen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für Ben ein Segen wäre, an keinem Ort länger als ein paar Wochen zu bleiben.

Wie anstrengend ist es allein mit Kind zu reisen?

Vermutlich beantwortet jeder diese Frage etwas anders. Aus meiner (noch am Anfang stehenden) Perspektive: Die größte Herausforderung ist es wohl, beständige Alltagsroutinen beizubehalten, welche an jedem Ort funktionieren. Außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Antennen für Ben’s seelischem Wohlbefinden auf Höchstleistung laufen. Wie Zuhause „streiten“ geht kaum, denn er hat eben nicht „sein“ Zimmer als Rückzugsoase und weiß, dass er hier von mir abhängig ist. Dinge auf die ich keine Lust habe (zum Beispiel 2h am Spielplatz das gleiche Ballspiele spielen) kann ich nicht ausweichen, denn mit wem soll er sonst spielen? Seine Freunde sind ja nicht greifbar. Freunde, Mama und einen Teil Papa abzubilden ist also eine echte Herausforderung. Zeit für mich gibt es ab und zu am Abend, aber das war ja keine Überraschung und ist in Ordnung ;-).

Es ist kein Spaziergang und nicht jede Stunde Sonnenschein, aber ein tolles gemeinsames Erlebnis mit vielen Entdeckungen, Kompromissen, leuchtenden Kinderaugen und Verbundenheit.

Veröffentlicht in 1001 Places, Equipment, Portugal

84 Tage mit Handgepäck

Mir war von vorne herein klar: Ich habe sowas von kein Bock auf das Schleppen von riesigen Koffern oder Rucksäcken. Während meiner Recherchen war dann auch noch klar (ich weiß es klingt paranoid), dass Aufgabegepäck eben manchmal auch zum Ziel der Schmuggler werden kann. Okay, darauf habe ich erst recht kein Bock. Doch ich bin ganz ehrlich: es geht mir einfach um Gepäckverlust, Gepäckverspätung und das Geschleppe.

Wie funktioniert das?

Da wir mit mindestens 6 verschiedenen Airlines fliegen werden, geht also die große Recherche los. Und tatsächlich hat nahezu jede Airline andere Vorschriften bezüglich des Handgepäck-Gewichts und der „Personal Items“. In Summe heißt es also für uns:
2x 10kg auf Minitrolley-Größe und je ein persönlicher Gegenstand mit 2kg. Klingt erst einmal gar nicht so schlecht. Naja, bis zum Probepacken….ein Koffer mit all der Kleidung von Ben und mir, einschließlich 1 Paar Wechselschuhen. Ein Koffer für Ben´s Wohlfühldinge. Das war´s.

Ich wurde relativ häufig gefragt wie viele Koffer wir mitnehmen und als ich sagte: „Öh…nur Handgepäck“ wurde ich angeschaut, als hätten mich alle Geister verlassen. Was soll ich sagen? Ich bin eben einfach bequem und tragefaul. Außerdem: es gibt doch überall Kleidung zu kaufen. Hauptsache die Apotheke und Kuscheltiere sind an Board.

das Wunder ist vollbracht.

Okay, wir haben es echt geschafft:

Gewichtsgrenze ✓
Spiel, Spaß, Spannung ✓
Alle Dokumente an Board ✓